Queen Elizabeth II. (†96): Das hat es mit ihrer Beerdigung auf sich

Queen Elizabeth II. (†96): Das hat es mit ihrer Beerdigung auf sich

Queen Elizabeths II. (†96) Tod kam für manche durchaus überraschend. Die Pläne für die Zeit nach dem Tod der Königin allerdings stehen schon eine ganze Weile lang fest und wurden nun ein letztes Mal aktualisiert. Hier erfährst du, wie die Beerdigung der Königin abläuft und was es mit einem Staatsbegräbnis auf sich hat.

Queen Elizabeth II.: So machte sie ihrem Volk Mut

Queen Elizabeth II. war die am längsten amtierende Königin in der Geschichte der britischen Monarchie. 70 Jahre lang war sie Staatsoberhaupt, hat die Königsfamilie in dieser Zeit durch einige ihrer schwersten Krisen geführt. Stets besonnen und mit ruhiger Hand war sie auch für viele Menschen im Vereinigten Königreich ein Zeichen der Ruhe und der Beständigkeit.

Doch Königin Elisabeth II., wie sie auf Deutsch genannt wurde, konnte auch emphatisch sein und fand für ihr Volk oft die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Zu Beginn der Coronapandemie sagte sie etwa in einer Ansprache den inzwischen berühmten Satz: "Wir sollten Trost darin finden, dass, auch wenn wir möglicherweise noch viel ertragen müssen, bessere Tage zurückkommen werden: Wir werden wieder mit unseren Freunden zusammen sein, wir werden wieder mit unseren Familien zusammen sein, wir werden uns wieder treffen." Es ist wohl vor allem dieser Satz, der von der letzten Phase von Elizabeths Zeit als Königin in Erinnerung bleiben wird. 


Die Queen wurde von vielen Menschen auf der ganzen Welt sehr geschätzt, obwohl die Monarchie an sich als Institution in den vergangenen Jahren immer häufiger kritisiert wurde. In den Tagen nach dem Tod der Königin versammelten sich unzählige Menschen vor ihren Schlössern und an den Orten, an denen sie aufgebahrt war, um ihr noch einmal die letzte Ehre zu erweisen. Am 19. September wird die Königin in der St.-Georges-Kapelle in Windsor beerdigt. Queen Elizabeth II. bekommt ein Staatsbegräbnis, das nach einem speziellen Protokoll abläuft.

Queen Elizabeth II.: Das sind die Pläne für die Beerdigung

Queen Elizabeth II. wird in der St.-Georges-Kapelle in Windsor beerdigt, der Gottesdienst zum Staatsbegräbnis findet aber in der Westminster Abbey statt. 


Die Pläne für Queen Elizabeths II. Staatsbegräbnis stehen wohl schon lange fest. Ob die Königin dabei auch spezielle Wünsche geäußert hat, wie ihr verstorbener Ehemann Prinz Philip, der unbedingt in einem umgebauten Range Rover transportiert werden wollte, ist nicht bekannt. Doch das Protokoll, das für die Beerdigung der Königin in Kraft tritt, ist bis auf die Minute genau durchgeplant.

Am 19. September beginnen die Vorbereitungen für das Staatsbegräbnis schon recht früh. Ab 07.30 Uhr deutscher Zeit wird die Queen nicht mehr in der Westminster Hall aufgebahrt sein. Das Volk hat dann keine Möglichkeit mehr, sich noch einmal von der Königin zu verabschieden. Die Helfer, die sich um die Vorbereitungen kümmern, haben Zeitdruck.


Um 9 Uhr deutscher Zeit kommen die ersten Gäste in die Westminster Abbey. Erwartet werden Staatsoberhäupter aus aller Welt, Königsfamilien anderer Länder, die Genralgouverneure, die die direkten Vertreter der Queen in den Commonwealth-Staaten sind. Mitglieder des Parlaments und der Regierung, unter anderem Premierministerin Liz Truss und Vertreter der Kirche werden ebenfalls anwesend sein. 

Außerdem Kriegsveteranen, die mit dem Victoria Kreuz ausgezeichnet worden sind und wie schon beim Gedenkgottesdienst für Prinz Philip 2021 Mitglieder von Wohltätigkeitsorganisationen, bei denen die Queen die Schirmherrschaft hatte. 

