Til Schweiger im Flüchtlingstalk bei Maischberger: "Sie gehen mir auf den Sack!"

Mit Video: Der engagierte "Tatort"-Star attackierte CSU-Politiker Andreas Scheuer

Wohl kein anderes Thema sorgt momentan für so viele erhitzte Gemüter wie die Flüchtlingsdebatte. Ganz vorn und engagiert mit dabei ist Filmproduzent Til Schweiger, 51. Dass dem Schauspieler gerne mal der Kragen platzt, konnten wir ja schon bei Facebook mitverfolgen. Und am Dienstagabend, 18. August, war es wieder so weit. Im Talk bei "Menschen bei Maischberger" wetterte der Filmemacher dieses Mal gegen CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Was genau passiert ist:

Erhitzte Gemüter

Zwei prominente Gesichter tauchen immer wieder auf, wenn es um die viel diskutierte Flüchtlingsdiskussion in Deutschland geht. Zum Einen ist das Schauspieler Til Schweiger, der sich für die Belange der Flüchtlinge einsetzt und sogar den Bau eines Vorzeigeflüchtlingsheim plant. Zum Anderen die NDR-Journalistin Anja Reschke, die erst Anfang des Monats in den Tagesthemen klar Stellung zur Flüchtlingssituation bezogen hat.

Im "Maischberger"-Talk wird ziemlich schnell deutlich, dass die Zwei in Sachen Flüchtlingsfragen die gleiche Meinung vertreten. Reschke erzählt:

Da werden Menschen als Dreck bezeichnet – das ist plumper Hass und purer Rassismus. Wo ist denn da jemand von der Politik und sagt: Das wollen wir nicht! Das ist nicht das Land, für das ich Politik mache!

Und auch Til Schweiger unterstützt die Journalistin immer wieder mit klaren Worten: 

Wir sind eine Demokratie! Es gibt Meinungsäußerung, aber das ist verfassungsfeindlicher Fremdenhass.

Auch wenn der "Tatort"-Star sich am Anfang der Talk-Runde noch relativ ruhig verhält, merkt man im weiteren Verlauf immer mehr, wie es in ihm zu brodeln scheint. 

"Ich werde Sie beobachten, Herr Generalsekretär!"

Wie es ausieht, wenn Schweiger die Hutschnur platzt, musste dann CSU-Politiker Andreas Scheuer am eigenen Leib erfahren. Hintergrund ist die Tatenlosigkeit der deutschen Politiker, die bei Ausländerhetze, wie zuletzt vor einem Flüchtlingsheim in Freital, viel zu selten eingriffen, so Schweiger. „Ich werde Sie beobachten, Herr Generalsekretär, ob Sie sich demnächst mal mit Vehemenz gegen diesen Mob stellen!“, so der 51-Jährige eindringlich. Auch Reschke betont, dass Politiker eher bei Naturkatastrophen vor Ort seien als sich persönlich gegen Fremdenhass einzusetzen. Schweiger kritisiert das Versammlungsrecht, das seiner Meinung nach Verfassungsfeinde schütze:

Es ist nicht tolerierbar, dass ein Mob da steht, der die Menschen bedroht, die vor Krieg und Elend geflohen sind, die vergewaltigt wurden.

"Ich finde es so geil, dass Sie mich jetzt vorführen wollen"

Es müsse Geld vom Staat in die Hand genommen werden, um Flüchtlinge besser zu schützen und zu unterstützen - doch stattdessen würden mit der Griechenland-Hilfe letztendlich deutsche Banken gerettet: "Das ist doch das Verlogene an dem ganzen Ding!" Als Scheuer Schweiger wiederholt versucht ins Wort zu fallen, platzt diesem der Kragen:

Ach ey, Sie gehen mir auf den Sack - echt!

Andreas Scheuer holt zum Gegenschlag aus, indem er sich nach dem Vorankommen Schweigers Flüchtlingsheims in Osterrode erkundigt. Der kontert belustigt: "Ich finde es so geil, dass Sie mich jetzt vorführen wollen, mit Ihrem süffisanten Blick", um dann haarklein den Stand der Dinge zu erläutern. 

"Mein kleiner Ausraster tut mir leid"

Im weiteren Verlauf der Sendung entschuldigte sich der "Kokowääh"-Star allerdings bei dem CSU-Politiker: „Mein kleiner Ausraster eben tut mir leid. Dafür möchte ich mich entschuldigen.“

Der vierfache Vater ist nach einer Ohrfeige gegen Schauspiel-Kollegen Elyas M'Barek für seine verbalen Attacken auf Facebook bekannt. Auch wenn die Wortwahl ("ihr seid zum Kotzen!") oft etwas übers Ziel hinausschießt: Am gestrigen Abend hat er definitiv ein Zeichen für Flüchtlinge gesetzt

Seht hier das Video von Schweigers Verbal-Attacke bei Sandra Maischberger:

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