
Günther Kaufmann: Er wollte seine große Liebe schützen
Er spielte wohl die Rolle seines Lebens! Am 27. November 2002 wurde Günther Kaufmann (†64) wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft verurteilt. Doch wie sich herausstellen sollte, hatte der beliebte Fernsehstar mit der Tat gar nichts zu tun. Mit einem falschen Geständnis wollte er seine große Liebe Alexandra (†39) schützen – denn die war wirklich in die zum Prozess gebrachten kriminellen Machenschaften verwickelt. Sie war es, die den Überfall auf Hartmut Hagen (†60) in Auftrag gab.
Günther Kaufmann: Er rückte ins Visier der Ermittlungen
Am Abend des 1. Februar 2001 wurde der in seiner Wohnung im Münchner Stadtteil Großhadern von drei Männern überwältigt und starb. Am nächsten Tag entdeckte Günther Kaufmann die Leiche seines Steuerberaters und Freundes. Eigentlich hatte er einen Termin in Hagens Büro mit ihm, doch als der nicht auftauchte, fuhr Kaufmann zu ihm nach Hause. Um kurz nach 17 Uhr verständigte der Schauspieler die Polizei. Die Obduktion ergab, dass der vermögende Geschäftsmann durch Druck auf den Brustkorb zu Tode kam. Hinweise auf den oder die Täter konnten die Beamten jedoch nicht finden. Und so geriet Günther Kaufmann ins Visier der Ermittlungen, denn ein Alibi hatte er nicht vorzuweisen, und dann gab es auch noch Fingerabdrücke an einer Tasse von ihm. Auch sein Verhalten ließ die Polizisten stutzig werden: Immer wieder erkundigte sich der damals 51-Jährige nach dem Stand der Ermittlungen, und es stellte sich heraus, dass er und Alexandra einen Kredit bei Hartmut Hagen aufgenommen hatte.
Günther Kaufmann: Er ging einen ungültigen Deal ein
Der Grund: Alexandra litt seit 1992 an Knochenkrebs, ließ sich in den USA behandeln. Doch die Therapie war teuer, ihr eigenes Geld schnell aufgebraucht. Günthers Schauspielkarriere stagnierte zu dieser Zeit. Statt mit großen Rollen machte er Schlagzeilen mit exzessivem Alkoholkonsum. Alexandra erzählte sowohl ihrem Mann als auch Hartmut Hagen, dass sie das Geld brauche, um einen Prozess in den USA zu führen. Doch stattdessen investierte sie es in alternative Heilmethoden und Reisen mit ihrem Liebhaber. Während sich die Schriftstellerin mit ihm vergnügte, wurde ihr Mann immer wieder stundenlang im Mordfall Hagen verhört. Irgendwann bot Chefermittler Josef Wilfling (75) dem Sohn eines US-Soldaten einen Deal an: Gesteht er, muss er nur fünf Jahre in den Knast. Was Günther Kaufmann nicht weiß: Das darf der Kommissar gar nicht. Die Abmachung ist in jedem Fall ungültig. Aber Kaufmann fühlte sich eigener Aussage zufolge so unter Druck gesetzt, dass er schließlich gestand, seinen Freund überfallen und aus Versehen umgebracht zu haben.
Günther Kaufmann: Seine Freundin war die Drahtzieherin hinter der Tat
Jahre später erzählte er in einem Interview, dass er zu Wilfling sagte: "Sie kriegen jetzt ein Geständnis von einem, der es nicht war." Aber Staatsanwaltschaft und Ermittler waren überzeugt davon, dass der spätere Dschungelcamper der Täter war und ließen ihn verhaften. Im Prozess verstrickte er sich in Widersprüche; sein Geständnis passte nicht zur Spurenlage am Tatort, und Kaufmann sagt schließlich, er habe Komplizen gehabt.
Das Urteil ist gerecht, ich habe etwas Schlimmes angestellt. Es tut mir sehr leid,
sagte er, nachdem seine Haftstrafe verkündet wurde. Drei Jahre lang sitzt der TVLiebling hinter Gittern, als völlig überraschend die wahren Mörder Hagens gefasst werden. Die Freundin von einem der Täter hatte sie bei der Polizei verraten. Sie sagten aus, dass Günther Kaufmann nicht an dem Überfall im Februar 2001 beteiligt war. Jetzt kam heraus: Alexandra Kaufmann war die Drahtzieherin hinter der Tat, wollte ihren Finanzbetrug vertuschen. Im September 2003 widerrief Günther schließlich sein falsches Geständnis. Über seine mittlerweile verstorbene Frau sagte er später mal:"Ich bin ihr nicht böse."
Dieser Artikel in J.L. erschien zuerst in der Printausgabe von IN. Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen IN – Jeden zweiten Mittwoch neu am Kiosk.






