Work & Travel

Ein Land auf besondere Weise erkunden

Die heutige Welt ist aufgrund der technischen Errungenschaften und auch der schnellen Mobilität um viele Abenteuer ärmer geworden. Noch vor wenigen hundert Jahren war es eine echte Herausforderung von einer Stadt zu der anderen zu reisen. Heute stellt dies dank Flugzeug, Auto, Bus und Bahn kein Problem mehr dar. Richtige Abenteuer müssen also gesucht werden. Viele junge Menschen können sich deshalb heute für Auslandsaufenthalte während oder vor dem Studium begeistern. Um Work & Travel ist mittlerweile ein echter Trend entstanden, dem immer mehr Menschen folgen. Doch was bedeutet das eigentlich genau und wie sollte man sich am besten auf einen solchen Auslandsaufenthalt vorbereiten?

Was bedeutet Work & Travel genau?

Der Name Work & Travel ist in gewisser Weise selbsterklärend. Es geht darum, ein neues Land zu erkunden und die Kosten währenddessen mit Gelegenheitsjobs zu decken. Ein solcher Auslandsaufenthalt ist also tatsächlich abenteuerlich, da die Reisenden nie ganz genau wissen, was sie eigentlich erwartet. Eine Work & Travel-Reise ist dabei immer als Rundreise zu sehen, bei der die Personen mehrere Orte aufsuchen und deshalb sogenanntes „Jobhopping“ betreiben.

Die Eckpunkte von Work & Travel im Überblick:

  • Eine Rundreise im gewünschten Land
  • Die Kosten werden durch Gelegenheitsjobs vor Ort gedeckt (Jobhopping)
  • Eine der abenteuerlichsten Formen des Reisens

Welche Vor- und Nachteile bringt Work & Travel mit sich?

Der größte Vorteil bei einem Work & Travel Aufenthalt liegt darin, dass der Reisende eine ganz andere Perspektive erhält. Als Touristen sehen wir oftmals nur die „Schokoladenseite“ eines Landes, besuchen Sehenswürdigkeiten und unternehmen hin und wieder einen Trip in die Natur. Doch ein Work & Travel Aufenthalt ermöglicht einen Einblick in die Arbeitswelt und die Mentalität eines Landes. Darüber hinaus ist der sprachliche Austausch viel intensiver, was die Sprachkenntnisse der Reisenden deutlich verbessert. Die freie Zeiteinteilung und Reisegestaltung sind ebenfalls Argumente, welche häufig für einen Work & Travel Aufenthalt angeführt werden.

Das abenteuerliche Reisen hat jedoch auch seine Schattenseiten. So lassen sich im Normalfall beispielsweise bei weitem nicht die kompletten Reisekosten durch Gelegenheitsjobs decken. Reisende benötigen also ein Finanzpolster und zudem ein gutes Organisationstalent. Darüber hinaus gibt es in vielen Ländern Einschränkungen bezüglich der Visa. Oftmals gelten diese nur bis zu einem Alter von 30-35 Jahren. Die fehlende Planungssicherheit stellt zudem ebenfalls ein Problem dar, welches zwar den Abenteuer-Faktor erhöht, aber auch die Entspannung auf der Reise mindert.

Vor- und Nachteile in Kürze:

(+) Besondere Einblicke in das Reiseland

(+) Intensiver sprachlicher Austausch

(+) Freie Zeiteinteilung

(+) Freie Reisegestaltung

(+) Es können leichter Freundschaften geschlossen werden

 

(-) Hohe Kosten werden nicht komplett durch Arbeit gedeckt

(-) Starkes Organisationstalent nötig

(-) Altersbegrenzungen für spezielle Visa

(-) Keine Planungssicherheit

Welche Länder sind für Work & Travel besonders geeignet?

Grundsätzlich wäre es möglich, in jedem Land neben einem normalen Urlaub auch Work & Travel-Optionen anzubieten. Leider scheitert dieser Gedanke an der Tatsache, dass nicht jedes Land entsprechende Visa ermöglicht. Nach Informationen auf studium-ratgeber.de können Reisende zwar für jedes Land ein Touristenvisum bekommen, jedoch ist es mit diesem nicht erlaubt, gegen Bezahlung im Reiseland zu arbeiten. Aus diesem Grund kommen für Work & Travel vor allem Staaten infrage, die eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  1. Es existiert Arbeitnehmerfreizügigkeit für deutsche Reisende
  2. Die Bundesregierung hat ein spezielles Abkommen mit dem Staat geschlossen
  3. Das jeweilige Land bietet von sich aus spezielle Visa an

Zu der ersten Gruppe gehören vor allem die EU-Staaten. Innerhalb der EU existiert die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Arbeitstechnisch betrachtet ist die EU damit also ein gesamter Arbeitsmarkt, auch wenn es sicherlich noch Hürden durch unterschiedliche Entlohnung und Sozialgesetze gibt.

