Queen erstmals seit 68 Jahren nicht in Ascot dabei

Wegen Corona Krise ohne Zuschauer

Bereits im Jahr 1711 rief Königin Anne das Royal Ascot in Leben. Der Grund dafür lag darin, die schnellstens Pferde für den Krieg auszuwählen. Seit diesem Zeitpunkt finden die Rennen jährlich mit ca. 300.000 Gästen statt. Anlässlich des berühmten und bedeutsamen Rennens öffnen die UK-Wettshops auch in Corona Zeiten pünktlich und gerade noch rechtzeitig.

Ascot ohne die Queen

Dieses Jahr findet das legendäre Pferderennen in Ascot erstmalig wegen der Corona Krise ohne Zuschauer statt. Das allerdings hält ihren berühmtesten Fan dennoch nicht davon ab, dieser Veranstaltung die Treue zu halten. Doch erstmals seit der inzwischen 68 Jahre andauernden Regentschaft kann die Queen bei den Rennen nicht im Stadion dabei sein.

Das hält sie aber nicht davon, die fünftägige Veranstaltung dennoch mit Spannung zu verfolgen. Nur dieses Mal fiebert sie den Rennen dank des Fernsehens von Schloss Windsor aus mit ihren Favoriten.

Die Queen sagte vor der Eröffnung der Rennen in Ascot, dass es sich trotz der außergewöhnlichen Umstände um „eines der besten Sportereignisse Großbritanniens“ handeln würde. Sie ließ den unzähligen Rennprofis ihre besten Wünsche übermitteln.

Außerdem ließ sie in ihrem Grußwort verlauten, dass sich in diesem Jahr in Ascot vieles anders anfühlen würde, aber das Ascot dennoch eine der besten Sportveranstaltungen Großbritanniens und ein Höhepunkt im Rennkalender bleiben wird. Dies sei vor allem den tapferen Bemühungen der Organisatoren zu verdanken.

Royal Ascot, das Pferderennen und seine Traditionen

Westlich von London, im Süden von England gelegen, ist der Treffpunkt der absoluten Spitzenklasse ambitionierter Sportler und Rennpferde. Dieses einzigartige Treffen ist eng verbunden mit englischen Traditionen und der feinsten englischen Kultur. Hier gilt neben dem Rennsport auch das Motto „sehen und gesehen werden“. Hier finden sich aus diesem Grund auch die teuersten, edelsten und besonders schicken Outfits. Der Hut ist ein absolutes Muss und darf hier keinesfalls fehlen.

Der Hut ist mehr als einfach nur eine Kopfbedeckung

Die Engländer sind über alle Grenzen hinaus für ihre sowohl extravaganten als auch teilweise fragwürdigen Kopfbedeckungen bekannt. Damit es in Ascot nicht zu einem Fashion Desaster kommt, ist der Dresscode besonders bezüglich der Kopfbedeckung hier zwingend einzuhalten, darauf weisen die Veranstalter eindringlich hin. Zwar unterscheidet sich der Dresscode in den insgesamt drei unterschiedlichen Zuschauerbereichen, dennoch gilt für alle Bereiche gleichermaßen das Tragen von schicker und traditioneller Garderobe. Und die Kopfbedeckung ist für alle Bereiche obligatorisch. Für die Damenwelt gilt das Tragen von Hüten, für die Männerwelt sind Zylinder vorgeschrieben.

Der Hut galt als Accessoire des 20. Jahrhunderts. Heutzutage ist er hauptsächlich ein modischer Hingucker. Was den Hochadel betrifft, so gilt das Tragen von Hüten jedoch auf diversen Veranstaltungen wie zum Beispiel in Ascot als Pflicht.

Der Dresscode und seine Anpassungen

Jedes Jahr gibt es kleine Änderungen des Royal Ascot Style Guides. In der Moderne sind die Veranstalter hier bemüht, diesen Guide den aktuellen Modetrends anzupassen. Seit dem letzten Jahr sind nun auch Jumpsuits als offizielle Garderobe in den Style Guide aufgenommen worden. Ebenso ist es aber auch möglich, dass zunächst akzeptierte Garderobenrichtungen wieder zurückgenommen werden. So geschehen bei dem sogenannten Fascinator. Hierbei handelt es sich um einen festlichen Kopfschmuck aus Materialien wie Federn, Spitze oder Stoff, die meist mit einem Haarreif oder Kamm auf dem Kopf befestigt werden. Für die Besucher der königlichen Loge wurde das Tragen dieser Modelle im Jahr 2012 wieder untersagt. Hier gilt erneut die Pflicht des Tragens eines Hutes.

