FC Chapecoense: Alan Ruschel wegen Platztauschs am Leben

Überlebender des Flugzeugabsturzes gibt bewegende Pressekonferenz

Dankt Gott für seine Genesung: Alan Ruschel mit seiner Familie im Krankenhaus Vor dem Stadion legten Fans von Chapecoense Blumen und Plakate nieder. Viele Fußballmannschaften zeigten ihren Respekt für den brasilianischen Club, indem sie vor Spielbeginn eine Schweigeminute einlegten. So auch die Spieler von Inter Mailand (links) und Bayern München.

Der Fußballer Alan Ruschel, 27, hat als einer von sechs Menschen den schrecklichen Flugzeugabsturz der brasilianischen Mannschaft Chapecoense überlebt. In einer Pressekonferenz erklärte er nun, dass dies an einem Platztausch lag. Er plant für die Zukunft, auch weiterhin Fußball zu spielen.

71 Tote, sechs Überlebende

Der Flugzeugabsturz, den 71 Menschen nicht überlebten, sorgte im November auf der ganzen Welt für Bestürzung. Der brasilianische Präsident ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Fast der gesamte Erstliga Fußballclub Chapecoense, 20 Journalisten und das Bordpersonal sind bei dem Absturz ums Leben gekommen. Unter den sechs Überlebenden waren drei Fußballer, ein Journalist und zwei Crew-Mitglieder.

Der überlebende Verteidiger Alan Ruschel sprach nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in einer Pressekonferenz über den Absturz und seine Zukunft.

Bewegender Auftritt von Alan Ruschel

Der 27-Jährige sagte den Journalisten, sichtlich bewegt:

Ich bin glücklich, wieder hier zu sein. Doch gleichzeitig bin ich traurig über die, die wir verloren haben.

Immer wieder gerät Alan Ruschel beim Reden ins Stocken, da die Erinnerung an sein Team zu schmerzhaft ist. An den Absturz selbst erinnere er sich nicht mehr. Ruschel hatte sprichwörtlich Glück im Unglück, denn nach einer Wirbelsäulenoperation wird er vermutlich wieder komplett genesen:

Man sagte mir, dass ich eine schwere Rückenverletzung hatte. Dass ich jetzt wieder gehen kann, ist ein Wunder. Das war Gott.

Platztausch in der Unglücksmaschine

Sein Überleben erklärt er mit einem Platztausch. Er sollte eigentlich weiter hinten im Flugzeug sitzen, doch einer der anderen überlebenden Spieler, der 24-jährige Jackson Follmann, überredete ihn, sich neben ihn nach vorne zu setzen. Das rettete Ruschels Leben, denn aus dem hinteren Bereich des Flugzeuges hat niemand überlebt. Der Abwehrspieler sei nun glücklich, neben seiner Frau schlafen und seine Mutter in den Arm nehmen zu können.

Ruschel plant, in acht Monaten wieder auf dem Rasen zu stehen und für seinen Club weiter Fußball zu spielen.

Seht hier seinen rührenden Auftritt bei der Pressekonferenz: