Sommerzeit ist Hochzeitszeit

An welche Regeln sollten sich Gäste beim Dresscode halten?

Das Brautpaar steht im Mittelpunkt, dennoch sollten auch die Gäste passend gekleidet sein. Zu sexy sollte das Outfit nicht sein. Ein Bolero ist immer eine gute Idee.

Nicht nur Sofia Hellquist schritt dieses Jahr vor den Traualtar, auch viele Nicht-Promis geben sich im Sommer das Ja-Wort. Natürlich sind an diesem Tag alle Augen auf die Braut und vor allem auf ihr Kleid gerichtet, doch auch die Gäste stellen sich die Frage: Was soll ich nur anziehen? Gibt es Regeln für den Dresscode an Hochzeiten oder darf jeder anziehen was er will? Die besten Tipps, wie das perfekte Hochzeitsoutfit für jede Art von Hochzeit im Handumdrehen gefunden ist, folgt nun.

Dürfen die Gäste Weiß tragen?

Am Hochzeitstag steht selbstverständlich die Braut im Mittelpunkt des Geschehens und daran darf es auch keine Zweifel geben. Geht es traditionell zu, trägt die Braut ein weißes, creme- oder champagnerfarbenes Kleid. Dies bedeutet, dass die weiblichen Gäste kein weißes Kleid tragen dürfen, um der Braut nicht die Show zu stehlen. Pippa, die neben Kate ebenfalls in einem weißen Kleid zur Trauung Schritt, ist eine seltene Ausnahme und in diesem Fall war es auch der ausdrückliche Wunsch der Braut, dass ihre Schwester ein weißes Kleid trägt. Für alle anderen Gäste gilt aber: Weiß als Hochzeitsgast zu tragen, ist ein absolutes No-Go. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt auch von hellbeigen, hellrosa oder cremefarbenen Kleidern oder Kleidern mit weißen Streifen lieber die Finger.

 

Um was für eine Hochzeit handelt es sich?

Diese Frage ist die wohl wichtigste, denn das Outfit sollte stets zur Art der Feier passen. Findet die Feier auf einem Schloss oder im Ballsaal eines schicken Hotels statt, darf es gerne die große Ball-Robe sein. Handelt es sich um einen legere Gartenparty oder heiratet das Paar am Strand, sind leichte Sommerkleider eine gute Wahl. Grundsätzlich sollte das gewählte Kleid nicht schicker sein, als das der Braut. Trägt diese also ein knielanges und recht schlichtes Kleid, ist die bodenlange und über und über mit Pailletten besetzte Abendrobe vielleicht nicht die beste Wahl. Zudem können sich die Gäste vorab schon einmal über den Ablauf der Hochzeit erkundigen. Laufen zum Beispiel alle Gäste zusammen mit dem Brautpaar von der Kirche zur Hochzeitslocation und steht ihnen dabei ein längerer Fußmarsch über Kopfsteinpflaster bevor, ist von High-Heels mit Pfennigabsätzen beispielsweise besser abzusehen.

 

Soll das Kleid auf die Hochzeitsfarben abgestimmt sein?

Oft stehen Hochzeiten unter einem bestimmten Farbmotto, etwa Weiß und Rosa. Die Braut trägt dann meist Weiß und vielleicht ein Band in der anderen Farbe um die Hüften und ihre Brautjungfern kommen in Kleidern, welche zum Farbmotto passen. Sollte in der Einladung nicht explizit ein bestimmter Farb-Dresscode erbeten sein, ist es ratsam, die Braut erstmal zu fragen, ob es überhaupt erwünscht ist, sich an ihrem Farbschema zu orientieren. Vielleicht möchte sie ja gerade, dass die Gäste ganz unterschiedliche Farben tragen und nur sie und die Brautjungfern in den Hochzeitsfarben erscheinen.

 

Muss sich an den Dresscode gehalten werden?

Wenn sich das Brautpaar die Mühe gemacht hat, über einen Dresscode nachzudenken und diesen in die Einladung schreibt, dann sollten sich die Gäste auch daran halten. Zudem nimmt es ihnen die Entscheidung, wie schick das Outfit sein sollte, ab. Es kann außerdem sein, dass ein Kleiderwechsel zwischen Trauung und dem Abendprogramm vorgesehen ist, also dass Frauen von einem kurzen Kleid in ein langes Abendkleid schlüpfen oder, dass Männer den Anzug gegen den Smoking tauschen.

 

Ist das kleine Schwarze eine Alternative?

Das kleine Schwarze geht fast immer und überall, auf Hochzeiten jedoch nicht. Schwarz ist die Farbe der Trauer und diese ist auf einem erfreulichen Ereignis, wie einer Hochzeit, wirklich nicht sehr passend.  Gemusterte Stoffe, in denen Schwarz vorkommt, sind hingegen in Ordnung. Wer gern etwas Dunkles tragen möchte, kann sich für einen Braun-, Grün-, Blau- oder  Grauton entscheiden. Einzige Ausnahme: Die Braut wünschst ich eine Black and White Party, bei der alle Gäste in Schwarz erscheinen und nur sie und ihr Bräutigam Weiß tragen.

