What?! Oscars 2016: Emotionale Dankesreden abgeschafft

Nominierte müssen im Vorfeld angeben, wem sie bei ihrer Rede Dank sagen möchten

Die Oscars 2016 lebten vor allem durch ihre ergreifenden Dankesreden - doch damit soll jetzt Schluss sein.  Kaum eine Oscar-Preisträgerin war so aufgelöst wie Gwyneth Paltrow 1998. Tränen kullerten auch bei Halle Berry, als sie sich bei Fans, Freunden und der Familie bedankte.  Auch Anne Hathaway bedankte sich 2013 in aller Ausführlichkeit für ihre Trophäe. 

Das ändert alles: Die Produzenten der Oscars 2016 haben entschieden, dass die Gewinner der diesjährigen Preisverleihung keine Dankesreden mehr halten  dürfen - zumindest nicht so, wie es die jahrzehntelange Tradition gebührt: Statt sich spontan - und meist tränenreich - bei ihren Liebsten für ihre Unterstützung erkenntlich zu zeigen, müssen alle Nominierten ihre Danksagung vorher einreichen.  

Sind Tränen jetzt passé?

Zu gerne erinnern wir uns an Gwyneth Paltrows Aufrtitt bei den Academy Awards: Vor lauter Rührung stammelte und schluchzte die Beauty, als sie 1998 mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin für "Shakespeare in Love" geehrt wurde. Ebenso tränenreich und ausufernd ging es bei ihren Kolleginnen Anne Hathaway ("Les Misérables", 2013) und Halle Berry ("Monster’s Ball" 2002) zu. Wobei sich letztere tatsächlich so unglaublich geehrt fühlte, dass sie sich sage und schreibe 32 Mal bedankte. 

All diese schönen, menschlichen Szenen gehören nun wohl der Vergangenheit an, denn: Die Produzenten der Oscars 2016 halten alle Nominierte dazu an, sich vorher zu überlegen, welche Namen in ihrer Dankesrede fallen sollen und welche nicht. Produzent David Hill hat dafür eine ziemlich pragmatische Erklärung: 

Wie sie sich sicher vorstellen können, wollen wir niemanden bloßstellen. Aber es gibt eine lange Liste von Gewinnern, die (während der Rede) ihre Regisseure, Ehemänner, Ehefrauen, ihre Kinder und Tiere völlig vergessen haben,

zitiert der britische "Independent" den kreativen Kopf hinter der Preisverleihung. Ob auch andere Gründe in diese extreme Beschneidung der Dankesreden mit reinspielt? Immerhin herrschen seit Verkündung der Nominierten erbitterte Diskussionen, gar Boykott-Aufrufe wegen der Tatsache, dass kein dunkelhäutiger Filmschaffender für den Goldjungen nominiert wurde. 

Knappe Ansage statt emotionaler Worte

Um den vermeintlichen psychischen Druck von den Schultern der Oscar-Gewinner zu nehmen, soll die Danksagungs-Liste auf einem Bildschirm im Dolby Theatre angezeigt werden. 

Lediglich 45 Sekunden bleiben den glücklichen Preisträgern dann, um dem wichtigsten Preis der Filmbranche zu huldigen. Ein Tränenausbruch á la Gwyneth Paltrow ist dann also kaum noch drin ... 

Seht hier ein Video zum Thema: