
Sebastian Ströbel: "Die Piste wurde immer unzugänglicher"
"Frau mit Herz": Wie haben Sie sich auf diese extremen Bedingungen in der Arktis vorbereitet?
Sebstian Ströbel (48): "Ich habe natürlich das Glück, dass ich durch die Dreharbeiten von 'Die Bergretter' relativ viel in der Höhe arbeite und mich körperlich fit halten muss. Deswegen war es für mich kein Riesen-Stolperstein, dass ich mich da sehr anstrengen musste. Auch die Kälte kenne ich natürlich vom Kaunertal.
Gab es einen Moment, in dem Sie sich gefragt haben: Was mache ich hier eigentlich?
"Ich glaube, als wir gerade an der Ostküste von Grönland waren – das ist ein sehr raues und schwer zugängliches Gebiet. Wir waren mit Schneemobilen unterwegs und mussten auch einen Gletscher passieren. Dann setzten starker Nebel und Schneefall ein und die Piste wurde immer steiler und unzugänglicher. Selbst unsere Inuit, die mitgereist sind, wurden ein bisschen unruhig. Aber Gott sei Dank muss man immer einen Schritt nach dem anderen gehen und dann kommt man auch zum Ziel", so Sebastian.
"Es ab es jeden Abend entweder tiefgefrorenen Gemüsereis oder Gemüsenudeln"
Und wie war es, als Sie in einem Trockenanzug ins eiskalte, nachtschwarze Polarmeer gestiegen sind?
Sebastian Ströbel: "Da hatte ich nur die Angst, dass mein Anzug undicht ist. Da war meine mentale Blockade viel größer, weil ich eigentlich vor kaltem Wasser gar keine Angst habe. Aber in schwarzes Wasser auf offener See zu steigen, das ist für mich schon so eine Urangst, die ich überwinden musste."
Trotz Kälte, Sturm, Dunkelheit – gab es auch Momente, in denen Sie einfach nur gelacht haben?
"Ich hab jeden Abend gelacht, wenn es Essen gab. Ich bin Vegetarier, das heißt also: Meine Speisekarte ist im Nordpolargebiet relativ einfach gewesen, weil natürlich Gemüse da nicht gerade Hochsaison hat. Durch die mangelhafte Versorgungslage, die wir in vielen Gebieten hatten, gab es jeden Abend entweder tiefgefrorenen Gemüsereis oder tiefgefrorene Gemüsenudeln aus irgendeiner Tüte", so der Schauspieler.
Was hat Sie auf Ihrer Reise durch die Arktis ganz besonders berührt?
Sebastian Ströbel: "Diese Weite und Schönheit der Natur, wenn man das erste Mal beim Meereis steht oder am Sermilik-Fjord aufs Packeis schaut oder die Eisberge sieht. Dazu kommt dieses unglaublich blaue Eis und auch die Einsamkeit. Dass ich mich dort an die Begebenheiten anpassen durfte und musste und mit den Menschen zusammen eine Zeitlang einen Teil ihres Weges gehen durfte, das war für mich schon eine unfassbar schöne Erfahrung."
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Verwendete Quellen: Frau mit Herz






