Alles auf eine Karte: Warum Marius Borg Høiby im Berufungsprozess alles verlieren kann

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Statt in einer engen Gefängniszelle sitzt er mit elektronischer Fußfessel auf Skaugum – doch die Ruhe bei Marius Borg Høiby trügt gewaltig: Weil der Sohn von Mette-Marit im Februar 2027 in den Berufungsprozess zieht, wagt er ein brandgefährliches Alles-oder-Nichts-Spiel, das für ihn in einer echten Katastrophe enden könnte.

Marius Borg Høiby schaut ernst zur Seite
Warten auf den Schicksalstag: Marius Borg Høiby verbringt seine Untersuchungshaft auf dem Anwesen Skaugum, bevor im Februar der Prozess neu aufgerollt wird.© Getty Images

Marius Borg Høiby: Droht ihm jetzt eine noch längere Haftstrafe?

Sein Leben könnte schlimmer sein. Zwar befindet sich Marius Borg Høiby (29) juristisch gesehen in Untersuchungshaft - und wird nun auch vorerst nicht aus dieser entlassen. Doch diese Untersuchungshaft verbringt er immerhin auch recht angenehm mit einer Fußfessel auf dem feudalen Gut Skaugum - auch, wenn sein Anwalt von einer "schweren Zeit" für seinen Mandanten sprach.

Dass der Sohn von Königin Mette-Marit (53), der zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, noch nicht in einer engen Zelle sitzt, hat einen besonderen Grund: Marius hat Teile des Urteils angefochten, weshalb es noch nicht rechtskräftig ist. Am 9. Februar 2027 wird in Oslo sein Berufungsprozess beginnen. Das Verfahren könnte ein Befreiungsschlag sein – oder eine Katastrophe.

Sein Schicksal liegt bei sieben Richtern

Marius wird sein Schicksal in die Hände von zwei Berufs- und fünf Laienrichtern geben, die mit der Beweisaufnahme von vorn beginnen. Angefochten hat er nur die Schuldsprüche in zwei Fällen von Vergewaltigung. Zudem bestreitet er, seine Ex-Freundin Nora Haukland (29) misshandelt zu haben. Hier muss das Gericht also erneut die Beweislage prüfen.

Der Sohn von Mette-Marit geht aufs Ganze: Der Ausgang seiner Berufung ist völlig ungewiss

Was Marius Hoffnung macht: Für eine Verurteilung müssen mindestens fünf Richter stimmen, darunter einer der Berufsrichter. Die Hürden sind also hoch. Zugleich ist die Berufung ein riskanter Schachzug. Der junge Mann hat sein Anwaltsteam ausgetauscht, während Staatsanwalt Sturla Henriksbø (46) erneut die Anklage vertritt. Er kennt die Akten in- und auswendig - die Verteidigung muss sich erst sortieren. Auch hat der Staat nicht vor, mit Samthandschuhen in die zweite Runde zu gehen: Der Staatsanwalt fordert eine höhere Gefängnisstrafe für Marius, weil das Maximum im ersten Prozess nicht ausgeschöpft wurde. Wenn der Angeklagte Pech hat, könnte er am Ende noch länger hinter Gittern kommen. Und dann gäbe es keinen Ausweg mehr.

Nach aktuellem Stand wird der Prozess bis zum 5. März dauern. Rund vier Wochen wird Marius also zwischen Hoffen und Bangen zubringen: auch dies schon eine harte Strafe.

Dieser Artikel von Rupert Snowdon erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe von "7 Tage" - jede Woche neu am Kiosk!

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