Die zweite Gruppe von Staaten wird auf der Webseite des Auswärtigen Amtes benannt. Demnach hat Deutschland mit folgenden Staaten spezielle Work & Travel Abkommen geschlossen:

  • Australien
  • Neuseeland
  • Japan
  • Republik Korea
  • Taiwan
  • Hongkong
  • Israel (noch nicht wirksam)
  • Chile
  • Brasilien (noch nicht wirksam)

Die dritte Gruppe beinhaltet vor allem bekannte Work & Travel Länder wie die USA oder Kanada. Hier ist es jedoch wichtig, sich rechtzeitig um ein entsprechendes J1-Visum (USA) oder Working-Holiday-Visum (Kanada) zu bemühen, da die Zahl mitunter begrenzt ist.

Welche Vorbereitung ist für einen Work & Travel Aufenthalt notwendig?

Die Vorbereitungen auf ein Work & Travel Abenteuer sind mitunter recht aufwändig und können je nach Einzelfall mehrere Monate andauern. Die wichtigsten Schritte im Überblick:

  1. Passendes Visum beantragen

Dieser Schritt kann in bestimmten Fällen sehr nervenaufreibend ausfallen, da einige Länder die Anzahl der Visa deutlich begrenzen. Laut working-holiday-visum.de gibt Kanada beispielsweise nur ca. 4.000 solcher Visa pro Jahr aus. Da die Plätze hochbegehrt sind, ist also Eile geboten. Darüber hinaus verlangen einige Staaten finanzielle Rücklage von bis zu 5.000 Euro für die Erteilung des Visums, welches wiederum selbst Gebühren mit sich bringt. Zudem ist es wichtig, sich die Altersbeschränkungen genauer anzuschauen, da in manchen Staaten bereits nach Vollendung des 31. Lebensjahrs keine Work & Travel Visa mehr vergeben werden.

  1. Work & Travel in Eigenregie oder mit einer Organisation?

Interessenten sollten sich die Frage stellen, ob sie sich die komplette Planung eines Auslandsaufenthalts selbst zutrauen, oder ob sie die Hilfe einer entsprechenden Organisation in Anspruch nehmen möchten. Dies ist zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden, jedoch werden auf diesem Weg erste Kontakte deutlich einfacher und die Reisenden erhalten Hilfe bei der Planung aller wichtigen Schritte.

  1. Den Versicherungsschutz nicht außer Acht lassen

Gerade bei einem Work & Travel Aufenthalt außerhalb der EU ist es zudem sehr wichtig, den eigenen Versicherungsschutz unter die Lupe zu nehmen. Eine gültige Krankenversicherung ist dabei beispielsweise unerlässlich. Auf ergodirekt.de wird deshalb empfohlen, sich mit seiner Krankenversicherung über den Geltungsbereich zu verständigen. Dabei mache es laut den Versicherungsexperten durchaus einen Unterschied, ob der Auslandsaufenthalt innerhalb der EU stattfindet oder in anderen Ländern. Bei der Haftpflichtversicherung sieht dies wiederum entspannter aus, weil diese zumindest zeitlich begrenzt oftmals weltweit gilt. Die Fachleute bezeichnen zudem auch eine private Unfallversicherung als sehr sinnvoll.

  1. Ein passendes Girokonto nutzen

Heute verfügt fast jeder Student über ein eigenes Girokonto. Es kann jedoch ratsam sein, zusätzlich ein kostenfreies Girokonto abzuschließen, wenn dieses beispielsweise weltweit kostenfreie Barauszahlungen per Kreditkarte ermöglicht. Somit wäre die kostenfreie Versorgung mit Bargeld fast überall gesichert und es kommt nicht zu finanziellen Engpässen.

  1. Unterkünfte und Jobs checken

Gerade die Suche nach Gelegenheitsjobs wird im konkreten Fall meistens vor Ort passieren. Trotzdem kann es nicht schaden, sich das generelle Jobangebot einmal genauer anzuschauen. Welche Tätigkeiten sind für mich geeignet? Findet man in den gewünschten Bereichen schnell und unkompliziert einen Job? Wer sich bereits vorher Gedanken um diese Fragen gemacht hat, findet sich später leichter zurecht. In Bezug auf Unterkünfte kommt es immer auch auf das jeweilige Land an. In einigen Staaten lohnt sich jedoch bereits ein vorheriger Blick in die Angebote, um bereits eine erste Unterkunft nutzen zu können.

Fazit

Work & Travel ist eine nicht mehr ganz neue aber sehr angesagte Form des Reisens für junge Leute. Der Hauch von Abenteuer und Freiheit spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer also ein Land mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen möchte und sich entsprechend vorbereitet, kann mit seinem Work & Travel-Aufenthalt letztlich viel Spaß haben.