Totgepeitschte Sarah H.: Kommt Axel G. mit drei Jahren Haft davon?

Prozess-Auftakt um "Schwer verliebt"-Kandidatin am 25. Januar

Am Mittwoch, 25. Januar 2017, startet der Strafprozess gegen Axel G. am Landgerichts Neubrandenburg. Der 51-Jährige soll Sarah H. im Sommer 2016 an ein Bett gefesselt und zu Tode gepeitscht haben. Die verweste Leiche fand die Polizei Wochen später im Haus des Angeklagten in Mecklenburg-Vorpommern. Doch der dringend Tatverdächtige könnte mit einer sehr geringen Haftstrafe davonkommen, da die Anklage wegen der schlechten Spurenlage nicht auf Mord, sondern lediglich auf Körperverletzung mit Todesfolge lautet. 

Sarah H. starb nach Peitschenhieben - kommt Axel G. mit drei Jahren Haft davon?

Wie das Landgericht Neubrandenburg jetzt bekannt gab, muss sich Axel G. ab dem 25. Januar wegen "Körperverletzung mit Todesfolge", nicht aber wegen Mordes, vor Gericht verantworten:

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wirft dem Angeschuldigten vor, im Sommer diesen Jahres – das genaue Datum lässt sich nicht bestimmen, folgt man der Anklage – in Alt Rehse eine Frau, seine damalige Lebensgefährtin, gefesselt und mit einer Peitsche so erheblich misshandelt zu haben, dass das Opfer an den Folgen der Misshandlungen verstorben ist. Der Täter soll dies allerdings nicht beabsichtigt haben. Die Anklage lautet deshalb auf Körperverletzung mit Todesfolge, § 227 StGB.

Folge: Axel G. könnte mit einer äußerst milden Strafe davonkommen: "Der Regelstrafrahmen dieser Vorschrift reicht von drei Jahren bis maximal 15 Jahren Freiheitsstrafe."

Am 9. August war die Leiche von Sarah H. im Haus ihres Lebensgefährten in Alt Rehse (Mecklenburgische Seenplatte) gefunden worden. Nur durch einen Zufall - weil Nachbarn sich über Lärmbelästigung von Axel G. beklagt hatten - war die stark verweste Frau entdeckt worden.

Ist "Reichsbürger" Axel G. schuldfähig?

Im Dorf galt Axel G. als Sonderling, es kam immer wieder zu Beschwerden und Polizeieinsätzen. Als sogenannter „Reichsbürger“ erkennt der 51-Jährige den deutschen Staat nicht an. Im Prozess muss nun auch geklärt werden, inwiefern Axel G. schuldfähig ist. Warum Sarah H. sterben musste und wie es dazu kam, wird womöglich nie aufgeklärt werden, denn der Angeklagte wird während des Prozesses offenbar schweigen.

Mein Mandant wird sich im Prozess nicht zu der Sache äußern,

so sein Anwalt Henning Köhler zur "Bild am Sonntag". „Wir prüfen, ob die polizeiliche Vernehmung rechtmäßig war.“

Das halbe Dorf will beim Prozess dabei sein

Wie der "Nordkurier" unter Berufung auf einen Gerichtssprecher berichtet, hat sich das halbe Dorf Alt Rehse zum Prozess angemeldet. Auch bundesweit sorgt der Fall seit Monaten für Aufsehen; nicht zuletzt deshalb, weil Sarah H.  seit ihrem Auftritt in der TV-Kuppelshow „Schwer verliebt“ (Sat.1) in die Schlagzeilen geraten war. Vor sechs Jahren war sie dort als Barbie-Liebhaberin portraitiert worden und hatte nach ihrer großen Liebe gesucht - vergeblich.