König Haakon: Das wahre Vermächtnis seines Vaters Harald (†89)

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Norwegen verneigt sich vor einem großen Leben: Nach dem Tod von König Harald V. blickt das Land auf das bewegende Vermächtnis eines Monarchen zurück, der für Liebe, Unbeugsamkeit und Pflichtgefühl stand. Dieses Erbe ist nun der Kompass für seinen Nachfolger König Haakon VIII.

Haakon ist nun König von Norwegen: So prägt Vater Harald (†) die neue Ära weiterhin

"Der König ist tot, es lebe der König." Am Morgen des 28. August wurde dieser Satz für Haakon von Norwegen (53) traurige Realität. Die ganze Nacht hatte er am Bett seines sterbenden Vaters gewacht. Um 6.35 Uhr tat Harald V. seinen letzten Atemzug. Die ganze Last der Krone senkte sich auf das Haupt seines Sohnes, der nun den Königsnamen Haakon VIII. tragen wird. Das Ende ist ein Neuanfang - und gerade das ist so schwer.

Harald selbst wusste, was Abschied bedeutet. Mit drei Jahren musste er mit seiner Familie aus Norwegen fliehen, als die deutsche Wehrmacht das Land eroberte. Die Norweger winkten dem Sonderzug, der den Häschern der Nazis davoneilte, mit Flaggen nach. Nur knapp gelang die Flucht nach Schweden. Es war die schlimmste Krise der norwegischen Monarchie - doch sie überlebte. 1945 kehrte Harald mit seinen Eltern nach Oslo zurück. Das Trauma seiner Kindheit hatte ihn gelehrt, nie die Hoffnung aufzugeben.

Der König hat sein Versprechen gehalten

Das tat er auch in der Liebe nicht. Neun Jahre lang kämpfte der Prinz darum, die Bürgerliche Sonja Haraldsen (89) heiraten zu dürfen. Nur die Drohung, für immer unverheiratet zu bleiben, zwang seinen Vater Olav V. (†87) 1968 in die Knie.

1991 bestieg Harald V. den Thron. 35 Jahre lang regierte er mit Anstand, Würde - und auch Humor. Seinem Sohn hinterlässt er nicht nur den hohen Kredit, den er sich beim Volk verschaffte. Sein wahres Vermächtnis ist die Geschichte seines Lebens selbst: Es zeigt, dass auf die dunkelste Nacht ein neuer Morgen folgt. Daran kann sich Haakon halten, dessen Frau Mette-Marit (53) nach einer Lungentransplantation noch nicht wieder gesund ist. Tapfer bleiben!

Einst versprach Harald seinem Volk, "bis zum bitteren Ende" die Krone zu tragen. Nun verlässt er Norwegen zum letzten Mal, und wie 1940 winkten ihm die weinenden Norweger mit Flaggen nach. Das Ende ist in der Tat gekommen. Aber bitter war es nicht.

Dieser Artikel von S. B. erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe von "Die neue Frau" - jede Woche neu am Kiosk!

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