Um 11.35 Uhr beginnt dann einer der wichtigsten Teile des Staatsbegräbnisses der Königin von Großbritannien: Der Sarg der Queen wird von der Westminster Hall zur Westminster Abbey gebracht. Das geschieht auf einer Geschützlafette (den Rädern einer Kanone) der Royal Navy, die von den Fußsoldaten der "Grenadier Guards" begleitet wird. Diese Tradition wurde bei der Beerdigung von Queen Victoria im Jahre 1901 begründet. Auch die Könige Edward VII., George V., George VI., der ehemalige Premierminister Winston Churchill und Lord Louis Mountbatten wurden so durch zu ihrer letzten Ruhestätte transportiert.

Oberbefehlshaber der Grenadier Guards war bis 2017 Prinz Philip, bevor das Amt an Prinz Andrew überging. Doch der Herzog von York verlor diesen Posten, als die Queen ihm Anfang 2022 all seine Schirmherrschaften und militärischen Ehrentitel entzog


Begleitet wird der Sarg der Queen von Pfeifern und Trommlern des schottischen und irischen Regiments, der Gurkhas-Brigade aus Nepal und der königlichen Luftwaffe. Insgesamt sollen etwa 200 Musiker an der Beerdigung der Queen mitwirken.


König Charles III. und andere Mitglieder der Königsfamilie werden hinter dem Sarg der Königin herlaufen. Begleitet werden sei dabei von Mitgliedern ihres Haushalts und aus dem Haushalt von Prinz William und Prinzessin Kate. 

Gegen kurz vor 12 Uhr unserer Zeit erreicht der Sarg mit dem Leichnam von Queen Elizabeth II. die Westminster Abbey. Er wird von der Geschützlafette genommen und von Sargträgern aus verschiedenen Regimenten in die Westminster Abbey getragen. Dort findet dann der Gottesdienst zum Staatsbegräbnis der Königin statt. 


Der Dekan von Westminster, David Hoyle, wird den Gottesdienst zum Tod der Königin leiten. Während des Gottesdienstes wird nicht nur Liz Truss, die neue britische Premierministerin, sondern auch Patricia Scotland Texte aus der Bibel vorlesen. Sie ist seit 2016 die Generalsekretärin des Commonwealth of Nations.

Um ca. 12.55 Uhr, zum Ende des Gottesdienstes hin, wird es zwei Schweigeminuten zu Ehren von Queen Elizabeth II. geben. Die werden nicht nur in der Kirche, sondern im ganzen Vereinigten Königreich abgehalten. Kurz darauf endet der Gottesdienst und die Nationalhymne wird gespielt. Der Sarg der toten Königin wird aus der Kirche gebracht und auf die Geschützlafette gelegt, damit er zum Wellingtontriumphbogen nahe der Hyde-Park-Corner gebracht werden kann. Hinter dem Sarg werden zunächst König Charles III., Queen Consort Camilla, der Prinz und die Prinzessin von Wales, sowie andere Mitglieder der Königsfamilie hergehen. Queen Consort Camilla, Prinzessin Kate, Herzogin Meghan und Gräfin Sophie werden mit Autos zum Wellingtontriumphbogen gebracht. Mitglieder des Militärs, sowie der Canadian Mounted Police und Vertreter des NHS werden währenddessen Spalier stehen.

Kurz vor 14 Uhr erreicht der Sarg dann den Wellington-Triumphbogen, wo er in einen Leichenwagen verfrachtet wird. König Charles III., Queen Consort Camilla, Prinz William, Prinzessin Kate und andere Mitglieder der Königsfamilie reisen per Auto nach Windsor, wo die Königin sich in den letzten Monaten vor ihrem Tod oft aufhielt. 

Gegen 16 Uhr deutscher Zeit wird der Wagen mit dem Leichnam der Queen auf dem Windsor-Anwesen erwartet. Er wird von Mitgliedern aus dem Haushalt der Königin begleitet, während die hochrangigen Royals im Auto hinterher gefahren werden. Auf den Stufen der St.-Georges-Kapelle wird das Cavalry Mounted Regiment Spalier stehen und die Schlossgarde von Windsor ihre Waffen präsentieren. 

