Prinz Andrews Rücktritt: Die dramatischen Hintergründe

Wer hält jetzt noch zu ihm?

Die Lage für Prinz Andrew, 59, spitzt sich immer mehr zu: Nach seinem Interview, in dem er über seine Verbindung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) sprach, legte er nun seine öffentlichen Aufgaben als Mitglied des britischen Königshauses nieder. Jetzt wurden die Hintergründe zu seinem Rücktritt bekannt.

Nach Epstein-Interview: Prinz Andrew tritt ab

War der Druck am Ende einfach zu groß? Seit geraumer Zeit steht Prinz Andrew öffentlich unter Beschuss, sogar das FBI soll gegen den 59-Jährigen ermitteln. Die Frage, die die Behörden beschäftigt: Welche Rolle spielt der britische Royal im Sex-Skandal um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich im August 2019 in seiner Gefängniszelle das Leben genommen haben soll?

Epstein wurde unter anderem sexueller Missbrauch sowie Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger vorgeworfen - und mittendrin ist ausgerechnet Prinz Andrew! Vor allem Hauptzeugin Virginia Giuffre belastet den Herzog von York schwer, denn sie behauptet, er habe sie vor Jahren mindestens dreimal zum Sex gezwungen.

 

 

Späte Reue

Nach dem widersprüchlichen, von der Öffentlichkeit vielfach kritisierten Interview, welches der Vater von Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, vor wenigen Tagen dem britischen TV-Sender BBC gab, scheint der Buckingham Palast jetzt endgültig die Reißleine zu ziehen, denn: Der 59-Jährige tritt von all seinen öffentlichen Aufgaben zurück, wie er in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gegeben hat:

Ich habe ihre Majestät gebeten, mich von meinen öffentlichen Aufgaben für absehbare Zeit zurückziehen zu dürfen und sie gab mir die Erlaubnis.

Weiter heißt es, er bereue seine Beziehung zu Jeffrey Epstein und sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. Außerdem wolle er die Behörden bei ihrer Aufklärungsarbeit unterstützen:

Natürlich bin ich bereit, bei Bedarf die zuständigen Strafverfolgungsbehörden bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Sein Selbstmord [Jeffrey Epstein, Anm. d. Red.] hat viele unbeantwortete Fragen hinterlassen, insbesondere für seine Opfer und ich habe tiefes Mitgefühl mit allen, die betroffen sind und sich nach einer Form von Abschluss sehnen.

Macht-Wort von der Queen

Doch freiwillig kam dieser überraschende Rücktritt offenbar nicht, denn wie verschiedene britische Medien, unter anderem "The Sun", berichten, habe vor allem Queen Elizabeth II. ein für alle Mal genug von den Eskapaden ihres Sohnes gehabt.

Die 97-Jährige soll Prinz Andrew in den Buckingham Palast zitiert haben, um mit ihm und Thronfolger Prinz Charles ein ernstes Krisengespräch zu führen. Die Monarchen sollen sich aufgrund von Andrews Verwicklung in den Sex-Skandal um die Zukunft der britischen Königsfamilie sorgen. Gemeinsam seien Mutter und Sohn zu dem Entschluss gelangt, dass der 59-Jährige das Königshaus nicht länger in der Öffentlichkeit repräsentieren könne.

Dabei hätte dieser drastische Schritt vielleicht vermieden werden können: Während er sich in seinem TV-Interview distanziert und wenig mitfühlend gab und dafür enorme Kritik erntete, sprach Prinz Andrew den Epstein-Opfern in der kleinlauten Pressemitteilung erstmals sein Mitgefühl aus. Deshalb sind sich etliche Kritiker sicher, dass es - hätte er sich schon vorher etwas sensibler gezeigt - nicht so weit hätte kommen müssen.

Wie geht es jetzt weiter?

Und auch die Angestellten des Prinzen müssen unter dessen Rücktritt leiden. Das Büro des 59-Jährigen im Buckingham Palast könnte zeitnah geräumt werden, was viele Kündigungen mit sich bringen würde. Unter anderem soll Andrews Sekretärin Amanda Thirks, die ihm zu dem fatalen BBC-Interview riet, ihren Job verlieren. Auch knapp 200 Wohltätigkeitsorganisationen, die der Royal unterstützt hatte, verlieren mit der Niederlegung seines Amtes ihren Schirmherren.

Den Todesstoß dürfte Prinz Andrew am Ende die Tatsache versetzt haben, dass etliche Investoren von verschiedenen Projekten des 59-Jährigen zurücktraten und sich von den britischen Royal abwandten. Um ihr Gesicht und das ihrer Familie zu wahren, musste die Queen also offensichtlich ein Opfer bringen.

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