Stars überrascht von Protest bei „Suffragette“-Premiere in London

Rauchbomben und Sitzblockade auf dem roten Teppich

Kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes zeigt sich Carey Mulligan noch emotional und kämpft mit den Tränen. Meryl Streep verkörpert in Volksnah: Für die Fans gibt sie großzügig Autogramme. Im Hintergrund auf dem Londoner Leicester Square werden währenddessen Rauchbomben geworfen. Die Frauen der Gruppe Sisters Uncut klettert über die Barrikaden...
  und legen sich auf den red Carpet. Der muss vorübergehend vom Security-Personal abgesperrt werden.

Damit hat der Cast von „Suffragette“ wohl nicht gerechnet: Die Szenen, die sich bei der Premiere des Streifens in London am Mittwochabend, 7. Oktober 2015, abspielten, hätten selbst aus einem Film stammen können. Während die Stars des Films, Carey Mulligan, Helena Bonham Carter und Meryl Streep für Fotografen posierten, legte sich eine Gruppe von Frauen auf den Red Carpet und protestierte damit für mehr Unterstützung für Opfer häuslicher Gewalt.

Die Gruppe Sisters Uncut ist für die Aktion vor dem Odeon Kino auf dem Londoner Leicester Square, bei der auch Farbbomben zum Einsatz kamen, verantwortlich. „Tote Frauen können nicht wählen“ und „Wir sind Frauenrechtlerinnen“ riefen die Frauen aus, als sie über die Absperrungen kletterten und sich nebeneinander auf den roten Teppich legten.

Die perfekte Antwort

Ganz unerwartet kam der Protest jedoch nicht, immerhin geht es im Drama „Suffragette“, was zu deutsch Frauenrechtlerin heißt, um die Wahlrecht-Bewegung der Frauen im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Meryl Streep spielt darin die Anführerin Emmeline Pankhurst.

Carey Mulligan, die gerade erst Mutter geworden ist, und Filmkollegin Helena Bonham Carter nahmen den Protest daher auch positiv auf und betitelten ihn als „die perfekte Antwort“ auf die Aussage des Films. Auch die einstigen Protagonistinnen, die als Vorlage für das Drama dienten, legten sich als Protest-Methode hin.

Alles nur Show

Der Red Carpet wurde während des Vorfalls von den Security-Mitarbeitern vorübergehend gesperrt, so dass die Schauspieler in Sicherheit blieben. Von Angst oder Panik keine Spur, als hätte man von der Aktion im Vorfeld gewusst. Ob geplant oder spontan - der Streifen hat damit jedenfalls ordentlich Promotion bekommen.