Um 17 Uhr deutscher Zeit soll dann der Gottesdienst zur Beerdigung der Königin in der Kapelle beginnen. Der Sarg, in dem Queen Elizabeth II. ruht, wird den Gang der St.-Georges-Kapelle hinuntergetragen. Pfarrer David Connor, der Dekan von Windsor, übernimmt diesmal die Leitung des Gottesdienstes. Der Chor der St.-George’s Kapelle wird ebenfalls singen. 

Dann folgt ein Ritual, das besonderes emotional ist: Vor dem letzten Lied des Gottesdienstens werden die Imperial State Crown, das Zepter und der Reichsapfel von dem für die Kronjuwelen der Königin zuständigen Diener Mark Appleby vom Sarg der Queen genommen und an David Connor übergeben.

Am Ende des letzten Liedes steht für König Charles III. dann ein besonders schwerer Gang an. Er wird die Flagge der Queen’s Company der Grenadier Guards auf den Sarg von Queen Elizabeth II. legen. Gleichzeitig wird Andrew Parker, der Lord Chamberlain, also der leitende Beamte des Hofes, seinen Stab zerbrechen und ebenfalls auf den Sarg der toten Königin legen. Anschließend wird der Sarg der Queen in die Erde gelassen, während David Connor noch einmal alle Titel und Ehrentitel der Queen ausruft. Nach einem letzten Segen des Erzbischofs von Canterbury ertönt die Nationalhymne "God Save The King"

Ab 20.30 Uhr deutscher Zeit findet ein privater Gedenkgottesdienst für die Königsfamilie statt. David Connor wird auch diesen Gottesdienst leiten, bei dem König Charles III. und andere Mitglieder der Königsfamilie anwesend sind. Anschließend findet die Queen ihre letzte Ruhe nach dem Tod: Sie wird in der Kapelle begraben, zusammen mit Prinz Philip, dessen Sarg seit seiner Beerdigung in der Gruft auf sie gewartet hatte. Nun werden beide gemeinsam in die Familiengruft gelegt.

Queen Elizabeth II.: Die erste Monarchin mit Staatsbegräbnis? 

Staatsbegräbnisse werden oft mit hochrangigen Politikern und generell Mitgliedern des Königshauses verbunden. Doch nicht jeder Royal bekommt ein Staatsbegräbnis. Weder Prinz Philip, der im April 2021 starb, noch Prinzessin Diana hatten ein Staatsbegräbnis, denn eigentlich ist das nur für Monarchinnen und Monarchen vorgesehen.

Aber: Das Staatsbegräbnis und das zeremonielle Begräbnis, das Philip und Diana bekamen, unterscheiden sich nicht großartig voneinander. 
Typisch für ein Staatsbegräbnis ist, dass der Sarg des Königs oder der Königin auf einer Geschützlafette transportiert wird, den Mitglieder der Navy begleiten, anstatt dass er von Pferden gezogen wird. Außerdem gehören traditionell 21 Kanonenschüsse zu Ehren des verstorbenen Mitglieds der Königsfamilie hinzu. 

Obwohl das Staatsbegräbnis in der Königsfamilie nur den Monarchen vorbehalten ist, ist Queen Elizabeth II. nicht die erste Königin, die ein Staatsbegräbnis bekommt. Schon Queen Victoria, König Edward, König George V. und König George VI. hatten Staatsbegräbnisse. Abgesehen von Monarchen kann das britische Parlament theoretisch jedem britischen Bürger ein Staatsbegräbnis gewähren, sofern sie die Menschen als "besondere Person" ansehen. 

Das letzte Staatsbegräbnis Großbritanniens hatte Winston Churchill 1965. Damals war auch Queen Elizabeth II. anwesend. Vor ihm wurden bereits die Premierminister William Gladstone und Lord Palmerson auf diese Art und Weise beerdigt. Zwischen den Staatsbegräbnissen von Churchill und der Queen liegen also 52 Jahre - eine beeindruckende Zeit, die zeigt, wie lange Queen Elizabeths II. Zeit als Königin wirklich war und noch einmal in Erinnerung ruft, wie viele Politiker sie in dieser Zeit kommen und gehen sah. Einige davon werden ihr wohl auch bei ihrer Beerdigung die letzte Ehre erweisen. 

Verwendete Quellen: The Times, thecommonwealth.org, The Independent

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