Kolumne von vany.schreibt: Serien Review: Warum jeder "Fleabag" gesehen haben sollte

Kolumne von vany.schreibt: Serien Review: Warum jeder "Fleabag" gesehen haben sollte

Bei ihr wird geroastet, analysiert und gelacht: Auf ihrem Instagram-Account "@vany.schreibt" beschäftigt sich Vany vor allem mit Reality-TV und anderen Unterhaltungsshows. Für uns schreibt sie jeden Freitag eine Kolumne über das, was euch die Woche aus der TV- und Medienwelt beschäftigt hat … Top-Thema diese Woche? Warum jeder die Serie "Fleabag" gesehen haben sollte!

© Imago, Vany.schreibt
In ihrer neuesten Kolumne widmet sich Vany, besser bekannt als "vany.schreibt", der Amazon-Serie "Fleabag" - und warum sie unbedingt jeder gesehen haben sollte!

"Fleabag": "Man das Gefühl, einer Freundin über die Schulter zu schauen, die versucht, ihr komplexes Leben geregelt zu bekommen"

Ich war letzte Woche in Lissabon auf dem Kalorama Festival und durfte die UK Indie Band Arctic Monkeys live spielen sehen. Es war toll! Aber wie das nach so einem Festival eben so ist: Man braucht auch den ein oder anderen gemütlichen Abend zu Hause, um wieder zu regenerieren. Und weil ich durch die britische Band total angefixt auf alles, was mit London, Brit-Kultur und derartigem zu tun hat, war, habe ich mir endlich die Serie "Fleabag" angeschaut. "Endlich", weil die Serie nun doch schon immerhin über 5 Jahre alt ist. Ich bin - wie immer - late to the party, aber das macht gar nichts: Die Serie ist ein einziges Meisterwerk. Egal, ob man so wie ich, sowieso auf britischen Humor steht, oder nicht.

Die Serie wäre ein bisschen wie ein modernes "Sex and the City" aus London, wenn es nur um Fleabags Männergeschichten gehen würde. Aber wie das im Leben einer Frau nun mal so ist, gibt es doch meistens mehr Baustellen als nur die Baustelle "Dating". Fleabag ist besagte Frau und die Protagonistin der Serie. Sie ist in ihren 30er, trauert um ihre kürzlich verstorbene beste Freundin, hat ziemlich gerne Sex, führt ein so lala laufendes Café und versucht irgendwie, mit ihrer Familie klarzukommen. Das mag nach ganz schön vielen Baustellen klingen … Und doch hat man das Gefühl eben – buchstäblich - einer Freundin über die Schulter zu schauen, die versucht, ihr komplexes Leben geregelt zu bekommen.

Das Besondere an der Show: Fleabag durchbricht in jeder Folge die 4. Wand. Das bedeutet, sie spricht den Zuschauenden direkt an und wir bekommen noch mehr das Gefühl, eine echte Verbindung zu Fleabag zu haben. Es gibt der Serie das gewisse Etwas. Keiner der Charaktere merkt etwas von Fleabags Gesprächen zu "uns". Niemand, bis auf eine Person … aber ich möchte ja nicht spoilern.

Fleabag geht auf jeden Fall in meine Top-5-Serien ein. Leider sieht die Autorin Phoebe Waller-Bridge (die übrigens Fleabag auch selbst spielt) keine dritte Staffel vor. Und so sehr ich mir eine Fortsetzung gewünscht hätte, so sehr kann ich das auch nachvollziehen. So schnell wir in die Handlung geworfen wurden, so abrupt endet sie. Und trotzdem ist es stimmig und wird den Charakteren gerecht. Die Geschichten sind zwar nicht auserzählt, aber vielleicht müssen sie das auch nicht sein. Vielleicht geht es viel mehr darum, einen kurzen Einblick in das Leben von Fleabag zu bekommen, in genau dieser Phase ihres Lebens und den Rest unserer eigenen Fantasie zu überlassen.  Ich sagte ja schon: Ein Meisterwerk. Zu sehen bei Amazon Prime.

Ihr wollt das nächste Thema von Vanys Kolumne mitbestimmen? Schaut ganz einfach auf ihrem Instagram-Account "vany.schreibt" in ihrer Story vorbei! Hier geht's lang!

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