Im Kreuzverhör! TV-Kommissarin Stephanie Stumph interviewt Mȧns Zelmerlöw

Wenn eine Schauspielerin und ein Musiker...

München. Samstag. 16 Uhr. Die Sonne scheint, doch davon ist in dem dunklen Raum nichts zu merken. Stephanie Stumph, 31, blickt Mȧns Zelmerlöw, 29, tief in die Augen. Ein Entkommen ist unmöglich! Als TV-Kommissarin („Der Alte“, freitags um 20.15 im ZDF) nimmt Stephanie es oft mit bösen Buben auf. Dieses Mal nimmt sie Hottie Mȧns, der gerade mit seinem Album „Perfectly Damaged“ auf Tour ist, ins Verhör. Und dabei bleibt kein Geheimnis verborgen…

Stephanie Stumph: Wo waren Sie gestern Abend zwischen 21. und 23 Uhr?
Mȧns Zelmerlöw: Amsterdam!

S: Gibt es Zeugen?
M: 1500 vor der Bühne.

S: Folgst du Regeln?
M: Nicht wirklich.

S: Du hast also deine eigenen?
M: Ja, die habe ich. Im Grunde halte ich mich natürlich an die meisten Regeln, nur wenn ich eine komplett andere Ansicht habe, dann halt nicht.

S: Also schnallst du dich im Flieger brav an?
M: Ja, das schon. Aber ich lasse mein Handy oft zu lange an und ich fahre zu schnell Auto.

S: Wann hast du das letzte Mal gelogen?
M: Ich bin ein ehrlicher Typ, ein ziemlich schlechter Lügner. Alle meine Ex-Freundinnen sind zu der Erkenntnis gekommen.

S: Wenn du eine Million Dollar auf einer dunklen einsamen Straße finden würdest und es gäbe keine Zeugen: Würdest du sie behalten?
M: Ja, ich würde sie wahrscheinlich nehmen und in meine Stiftung stecken, mit der ich drei Schulen in Südafrika unterstütze. Nächstes Jahr wollen wir eine weitere in Äthiopien bauen.

"Ich brauche sehr viel Feuer"

S: In deinen Songs tauchen immer wieder Metaphern von Feuer auf, wie zum Beispiel „Let it burn“, „ Bursting into flames“, „I gave fuel to feed the flames“. Wie viel Feuer brauchst du im Leben?
M: Ich glaube, ich brauche sehr viel Feuer. Wir alle brauchen etwas, was unsere innere Flamme entzündet. Feuer steht für Energie und die brauche ich als Musiker.

S: Du singst auch „ All of the fire, all the desire can come back again.“ Bist du jemand der an Menschen festhält, oder glaubst du, es ist manchmal besser, sie gehen zu lassen?
M: Letzteres. Ich habe viele Menschen über die Jahre kennengelernt, aber ich kam zu der Einsicht, dass meine Schulfreunde meistens die wahren Freunde sind. Sie lieben mich für das, was ich bin und nicht wegen meiner Karriere. Deswegen ist es sehr wichtig diejenigen auszusortieren, die einfach nur mit einem Promi abhängen möchten.

S: Gibt es Dinge vor denen du Angst hast?
M: Ja, absolut. Meine größte Angst ist es, nicht mehr das machen zu können, was ich gerade mache - mein Leben mit Musik zu finanzieren, auf der Bühne zu stehen. Da gehör ich hin,  da fühle ich mich am sichersten. Seitdem ich allerdings vor ein paar Jahren in einem Käfig mit Haien getaucht bin, habe ich ein kleines bisschen Platzangst.

S: Brauchst du solche Grenzerfahrungen um kreativ zu sein?
M: Ich glaube, ich brauche keine extremen Situationen um kreativ zu sein, aber ich brauche Inspirationen, die ich aus meiner Umgebung sauge. Als ich vor 6 Jahren angefangen habe mit meiner Stiftung in Südafrika zu arbeiten und auf die Kinder traf, die mich spüren ließen, dass ich ein Teil ihres Lebens und ihrer Zukunft bin, hat mir das sehr viel Energie gegeben. Und plötzlich wurde das Song schreiben viel einfacher, auch wenn dieses nichts mit Armut oder die Welt retten zu tun haben. Aber meine eigenen Gefühle und Beziehungen zu Menschen konnte ich nun besser in Worte fassen.