Die lange Tradition der „fliegenden“ Pferde

Eine der ältesten organisierten Sportarten der Menschheit ist auf jeden Fall der Pferdesport. Zurückverfolgen lassen sich diese Traditionen bis weit ins alte Griechenland, ebenso wie nach Babylonien und bis hin ins römische Reich und das alte Ägypten. Bereits 680 v. Chr. fand sich das erste datierte Pferderennen im antiken Griechenland bei den damaligen Olympischen Spielen. Dieses Rennen wurde als Wagenrennen ausgetragen.

Die Hintergründe für die im römischen Reich ausgetragenen Pferderennen hatten vordergründig wirtschaftliche und politische Hintergründe. Die Wettkämpfe wurden hier zwischen unterschiedlichen Rennställen ausgetragen und mobilisierten laut Überlieferung das gesamte Volk.

Die Royals unterliegen strengen Stilregeln

Ganz anders als in der Antike gilt besonders in Ascot ein strenges Reglement, an das sich auch die Royals penibel zu halten haben. Bei diesem mondäne VIP-Ereignis, das zu den bedeutendsten Events des Jahres zählt, wird ein knallharter Dresscode gefordert. Dadurch verbindet sich dies Event nicht nur mit Herzklopfen und Gänsehaut, sondern auch mit strengen Stilregeln und extravaganten Kopfbedeckungen.

Eine Legende besagt, dass der Dresscode auf Beau Brummell zurückzuführen sei. Bei Beau Brummell handelt es sich um den umjubelten Dandy Anfang des 19. Jahrhunderts.

Der Styleguide von Ascot wird jährlich von den Veranstaltern angepasst. Die strikten Vorgaben im Vorfeld sollen dafür Sorge tragen, dass das Erscheinungsbild der Gäste optimiert wird. Gerade für den Adel, der auf der Royal Tribüne Platz nehmen darf, gilt ein besonderer Dresscode, vor allem bezogen auf die Kopfbedeckungen.

So streng und penibel ist der Dresscode geregelt

Bei dem Dresscode, der in Ascot seine Gültigkeit hat, handelt es sich bei Weitem nicht über grobe Vorgaben, ganz im Gegenteil, hier gibt es im Detail sehr genaue Vorgaben, wie die Garderobe auszusehen hat und wie nicht.

Im elitärsten Zuschauerbereich auf dem Gelände von Ascot haben Frauen ein Kleid oder Ensemble zu tragen, das mindestens die Knie bedeckt. Auch für die Träger der Oberteile gibt es punktgenaue Vorschriften, so dürfen die Träger von Oberteilen eine Mindestbreite von 2,5 Zentimetern nicht unterschreiten. Untersagt ist damit das Tragen sowohl von trägerlosen Oberteilen ebenso wie das Tragen von Spaghetti-Tops oder auch von Halterneck-Oberteilen.

Zwar ist das Tragen von Hosenanzügen oder Jumpsuits inzwischen erlaubt, doch auch hier gilt ein strenges Reglement, denn sie müssen zum einen bodenlang und zum anderen einfarbig sein.

Noch strenger ist der Dresscode beim Tragen von Hüten geregelt. Hier darf ein Durchmesser von 10 Zentimeter nicht unterschreiten werden.

Auch die Herren unterliegen ähnlich strengen Regelungen. Sie dürfen wählen zwischen einem schwarzen oder einem grauen Cut. Ohne Krawatte und Weste gibt es keinen Einlass. Hinzu kommt natürlich noch die Pflicht des Tragens eines schwarzen oder grauen Zylinders. Ja und selbst die Farbe der Socken und Schuhe ist vorgeschrieben, die haben ausschließlich schwarz zu sein. Zusätzliche Details wie Schleifen oder Bänder sind nicht erlaubt.