Regensburger Domspatzen: So groß war das Leid der Kinder

Es galt als Privileg bei dem Knabenchor zu singen, doch die Jungen litten

Früher war es eine unglaubliche Ehre bei den Regensburger Domspatzen singen zu dürfen. Doch 2010 eröffnet sich ein Skandal, der den Knabenchor in ein ganz anderes Licht rückt. Die Kinder, die dort auch zur Schule gingen wurden einer unfassbaren Gewalt ausgesetzt.

Seit 1945 wurden 500 Jungen der Regensburger Domspatzen zu Opfern von körperlicher, 67 sogar von sexueller Gewalt. Dies bestätigt jetzt der Untersuchungsbericht, der den 2010 öffentlich gewordenen Skandal um den Knabenchor untersucht. Wie grauenvoll das Leben bei den Domspatzen gewesen sein muss, machen auch mehrere Aussagen von Opfern deutlich.

Ein System aus Terror und Angst

"Lassen Sie mich von meiner ersten Nacht bei den Domspatzen erzählen, meiner Einführung in das System des Terrors und der Angst ", so beginnt eine der schrecklichen Erzählungen. Die Berichte haben allesamt eines gemeinsam: Gewalt. Die Zeit bei den Regensburger Domspatzen sei die schlimmste ihres Lebens gewesen. Strafen gab es nicht nur, wenn man nachts sprach, sondern auch wenn man unerlaubterweise Wasser trank oder der Musikunterricht strengstens überwacht, eigenes Spielzeug gab es für die Kinder nicht. Der Aufenthalt wird nicht selten auch als "Hölle" bezeichnet.

"Holt mich gleich ab, das wäre mein Geburtstagswunsch"

Besonders berührend ist auch ein Brief, der in dem Untersuchungsbericht auftaucht. Diesen schrieb ein kleiner Junge zwischen 1967 und 1969 an seine Eltern. Im Bericht wird er als "Heimwehbrief" geführt:

Bitte, bitte, schickt mir kein Päckchen, ich möchte so, so, so gerne nach Hause. Holt mich gleich ab, wenn ihr den Brief gelesen habt und holt mich beim Direktor ab, das wäre mein Geburtstagswunsch, aber vergesst den Koffer nicht. Ich muss immer, immer weinen. 

 Auf über 425 Seiten untersucht der Bericht genauestens, was passiert ist und wie es dazu kommen konnte. Mittlerweile soll laut dem Bericht bei den Regensburger Domspatzen aber ein anderer Wind wehen, frei von Gewalt.

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