Wolfgang Joop lästert über verstorbenen Udo Jürgens

Modedesigner im Buch "Merci, Udo": "Altfrauenemotionalität am Acryl-Klavier"

Der Tod von Sänger-Legende Udo Jürgens (†80) kam so unverhofft, schockierte die ganze Nation. Doch während Fans, Freunde und die Familie noch um den Musiker trauern, findet Wolfgang Joop, 70, nur schlechte Worte. In einem Gastbeitrag für das Buch "Merci, Udo", das zu Ehren des verstorbenen Musikers geschrieben wurde, lässt Joop kaum ein gutes Haar an Jürgens. 

"All diese seltsamen Lieder"

1000 Kompositionen, 100 Millionen verkaufte Tonträger und mehr als 50 produzierte Alben: Udo Jürgens blickte auf eine sechzigjährige Musik-Karriere voller Erfolge zurück. Fans lieben seine Songs. Diese Freude kann Wolfgang Joop nicht teilen. Wie die "Bild" berichtet, lässt der Modedesigner in einem Gastbeitrag zum Buch "Merci, Udo" kaum ein gutes Haar an dem Verstorbenen. Und das, obwohl Reporter Paul Sahner das Buch zu Ehren von Udo Jürgens veröffentlicht. 

Ich finde die Heiligsprechung dieses Mannes ziemlich ruckartig. Ich habe ihn ein paarmal im Flugzeug getroffen, dann kam er immer auf mich zugestürzt, ich sollte ein Plattencover für ihn gestalten. Und er fragte nach Klamotten aus unserer ,JOOP!'-Herrenkollektion. Habe ich ihm dann auch geschickt. Mich hat seine Musik überhaupt nie berührt. Diese Bürgerthemen ,Griechischer Wein' und all diese seltsamen Lieder, auch ,Bitte mit Sahne', das sind ja alles Themen, die mir am Arsch vorbeigingen. Als ich das erste Mal sein ,Merci Chérie' hörte, dachte ich, ach, das ist ja furchtbar!

"Diese Altfrauenemotionalität"

Über die legendären Auftritte am Plexiglas-Flügel sagte der Juror von "Germany's next Topmodel": "Diese Altfrauenemotionalität, wenn er als Womanizer mit gefärbtem Haar an seinem Acryl-Klavier saß, entsetzlich. Ich habe einen Film über sein Leben gesehen. Der Film zeigte, dass er, als er seine erste Liebe hatte, sich überhaupt nicht in eine emotionale Gedankenwelt begeben wollte. Sie wollte Nähe und Treue, er lehnte das kaltschnäuzig ab. Und so einer knackt Millionen Frauenherzen, dachte ich, und konnte das nicht nachvollziehen."

Joop lässt das Lästern nicht

Im Moment teilt der Modeschöpfer gern aus, kürzlich sagte er über die Fashion Week in Berlin:

Es gab eine große avantgardistische Modeszene, ohne Sponsoren, aber mit ungebrochenem Idealismus - die Offline. Ich fand das so bewegend und kraftvoll! Vor allen Dingen hat sich Berlin mittlerweile aber auf die Seite sogenannter Investoren geschlagen. Und seitdem weiß man nie ganz genau, wem gehört jetzt eigentlich was und wer geht gerade mit welcher Vision baden. Es reicht nicht mehr aus, Berlin zu sein! Ich sehe die sogenannte Szene nicht. Die großen kreativen Zeiten, in denen hier aus Kacke Bonbon gemacht wurde, sind lange vorbei