Lippenherpes: Woher kommen die unangenehmen Bläschen und wie verschwinden sie wieder?

Lippenherpes: Woher kommen die unangenehmen Bläschen und wie verschwinden sie wieder? - Alles was du darum wissen musst

Die meisten kennen die kleinen schmerzenden Fieberbläschen, die sich scheinbar aus dem Nichts an der Lippe bilden: Lippenherpes. Bist du selbst von den unschönen Bläschen betroffen, willst du sie sicherlich bloß so schnell wie möglich loswerden. Wie das gelingt, woher Lippenherpes kommt und warum Herpes manchmal sogar den Gang zum Arzt nötig macht, erfährst du hier. 

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Was ist Lippenherpes überhaupt? 

Lippenherpes kennen nicht nur Betroffene als unschöne und schmerzenden Bläschen, die sich plötzlich auf und an den Lippen bemerkbar machen. Lippenherpes (medizinisch auch Herpes labialis genannt) ist nämlich die am weitesten verbreitete Form von Herpes-Erkrankungen (Quelle).

Lippenherpes und die damit verbundenen Fieberbläschen sind dabei die Folge einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ I. Die Virusinfektion kann sich auch durch Bläschenbildung an Augen, Fingern, Rücken oder Gesäß bemerkbar machen. Allerdings ist die Bläschenbildung gerade im Mund-Nasenbereich besonders häufig.

Dabei besonders tückisch: Etwa 90 Prozent aller Erwachsenen tragen Antikörper gegen das für die schmerzenden, juckenden und nässenden Bläschen verantwortliche Herpes-simplex-Virus Typ 1 in sich. Das bedeutet, dass so gut wie jeder im Laufe seines Lebens schon einmal Kontakt mit dem Herpesvirus hatte. 

Allerdings bedeutet es nicht, dass jeder Erwachsene früher oder später auch unter Lippenherpes leidet. Vielmehr leiden viele Menschen, die das Virus in sich tragen, niemals unter juckendem Problem. Lediglich bei 30 bis 40 Prozent der mit dem Virus infizierten Personen bricht Lippenherpes aus – und wird dann allerdings oft zu einem wiederkehrenden Problem. 

So findet eine Herpes-Ansteckung statt

Damit Lippenherpes entsteht, ist in erster Linie eine sogenannte Primäransteckung mit dem Herpesvirus erforderlich. Ist die Primäransteckung erfolgt, kann es anschließend immer wieder zu einer Reaktivierung des Lippenherpes und damit zu einem erneuten Auftreten der lästigen Bläschen kommen. Primäransteckung und Reaktivierung haben dabei allerdings unterschiedliche Ursachen bzw. Voraussetzungen:

Die Primäransteckung

Unter der Primäransteckung ist die erstmalige Infektion mit dem Herpesvirus zu verstehen. Oft kommt es vor, dass die Ansteckung schon im Kindesalter erfolgt – erst einmal jedoch keine Krankheitssymptome auftreten. 

Die Übertragung der Herpesviren findet meist genauso wie auch die Übertragung etwa von Grippeviren statt. Das bedeutet, dass Infektionen größtenteils als Schmierinfektionen stattfinden. Das bedeutet, dass Viren etwa beim Teilen eines Glases, des Bestecks oder eines Handtuchs mit einer infizierten Person übertragen werden. Außerdem können Herpesviren aber auch bei sexuellem Kontakt oder per Tröpfcheninfektion (also beim Sprechen, Husten oder Niesen) übertragen werden.  

Die Reaktivierung 

Ist eine Infektion mit dem Herpesvirus einmal erfolgt, nisten sich die lästigen Viren oft im zentralen Nervensystem ein. Ist das der Fall, kann das Immunsystem sie nicht komplett ausschalten – die Viren bleiben also im Körper und können jederzeit „reaktiviert“ werden. Kommt es zu einer Reaktivierung, bricht der Lippenherpes – oft nach Wochen oder sogar Jahren – erneut aus.

Oft scheint es dabei so, als würde der Herpesausbruch anlasslos und „aus dem Nichts“ kommen. In Wirklichkeit ist es jedoch meist so, dass bestimmte äußere oder innere Einflüsse für eine Reaktivierung und einen erneuten Herpesausbruch sorgen. Zu den möglicherweise ursächlichen Einflüssen zählen dabei:

·        Fieber oder Infektionskrankheiten 

·        Sonnenbaden und intensive Sonnenbestrahlung der Haut

·        Stress, Ängste oder andere psychische Belastungen

·        Hormonelle Umstellungen, insbesondere während Schwangerschaft, Menstruation oder während der Wechseljahre

·        Gesichtsbehandlungen wie Laserbehandlungen, Peelings oder Needling 

·        Krebserkrankungen

·        Die Einnahme bestimmter, das Immunsystem unterdrückender Medikamente

Diese Maßnahmen helfen gegen Lippenherpes

Treten die lästigen, juckenden Bläschen an den Lippen auf, wünschen sich Betroffene schnelle Hilfe. Das ist verständlich – leider lässt sich Lippenherpes aber nicht etwa allein durch Lippenpflege bekämpfen. Vielmehr ist es nötig, bereits bei ersten Anzeichen eines Herpesausbruchs auf eine geeignete Herpes-Creme zu setzen. 

Solche Cremes sind Medizinprodukte, die sowohl das unangenehme Brennen und Jucken im Zusammenhang mit Herpes als auch eine weitere Ausbreitung der Lippenherpesbläschen verhindern. Sie sind bei spezialisierten Händlern oder in der Apotheke erhältlich und helfen dabei, Lippenherpes schnell in den Griff zu bekommen. 

Zusätzlich zu speziellen Herpes-Cremes sind außerdem auch Hausmittel, die antimikrobiell wirken, dazu geeignet, Herpes-Symptome zu lindern. Passende Hausmittel sind dabei etwa Zinksalbe, Teebaumöl oder Honig. Allerdings wirken diese Mittel mehrheitlich weniger effektiv gegen Rötungen, Spannungsgefühl und Juckreiz als medizinische Cremes.

Wegen Lippenherpes zum Arzt?

Prinzipiell ist es nicht notwendig, beim Auftreten von Lippenherpes einen Arzt aufzusuchen. Vielmehr lassen sich die unangenehmen Bläschen mithilfe spezieller Cremes gut und schnell in den Griff bekommen. 

 Ein Arztbesuch aufgrund des Herpesausbruchs ist daher nur in wenigen Fällen nötig – dann jedoch unvermeidbar. Der Fall ist das, wenn

·        Der Herpesausbruch mit Fieber einhergeht

·        Sich Herpesbläschen auch direkt an den Augen bilden

·        Der Betroffene außerdem unter einer Erkrankung des Immunsystems oder Neurodermitis leidet oder aktuell eine Chemotherapie durchführen muss

·        Die Herpesausbrüche ungewöhnlich oft und schnell hintereinander auftreten

In diesen Fällen kann der Arzt durch die Verordnung verschreibungspflichtiger Medikamente oder Salben dabei helfen, den Lippenherpes schnell unter Kontrolle zu bekommen. 

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