Süchtig nach Ballsport

S: Hast du irgendwelche Süchte?
M: Ich bin süchtig nach Ballsportarten. Ich habe angefangen Paddle zu spielen, eine Mischung aus Squash und Tennis. Ich war schon immer ein Tennis Freak.

S: In deinem neuen Song „Should’ve gone home“ singst du „ How hard can it be to say no“. Kannst du gut NEIN sagen?
M: Darin bin ich nicht gut. Zumindest bisher. Ich lebe im Jetzt und Hier und versuche das zu tun, was ich im jeweiligen Moment für richtig empfinde.

S: Kannst du gut Verantwortung übernehmen?
M: Ich glaube schon. Aber auch nur dann, wenn ich weiß, dass es sich lohnt verantwortungsvoll  zu sein.

S: Wie groß ist der Kreis an Menschen, die dir nahe stehen?
M: Etwa 20 Leute. Besonders meine Freunde, mit denen ich aufgewachsen bin, sind immer noch meine engsten Vertrauten. Meine Familie und Band gehören natürlich auch dazu.

S: Wie wichtig ist es dir, wie dich die Presse reflektiert?
M: Es ist mir nicht unwichtig, aber ich weiß was ich kann und dass ich auf der Bühne einen guten Job mache. Mir dessen bewusst zu werden war wichtig um über die Jahre an Selbstsicherheit zu gewinnen.

Ein Neustart

S: Nimmst du dir Kritiken zu Herzen?
M: Mittlerweile nicht mehr. Ich lese lieber, was die Fans schreiben. In Schweden würde ich nie ein gute Kritik bekommen, weil ich in ihren Augen nicht glaubwürdig genug bin. Deswegen macht es mir so großen Spaß auf Europatournee zu sein, denn hier werde ich unvoreingenommen und ohne Vorurteile wahrgenommen. Es fühlt sich wie ein Neustart an.

S: Was macht dich wütend?
M: Die Bilder aus Ungarn und Serbien machen mich sehr wütend. Ungerechtigkeit im generellen.

S: Du bist dauern umgeben von so vielen Menschen, Band, Crew. Genießt du die Momente der Einsamkeit?
M: Ja, manchmal muss ich mich isolieren. Ich habe mir vor einigen Monaten ein Sommerhaus auf einer kleinen Insel gekauft. Da verbringe ich Zeit mit meinem Hund und genieße die Natur.

S: Erdet dich das? Wie zum Beispiel auch Handwerkerarbeiten. Zumindest hab ich das auf deiner Facebookseite gesehen.
M: Ja, total. Was mit den eigenen Händen zu bauen oder eben auch Tennis, bringt mich runter und hilft mir, den Kopf frei zu bekommen und mich zwischendurch auf Dinge außerhalb meiner Arbeit zu konzentrieren.

Ein besserer Ort

S: Was sind deine Prioritäten im Leben? Musik steht sicher ganz oben.
M: Ja, auf jeden Fall ist die Musik an erster Stelle. Mich mit Menschen zu umgeben, die einen lieben, ist mir wichtig. Und vielleicht die Welt, auf der wir leben, zu einem besseren Ort zu machen. Zumindest das, was in meinen Möglichkeiten liegt.

S: Wem würdest du gern mal Handschellen anlegen oder festnehmen?
M: Chris Martin! Damit er mir alle Tipps gibt, wie man diese fantastischen Songs schreibt.

S: Würdest du für die Liebe töten?
M: Mmh, ich weiß nicht. Ich bin dieser Liebe jedenfalls noch nicht begegnet. Keine Ahnung. Vielleicht würde ich erstmal anfangen zu kidnappen.

S: Mr.  Zelmerlöw, wir behalten sie im Auge. Das Verhör ist hiermit beendet.