Schminken trotz Hautkrankheit: Star-Visagist verrät seine Tricks

René Koch im Interview

Topmodel Cara Delevingne hat sie, Reality-TV-Star Kim Kardashian ebenfalls – und auch Schauspielerin Maren Gilzer, Dschungelkönigin von 2015, weiß ein Lied davon zu singen: Die Hautkrankheit Schuppenflechte verpasst dem vermeintlich perfekten Leben der Stars einen herben Makel. Die unschönen Hautveränderungen stören nicht nur, wenn man ständig im Fokus der Öffentlichkeit steht. Täglich versuchen zahllose Frauen, sich trotz Schuppenflechte wohl in ihrer Haut zu fühlen. Kosmetik-Experte René Koch kann ihnen dabei helfen.

Was du über Schuppenflechte wissen solltest

Schminken trotz Schuppenflechte? Viele Betroffene lassen lieber die Finger von Make-up, aus Angst, die Haut noch mehr zu reizen. Bei der chronisch-entzündlichen Hautkrankheit bilden sich immer wieder silbrig-weiße Schuppen auf der Haut, auch im Gesicht. Cremes helfen in der Regel, die Symptome einzudämmen. In schweren Fällen schaffen nur noch Biologika Abhilfe. Trotzdem kann es immer wieder zu den auffälligen Plaques kommen.

Interview mit Star-Visagist René Koch

Der Schönheitsexperte René Koch hat schon zahlreichen Frauen gezeigt, wie ihre Haut auch mit Schuppenflechte natürlich gut aussehen kann. Während er früher vorwiegend Promis geschminkt hat, berät er heute als Visagist in seinem Cosmetic & Camouflage Centrum in Berlin unterschiedlichste Kunden in Sachen Schönheit. Im Interview verrät er, wie sich die Hautkrankheit ganz einfach wegschminken lässt.


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Kann ich das Make-up direkt auf die geschuppte Haut aufbringen?

Nein, die Schuppen werden vorher entfernt. Dazu einfach mit Wasser angerührte Heilerde auftragen, trocknen lassen und sanft mit einem Lappen abwaschen. Nicht abrubbeln und auch kein Peeling verwenden! Danach kann man auf die gerötete Haut direkt Make-up auftragen.

Welches Make-up ist bei Schuppenflechte am besten?

Eine ultraleichte Camouflage, also ein haltbares, wasserfestes Make-up deckt ausreichend gut ab. Pflegende Stoffe wie Bisabolol, Vitamin E und gepresstes Avocado-Öl wirken entzündungshemmend, antibakteriell und hautberuhigend. Eine Creme-Camouflage ist besser als flüssiges Make-up – das rutscht auf angespannter Haut weg.

Wie soll ich die Camouflage auftragen?

Größere Hautflächen an der Stirn sind schnell mit einem Schwamm aus Schaumstoff abgedeckt. Für kleinere Stellen mit Schuppenflechte eignet sich ein Mikrofaserpinsel besser. Pinsel und Schwamm jedes Mal im Anschluss mit Kernseife waschen und gut ausspülen.

Was ist mit einer Grundierung, einem sogenannten Primer?

Davon rate ich ab, weil Primer fast immer Silikon enthalten. Das füllt zwar feine Linien und Poren auf, wirkt aber wie ein Tesafilm. Es verschließt die Poren und behindert den natürlichen Hautstoffwechsel.

Wie vermeide ich, dass mein Gesicht zur Maske wird?

Das Make-up nur auf kranke Hautstellen auftragen. Mit einer Farbpalette mit verschiedenen Farbabstufungen kann man den normalen Ton der gesunden Haut immer genau treffen und trotzdem der Tagessituation anpassen, etwa, wenn man gebräunt ist oder einen neuen Schub hat.

Kann ich Puder zum Fixieren verwenden?

Ja, am besten das ganze Gesicht abpudern. So lassen sich die Übergänge vom Make-up zur ungeschminkten Haut kaschieren. Aber nur Mineralpuder oder Fixierpuder benutzen, die die Haut schützen.