Vergewaltigungsprozess - Freispruch für Karl Dall!

Der deutsche Entertainer erhält 48.000 Euro Schadensersatz

Großer Medienauflauf am Dienstagabend, 9. Dezember, vor dem Bezirksgericht Zürich-Limmat. Seit wenigen Minuten ist klar: Der deutsche Entertainer Karl Dall, 73, ist vom Vorwurf der Vergewaltigung einer Schweizer Journalistin freigesprochen worden. Er erhält ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Franken (ca. 8300 Euro) sowie eine Schadensersatz-Zahlung in Höhe von knapp 58.000 Franken (48.000 Euro).

Das Gericht kam am heutigen Tage zu dem Schluss, dass keine hinreichenden Beweise gegen den Komiker vorliegen, und folgte damit dem Antrag der Verteidigung. „Der Beschuldigte ist der Vergewaltigung und Nötigung nicht schuldig und wird freigesprochen“, so der Wortlaut des vorsitzenden Richters. 

Dall glaubte an "versteckte Kamera"

Der Vorwurf der Klägerin wog schwer. Laut Anklage soll der 73-Jährige im September 2013 eine Schweizer Journalistin vergewaltigt haben. Karl Dall beteuerte stets seine Unschuld. Im Interview mit Markus Lanz, 44, vor einem Jahr erzählte er, er habe eine versteckte Kamera vermutet, als er im November von der Polizei vorläufig festgenommen wurde. 

Als Wiedergutmachung soll Dall nun ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Franken (ca. 8300 Euro) sowie eine Schadensersatz-Zahlung in Höhe von knapp 58.000 Franken (48.000 Euro) erhalten. Das Urteil habe er laut Bericht der "Bild"-Zeitung ungerührt hingenommen. Während sein Anwalt Marc Engler während der Verkündung dauerhaft lächelte, habe er die Begründung des Richters aufmerksam verfolgt - jedoch ohne jegliche Gefühlsregung. 

Einige Zweifel bleiben

Dennoch hatte der Richter auch Zweifel an Dalls Schilderungen geäußert: "Ich möchte nicht verhehlen, dass die Aussagen von Herrn Dall nicht frei waren von Fantasie, aber sie waren besser", so hält er im Urteil fest. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Strafe von zwei Jahren haft auf Bewährung gefordert.