Tod im Affenhaus: Grauenvolle Details enthüllt

Im Krefelder Zoo starben in der Silvesternacht etliche Tiere durch ein Feuer

Es war die Horror-Nachricht im neuen Jahr: Bei einem Brand im Krefelder Zoo wurden in der Silvesternacht über 30 Tiere im Affenhaus getötet. Nach und nach kommen immer mehr grauenvolle Details über das verheerende Feuer ans Licht.

Inferno im Krefelder Affenhaus

So hätte das neue Jahr nicht anfangen dürfen: Das Affenhaus im Krefelder Zoo ist in der Neujahrsnacht durch ein Feuer vollständig niedergebrannt. Fast alle Tiere, darunter Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans, kleinere Affen, Flughunde und etliche Vögel verendeten in den Flammen. Nur zwei Schimpansen konnten lebend geborgen werden. Laut Karin Kretzer, Sprecherin des Krefelder Zoos, gehe es ihnen den Umständen entsprechend gut.

Schnell wurde darüber spekuliert, ob möglicherweise Feuerwerkskörper der Grund für das furchtbare Ereignis gewesen sein könnten. Doch jetzt, nur einen Tag nach der Katastrophe, scheint die Ursache für den Brand bereits festzustehen. Wie Gerd Hoppermann von der Krefelder Kriminalpolizei auf einer Pressekonferenz bestätigte, haben sich die mutmaßlichen Verursacher selbst gestellt.

Verbotene Himmelslaternen lösten Brand aus - 3 Frauen stellen sich der Polizei

Es soll sich um drei Frauen, eine Mutter und ihre beiden Töchter, im Alter von dreißig bis sechzig Jahren handeln. Laut Oberstaatsanwalt Jan Frobel hätten sie in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen steigen lassen, nachdem sie diese mit Neujahrswünschen beschriftet hatten. Eine dieser Laternen habe das verheerende Feuer mit großer Wahrscheinlichkeit ausgelöst, heißt es weiter.

Besonders dramatisch: Die Himmelslaternen, auch Kong-Ming-Laterne genannt, sind in Deutschland seit Jahren streng verboten, weil durch sie eine erhebliche Brandgefahr ausgeht. Da es sich bei den Laternen um Lampions aus Papier und Bambus handelt, können sie durch Wind in der Luft Feuer fangen und werden so schnell zum Risiko für Gebäude oder Bäume. So, wie es offenbar auch in Krefeld passiert sein könnte. Laut Hoppermann hätten die Tatverdächtigen nicht gewusst, dass die Laternen illegal sind:

Die Menschen haben die Himmelslaternen im Internet gekauft und wollten sie mit guten Wünschen steigen lassen.

Wie Kartin Kretzer von der Krefelder Polizei erklärt, stünden die drei Frauen unter Schock und zeigten große Reue.

Welche Strafe droht den Verantwortlichen?

Mittlerweile sind die Frauen wieder auf freiem Fuß, müssen sich aber der fahrlässigen Brandstiftung verantworten. Ihnen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

Große Trauer um verstorbene Tiere

Die Anteilnahme an der Tragödie ist dabei riesig: Menschen aus ganz Deutschland bekunden im Netz ihr Mitgefühl, etliche Spenden kamen bereits zusammen. Noch in der Silvesternacht hielt der Zoo die Öffentlichkeit über seine "Facebook"-Seite auf dem Laufenden und schrieb unter anderem:

Wir bedanken uns für die zahlreichen Hilfsangebote, die uns bereits erreicht haben. Bitte habt Verständnis, dass wir noch unter Schock stehen und nicht genau sagen können, ob und wo wir Hilfe brauchen.

 

Menschen aus der Umgebung errichteten eine Gedenkstätte vor den Toren des Krefelder Zoos, etliche Kerzen sollen an die verendeten Tiere erinnern:

 

 

Grauenvolle Details: Gorilla musste erschossen werden

Wenige Wochen nach der Feuer-Katastrophe, zeigt ein Bericht, der dem Landtag Nordrhein-Westfalens vorgelegt wurde, die schlimmen Ausmaße. So musste ein schwer verletzter Gorilla am Neujahrsmorgen von Polizisten durch mehrere Schüsse mit einem Maschinengewehr getötet werden. Es sei den Tierärzten nicht gelungen, das Tier einzuschläfern, heißt es.

Aus Sicherheitsgründen hatten sich die Rettungskräfte schon vorher mit den Waffen ausgestattet, um verletzte und durch das Feuer panische Tiere zu stoppen. Am Neujahrsmorgen dann der Schock: Gegen 8 Uhr wurden zwei schwer verletzte Tiere gefunden. Während das Orang-Utan-Weibchen eingeschläfert werden musste, konnte das Gorilla-Männchen nur durch Erschießen von seinem Leid erlöst werden.

Der Bericht des Innenministeriums lässt nur erahnen, wie belastend der Einsatz für die Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die Mitarbeiter des Zoos gewesen sein muss,

erklärte Verena Schäffer, innenpolitische Sprecherin der Grünen.

Während und nach den Rettungsarbeiten sei den Einsatzkräften daher psychologische Hilfe angeboten worden.

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