Corona: Lockdown-Schock - "Mein Mann ist ein Albtraum"

Corona: Lockdown-Schock - "Mein Mann ist ein Albtraum" - Persönliche Geschichte

Sie dachte, sie kennt ihren Göttergatten in- und auswendig. Von wegen! Im Homeoffice merkte Mareike plötzlich, was für ein fieser Kerl ihr Mann bei der Arbeit wirklich ist.

Lockdown-Offenbarung: So hat sie ihren Mann noch nie gesehen

Eigentlich hatte ich mich ja irgendwie aufs Homeoffice gefreut. Besonders die Tatsache, dass mein Mann und ich uns unter der Woche künftig nicht nur zum schnellen Frühstück und völlig fertig vom Tag zum Abendessen sehen würden, fand ich sehr verlockend. Zumal Frank erfahrungsgemäß gern mal etwas später aus dem Büro kommt.

Als wir im ersten Lockdown plötzlich von zu Hause aus arbeiten mussten, war ich auch zunächst angenehm überrascht, wie gut sich das alles einrichten ließ. Da unsere Wohnung zum Glück groß genug ist, konnten wir zwei Arbeitsplätze in unterschiedlichen Zimmern einrichten, die mehr als provisorisch waren. Schließlich bekommt man durch einen Achtstundentag am Küchentisch und das dazugehörige auf- und abbauen der Arbeitssachen nicht nur schlechte Laune, sondern auch schnell "Rücken" – darüber haben sich schon einige Kollegen und Freundinnen beschwert.

Die gute Laune wurde mir nach ein paar Tagen zwar auch verhagelt, aber auf den Grund wäre ich vorher nie gekommen: Mein Göttergatte, der privat quasi die Freundlichkeit in Person ist, offenbarte Seiten an sich, die ich bis dahin nicht kannte. Keine schönen, wohlgemerkt. Frank ist Bereichsleiter bei einem großen Versandhändler und ich hatte mir immer vorgestellt, dass er seine Leute mit Umsicht, Humor und viel Verständnis behandelt. Falsch gedacht!

Corona-Pandemie: Schock im Lockdown

Die erste Video-Konferenz, die ich mitbekam und bei der er viel zu ruppig wurde, hielt ich noch für einen Ausrutscher – ich schob seinen aggressiven, gereizten Ton auf die ungewohnte neue Art des Arbeitens. Dass es bei ihm offenbar ganz normal war, merkte ich jedoch schnell. Jeden Tag schnauzte er seine Kollegen an. Es war der Teufel los, wenn einer "mal wieder Mist gebaut" hatte, wie er es ausdrückte. Ihm zufolge hatte er es nur mit "Idioten" zu tun, die "nichts können", die seine Anweisungen "dreist ignorieren" und im Homeoffice "ständig mehr oder weniger heimlich die Füße hochlegen".

Bei dem Gedanken so einen Chef zu haben, wurde mir ganz übel. Dass sich Frank tagtäglich in einen komplett anderen Menschen verwandelte, hätte ich niemals für möglich gehalten. Ein paar Tage ertrug ich das Ganze kommentarlos. Dann sprach ich ihn auf sein Verhalten an, aber er reagierte verständnislos: "Du verstehst das nicht. Das muss so sein" war alles, was er sagte. Allerdings habe ich hin und wieder den Eindruck, dass er sich etwas mehr Mühe gibt. Vielleicht täusche ich mich auch. Mittlerweile schließe ich die Tür und setze Kopfhörer auf, wenn ich merke, dass es gleich wieder überkocht. Sein schreckliches Verhalten bei der Arbeit durch gutes Zureden zu ändern, klappte nicht. Deshalb wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass es keinen dritten Lockdown geben wird …

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Text aus der aktuellen IN-Printausgabe

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