 

Darf es denn ein bisschen sexy sein?

Eine Hochzeit ist keine Party-Nacht im neuen angesagten Club, sondern meist eine elegante und klassische Veranstaltung. Die Gäste sollten also weder etwas zu kurzes, zu weit ausgeschnittenes oder zu enges tragen. Natürlich kann es am späten Abend auf der Tanzfläche heiß hergehen, dennoch sind ein kurzer Minirock und ein weit ausgeschnittenes Top fehl am Platz und würden sicher zumindest bei den Großeltern von Braut und Bräutigam großes Unverständnis auslösen. Dies bedeutet aber nicht, dass sich zur Hochzeit nicht vorteilhaft gekleidet werden darf, denn sexy bedeutet ja nicht automatisch, viel Haut zu zeigen. Sexy ist, wer seine Vorzüge gekonnt und stilvoll in Szene setzt. Wichtig ist dabei, den eigenen Figurtyp zu kennen und die Garderobe entsprechend zu wählen. Der X-Typ beispielsweise wirkt in gerafften Kleidern oder Wickelkleidern besonders sinnlich und dem O-Typ stehen schmeichelnde Schnitte am besten. Eine Übersicht der einzelnen Figurtypen sowie Tipps zur Auswahl der passenden Kleidung finden sich unter hse24.de.

 

Sind knallige Farben in Ordnung?

Knallige Farben sind grundsätzlich in Ordnung. So kann ein Sonnengelb oder auch ein Royal-Blau sehr elegant aussehen. Da jedoch, wie schon erwähnt, der Braut niemals die Show gestohlen werden darf, sollten Gäste von einem dramatischen Auftritt in Knallrot absehen.

 

Darf eine Hose getragen werden?

Jeans und Shorts sind für Hochzeitsgäste tabu. Diese Kleidungsstücke eigenen sich für den Alltag, jedoch nicht für besondere Feierlichkeiten und schon gar nicht für den wichtigsten Tag im Leben eines lieben Menschen. Wer sich in Kleidern oder Röcken allerdings unwohl fühlt, kann getrost zu einem schicken Hosenanzug greifen.

 

Welche Möglichkeiten gibt es, die Schultern in der Kirche schick zu bedecken?

Zum einen gehört es sich, nackte Schultern in der Kirche zu bedecken, etwa, wenn ein schulterfreies Kleid getragen wird. Zum anderen empfiehlt es sich aber auch aus dem Eigeninteresse heraus, denn selbst im Hochsommer kann es in der Kirche recht kühl sein und eine Trauzeremonie dauert gerne mal eine Stunde oder sogar etwas länger. Wer da nicht seine Begleitung um die Anzugjacke bitten möchte, sorgt lieber selbst vor. Die klassische Variante ist der weiche Pashmina-Schal, wer es etwas moderner mag, entscheidet sich für ein kleines Bolerojäckchen oder einen Shrug. Auf dem Blog von frau-liebstes.de findet sich eine Anleitung, wie so ein Shrug mit ein bisschen Näherfahrung auch ganz fix selbst geschneidert werden kann. Dies bietet sich immer dann an, wenn ein Shrug in einer ganz bestimmten Farbe gewünscht ist, den es online oder im Geschäft einfach nicht zu kaufen gibt.

 

Kann sich an den anderen Gästen orientiert werden?

Vorab einmal im Freundeskreis herumzufragen, was die anderen denn so tragen werden, ist nie eine schlechte Idee. So wird auch vermieden, dass man am Ende die Einzige ist, die ein langes elegantes Ballkleid trägt, während alle anderen in schlichten Cocktailkleidern erscheinen.

 

Ist es in Ordnung, das Standesamt-Kleid auch zum Ball zu tragen?

Manchmal häufen sich die Hochzeiten zwischen Mai und September dermaßen, dass sich selbst Gutverdiener nicht für jede Feier ein komplett neues Outfit zulegen möchten, geschweigen denn zwei verschiedene, also eins für das Standesamt und eins für die Party danach. Oder aber es mangelt einfach an der Zeit, ausgiebig shoppen zu gehen oder das Internet nach schönen Kleidern zu durchforsten. Da stellt sich die Frage, ob das Kleid, welches zur standesamtlichen Trauung getragen wurde, nicht auch einfach bei der abendlichen Feier zum Einsatz kommen kann. In diesem Fall fällt auch das zwischenzeitliche Umziehen weg, was den Stresslevel deutlich minimiert. Möglich ist dies, indem ein Kleid gewählt wird, was zwar formell genug für das Standesamt, beziehungsweise die Kirche ist, aber auch elegant genug für den späteren Ball. Ein schulterfreies Cocktailkleid ist hier ein guter Kompromiss. Während der Trauung wird es mit einem Bolerojäckchen und Ballerinas kombiniert und zur abendlichen Feier, wird das Jäckchen einfach abgelegt und die Ballerinas werden gegen hohe Hacken eingetauscht.