Thomas Müller: Darum ist es so wichtig, am Dienstag gegen die Niederlande zu spielen!

Nach den Anschlägen von Paris: "Zeichen für Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie"

Nationalspieler Thomas Müller erklärt auf Facebook, warum es richtig ist, das morgige Spiel gegen die Niederlande nicht abzusagen.  Chaotische Szenen im Stade de France am 13. November

Freitag, der 13. November 2015 war der 11. September Europas - und wird nicht nur der deutschen Fußballnationalmannschaft als schwarzer Tag im Gedächtnis bleiben. Während des Länderspiels Deutschland gegen Frankreich war ein lauter Knall zu hören - "ein Knall, der alles verändert hat". Wie sich später herausstellte, waren es Selbstmord-Attentäter, die sich in die Luft sprengten. Und für die Spieler und Zuschauer des Stade des France hätte es noch schlimmer kommen können: Ordner verhinderten, dass die IS-Kämpfer ins Stadion gelangten und ein noch größeres Blutbad anrichten. Nun spricht Bayern-Stürmer Thomas Müller, 26, über die Ereignisse und das bevorstehende Spiel gegen die Niederlande. 

Gestern, 15. November, wurde offiziell entschieden: Die für Dienstag, 17. November, angesetzte Partie gegen die Niederlande in Hannover findet statt! Mit der Entscheidung wolle man ein Zeichen gegen den Terrorismus setzen.

Wie Nationalspieler Thomas Müller nun auf Facebook mitteilt, stehe er voll und ganz hinter der Entscheidung, sich nicht einschüchtern zu lassen. So schreibt er am Montagmittag:

Servus zusammen,gerade bin ich wieder auf dem Weg zur Nationalmannschaft nach Hannover.Nach diesen schockierenden,...

Posted by Thomas Müller on Montag, 16. November 2015

"Die Brutalität der Attacken überfordert meine Vorstellungskraft"

Gerade bin ich wieder auf dem Weg zur Nationalmannschaft nach Hannover. Nach diesen schockierenden, grausamen Terroranschlägen beim Länderspiel in Paris hat uns der DFB erst einmal nach Hause geschickt. Es hat gut getan, zwei Tage bei der Familie zu sein. Ich kann immer noch nicht begreifen, was am Freitag passiert ist. Die Brutalität der Attacken überfordert meine Vorstellungskraft. Auf diesem Wege möchte ich den Angehörigen und Freunden der Opfer mein tiefes Mitgefühl und mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

"Ein Zeichen für Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie"

Weiter erklärt der 26-jährige Weltmeister, warum es so wichtig ist zu spielen:

Die Entscheidung, morgen mit der Nationalelf gegen die Niederlande zu spielen trage ich zu 100 Prozent mit. Auf diese Weise können wir Fußballer mit den Mitteln des Sportes ein Zeichen für Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie setzen.

"Wir haben am Freitagabend ein Fußballspiel verloren - und es gibt nichts, was in dem Moment unwichtiger war"

Nachdem die DFB-Kicker am Freitag erst nach dem Spiel erfahren hatten, was passiert war, hatten sie die Nacht in der Kabine des Stade de France verbracht und waren erst am nächsten Morgen zurück nach Deutschland gereist. Via Twitter und Facebook meldeten sich bereits viele Spieler wie Mats Hummels und Mario Götze zu Wort. Auf der DFB-Homepage war zudem nach den Anschlägen von Paris eine gemeinsame Erklärung der Mannschaft zu lesen. Darin heißt es:

Wir sind nach Paris gekommen, um das zu tun, was uns alle verbindet. Fußball zu spielen, miteinander, gegeneinander, in Freundschaft. Um gemeinsam mit den Fans einen schönen Abend zu erleben, sportlich ehrgeizig, aber vor allem friedlich und fair. Wir haben uns auf das Stade de France gefreut, auf einen Fußballabend, der für uns alle in einem Alptraum endete.

Es war ein dumpfer Knall, der alles verändert hat. Und der die Bilder gebracht hat, die uns noch lange begleiten werden. Wir haben die Nacht im Stadion viel nachgedacht. Wir haben uns gefragt, warum so etwas passieren kann? Wie so viel Unmenschlichkeit möglich ist? Antworten haben wir viele gefunden, aber keine, die diese feigen Anschläge erklären kann. Wir haben am Freitag ein Fußballspiel verloren - und es gibt nichts, was in diesem Moment unwichtiger war.

Ist es richtig, dass das DFB-Team gegen die Niederlande spielt?

%
0
%
0