#AktionArschloch: Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" stürmt die Charts!

Zeichen gegen Flüchtlingshass - auch die Band bekennt sich zu der Aktion

Rechtsextremismus nimmt immer weiter zu, vor allem in der derzeitigen Flüchtlingsdebatte kommt es immer wieder zu Beschimpfungen und Gewalt gegen Flüchtlinge. Dagegen will die nichtkommerzielle "Aktion Arschloch" nun vorgehen: Auf der Website wird dazu aufgerufen, den alten Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" wieder in die Charts zu katapultieren. Mit Erfolg!

Ärzte-Song soll ein Zeichen gegen Fremdenhass setzen 

Die schöne Idee, den Track aus dem Jahr 1993 wieder aufleben zu lassen, stammt von einem Musiklehrer aus Niedersachen. Wie der "Tagesspiegel" berichtete, sei dies die Reaktion auf den zunehmenden Hass gegen Flüchtlinge und die Anschläge auf Heime, wie beispielsweise in Heidenau oder Meißen. So erklärte der Initiator Gerhard Torges aus Georgsmarienhütte dem "Tagesspiegel":

Ich möchte einfach ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit setzen. Ich möchte das Thema stärker in die Medien bringen. Das Lied der Ärzte hat es schon einmal geschafft, ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen - vielleicht kann es erneut das Denken und das Verständnis der Menschen ändern und etwas bewegen.

Damals schrieben die "Ärzte" den Song als Reaktion auf die rechtsextremen Übergriffe auf Ausländer, welche vor allem in Rostock und Hoyerswerda Überhand nahmen.

Platz 1 der Download-Charts!

Mittlerweile hat die Initiative eine eigene Homepage sowie einen Facebook- und Twitter-Auftritt. Dort wird dazu aufgerufen, "Schrei nach Liebe" bei gängigen Anbietern wie iTunes, Amazon oder Google Play zu kaufen, es bei Streaming-Diensten zu hören und es sich in Radiosendern sowie in Clubs zu wünschen.

Twitter verbreitet sich die Idee zudem als Trending-Thema mit dem Hashtag #AktionArschloch. Schon nach wenigen Tagen hat die Aktionen Erfolg: Am Donnerstag hatte "Schrei nach Liebe" Platz eins der iTunes-Single-Charts erreicht - und auch bei Google Play rangierte der Song auf dem ersten Platz. Am Freitagmorgen schaffte es der Titel auf Platz 1 der Download-Charts.

Die "Ärzte" spenden Erlös an Pro Asyl

Nun hat sich die Band selber zu Wort gemeldet. Auf ihrer Website heißt es:

Die Ärzte finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird. Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern.

Zudem erklären Bela, Farin und Rod, dass sie an der Aktion nichts verdienen und das Geld an die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl spenden wollen. Tolle Sache!

Seht hier das Video: