"Polizeiruf 110": Kommissare schießen gegen MDR – "Weiß nicht, warum wir aufhören müssen"

Am 15. Februar wartete der letzte Fall auf die "Polizeiruf 110"-Kommissare Peter Kurth und Peter Schneider. Warum nach nur drei Filmen Schluss ist, verstehen die beiden Schauspieler nicht – und rechnen mit dem MDR ab.

Peter Schneider (l) und Peter Kurth
Peter Schneider und Peter Kurth können ihr "Polizeiruf 110"-Aus nicht verstehen.   © MDR/filmpool fiction/Felix Abrah

"Polizeiruf 110": Überraschendes Aus für Ermittlerduo aus Halle

Zum Jubiläum "50 Jahre 'Polizeiruf 110'" hatte der MDR Peter Kurth (68) und Peter Schneider (51) als neues ostdeutsches Ermittlerduo Henry Koitzsch und Michael Lehmann in Halle eingeführt. Der erste Fall lockte 7,8 Millionen Zuschauer vor die Fernseher und auch der zweite Einsatz schaffte es auf 7,52 Millionen. Doch nun flimmerte am 15. Februar der finale Fall des Ermittlerduos im TV – und die Schauspieler kennen den Grund für ihr Aus nicht. "Ich weiß es nicht so richtig, warum wir aufhören müssen", so Peter Schneider im Interview mit der "Hörzu". "Ich habe selbst im Januar 2025 aus der Presse erfahren, dass das wohl so geplant war – nur drei Filme. Ich war überrascht, weil ich ursprünglich für eine Reihe angefragt worden war."

"Dieses Gespräch fand gar nicht statt"

Auch Peter Kurth versteht das Aus von Koitzsch und Lehmann nicht. "Von der Kommunikation her lag da einiges im Argen", so der "Polizeiruf 110"-Star. Zumal es zu Beginn nur hieß, es würden mehrere Filme mit den beiden Kommissaren aus Halle geben.

Ich hatte noch in Erinnerung, dass es hieß: Nach drei oder vier Fällen reden wir noch mal darüber. Aber dieses Gespräch fand gar nicht statt.

Für Peter Schneider liegt die Vermutung nahe, dass der MDR Kosten einsparen wollte. "Es gibt viele Locations bei uns, viele Leute. Wenn du im Studio 45 Minuten Verhör drehst, ist das billiger. Ein normaler 'Polizeiruf' liegt bei 1,2 bis 1,7 Millionen Euro, unser Budget war bestimmt etwas höher", so Schneider. Allerdings hätten die Schauspieler sogar Abstriche bei ihrer regulären Gage gemacht. "Für den 'Polizeiruf' arbeiten wir zu üblichen ARD-Tagessätzen. Um den dritten Fall überhaupt drehen zu können, waren alle im Team sehr kompromissbereit. Auch Peter und ich", macht Schneider deutlich.

"Die Einsparnotwendigkeiten treffen alle Bereiche des MDR"

Peter Schneider findet es schade, dass der "Polizeiruf 110" aus Halle ein jähes Ende gefunden hat. "Es ist total wichtig, in Halle vor Ort zu bleiben, die Stimmung dort einzufangen. Auch aus politischen Gründen. Manchmal denke ich, es geht nicht um Inhalte, es geht nur um Quoten", so sein bitteres Fazit. Und was sagt der MDR zu den Vorwürfen?

Hier gab es offenbar unterschiedliche Wahrnehmungen in der Kommunikation und verschiedene Erwartungshaltungen, die man jetzt im Nachgang nicht mehr aufdröseln kann. Falls jetzt noch irgendwo ein Magen grummelt, werden wir das aktiv angehen und das Gespräch suchen,

so Sendersprecher Michael Naumann zur "Bild"-Zeitung. "Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass wir im MDR aktuell und für die nächsten Jahre mit sehr relevanten wirtschaftlichen Einsparnotwendigkeiten konfrontiert sind. Die Einsparnotwendigkeiten treffen alle Bereiche des MDR, mit entsprechenden Auswirkungen auf publizistische Entscheidungen."

Verwendete Quellen: Hörzu, Bild