Lena Dunham & "Girls"-Stars: starkes Video-Statement für Vergewaltigungs-Opfer

Eine 23-Jährige war bewusstlos missbraucht worden - ihr Peiniger kam mit einer milden Strafe davon

Während der Fall Gina-Lisa Lohfink, 29, hierzulande die Gemüter erhitzt, sorgt in den USA der Fall einer vergewaltigten Studentin an der Elite-Uni Stanford landesweit für Bestürzung: Der Täter kam trotz Zeugen und eindeutiger Beweise mit einer milden Strafe von sechs Monaten davon. Nun haben sich Lena Dunham, 30, und die Co-Stars von "Girls" in einem Video mit der Frau solidarisiert - und mehr Zivilcourage für die Opfer sexuellen Missbrauchs gefordert.

"Du kennst mich nicht, aber du warst in mir"

Das Video widmet Lena Dunham via Twitter der vergewaltigten Stanford-Studentin:

Ich widme dies hier der tapferen Überlebenden des Stanford-Falls, die so viel gegeben hat, um die Diskussion zu ändern.

"Du kennst mich nicht, aber du warst in mir", hatte die Frau eine Anklage an den Täter begonnen, die sie vor Gericht verlas (von "Buzzfeed" in ganzer Länge veröffentlicht) und auf die sich Dunham bezieht. Dann schilderte sie die entwürdigenden Folgen der Tat, unter der sie noch ein Jahr später jeden Tag leide. "Ich bin ein menschliches Wesen, das unwiederbringlich verletzt wurde", heißt es darin unter anderem.

Lena Dunham und die "Girls": zuhören, unterstützen, handeln

Dunham sowie Allison Williams, Jemima Kirke und Zosia Mamet haben in dem Clip eine Botschaft: Sie fordern einen veränderten Umgang mit sexueller Gewalt in der Gesellschaft. Die Schauspielerinnen appellieren, den Opfern von Vergewaltigungen beizustehen und sie zu einer Anzeige gegen den Täter zu ermutigen, statt sie - ähnlich wie im Fall Gina-Lisa Lohfink - in Frage zu stellen. Eine Vergewaltigung sei mit nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.

Warum reagieren wir als Gesellschaft auf sexuellen Missbrauch "mit Unglauben, Schweigen und Beschämungen?", fragen Dunham und ihre Kolleginnen. Die "Girls" fordern - barfuß und händehaltend - "zuhören, unterstützen, handeln." Und zwar nicht, "weil sie jemandes Tochter ist, jemandes Freundin oder jemandes Schwester." Sondern: "Weil sie jemand ist." 

Bewusstloses Opfer nach Party vergewaltigt

Die 23-jährige Stanford-Studentin war im vergangenen Jahr von Brock Turner, einem 20-jährigen ehemaligen Sportler der Universität, nach einer Party einer Studentenverbindung vergewaltigt worden. Zwei Uni-Absolventen, die mit ihren Fahrrädern vorbeifuhren, hatten bemerkt, wie sich Turner hinter einem Müllcontainer an der bewusstlosen Frau vergangen hatte. Erst drei Stunden nach dem Überfall kam die 23-Jährige im Krankenhaus wieder zu sich. Turner hatte angegeben, wie das Opfer während der Tat stark betrunken gewesen zu sein. Der bislang straffreie Täter kam mit 6 Monaten Gefängnis davon - wovon er vermutlich nur die Hälfte absitzen muss.

Seht hier das Video: