Sasha & Max Mutzke: Das verblüffend ehrliche Interview

Zur Sache, Schätzchen!

Tabuthemen? Nicht im OK! Interview. Die befreundeten Sänger Sasha und Max Mutzke sprachen mit uns über One-Night-Stands, Anmachsprüche - und übers Kochen...

Der eine ist Single und wohnt in Hamburg. Der ­andere dreifacher Papa und zieht den ländlichen Schwarzwald als Heimat vor. Aber Sasha, 37, und Max Mutzke, 27, haben mehr miteinander gemeinsam als zunächst angenommen. Beide haben Musik im Blut, ein Faible für trockenen Humor, und wenn sie nicht irgendwann zusammen singen, werden sie wohl mal gemeinsam in Kochtöpfen rühren. OK! lud die beiden Sänger und Hobby-köche zu einem nicht immer ganz ernsten Gespräch ein.

Nehmen Sie Schnitzel oder Sushi?
Max: Im Schwarzwald Schnitzel. Wenn ich unterwegs bin, bestelle ich Sushi.

Gibt’s dort kein Sushi?
Max: Doch, aber mit Speck und Spätzle.
Sasha: Schnitzel! Ich bin kein Sushi-Fan.  

Könnten Sie Schnitzel denn selbst zubereiten?  
Sasha: Sogar mit verschiedenen Panaden!
Max: Welche ist denn die beste?
Sasha: Die klassische mit Eiern, Mehl und Paniermehl.

Sie können also beide gut kochen?
Sasha: Ob gut, das weiß ich nicht. Aber gern!
Max: Ich koche gern Toastbrot mit Ananas, Schinken und Käse. (lacht)

Was sind denn Ihre Angeber-Rezepte?  
Sasha: Sushi! Fisch soll ja ein Aphrodisiakum sein. Bei Männern zumindest. Wegen ­dem Eiweiß und so …

Was ist mit Garnelen?
Sasha:
Die sind auch super. Die haben viel Antibiotika intus, da kann man sich also auch nichts holen.
Max: … beim Akt! (lacht)
Sasha: Genau, also unbedingt Zuchtgarnelen kaufen! Da ist man auf jeden Fall sicher! Nein, also ich koche immer noch nach Kochbuch, aber ein Hit ist mein mariniertes Lammfilet mit „gepimptem“ Kartoffelpüree! Das peppt man mit Pesto, Rucola und Nüssen auf.  
Max: Nimm mal Alufolie, bastele daraus so ein Förmchen, und dann legst du viele angeritzte Knoblauchzehen hinein, gibst Olivenöl, Salz und Chili dazu und schiebst alles für längere Zeit in den Ofen. Wenn alles zusammengelaufen ist, nimmst du es raus und kippst das über den Kartoffelbrei. Das ist superlecker!                       Sasha: Probiere ich sofort aus!

Super! Zusammen kochen wäre also kein Problem. Aber mal ehrlich: Worüber reden Jungs, wenn sie zusammen sind? Über Fußball?      
Sasha: Ja, ich rede auch über Fußball.
Max: Ich nicht!
Sasha: Vorhin hast du mir was vom Para­gliding erzählt. Jungs tauschen sich also über Abenteuer aus!
Max: Genau. Sasha hat mir vorhin vom Skiurlaub erzählt, und da konnte ich gleich einhaken, weil ich gestern mit dem Wohnmobil aus den Alpen zurückgekommen bin – im Schneesturm! Es gibt aber auch Jungs, mit denen hat man keine gemeinsame Wellenlänge, und dann gibt es nur mühsamen Smalltalk.

Und was denken Sie, worüber Frauen reden?
Sasha: Über Sex. Längen. Breiten, Durchmesser und ob das einen Unterschied macht.
Max: Ja, das ist Thema Nummer eins!
Sasha: Und Hintern! Also die von Männern …

Das sind doch alles nur Klischees!       
Sasha: Ich weiß, dass es so ist. Nein, Frauen reden natürlich nur über Gefühle …
Max: Und übers Schminken! Make-up und so.  
Sasha:
Echt? Auf jeden Fall über Designer!
Max: Und Autos!
Sasha: Und Fußball!

Sie sind ja zwei Frauenversteher … Gehen Sie denn wenigstens mit Ladys auf Shoppingtour?       
Max: (grinst) Wenn es eine Waschmaschine ist, die sie nicht allein tragen können. Am Anfang einer Beziehung geht man natürlich mit und zeigt sich von seiner besten Seite. Und später sagt man dann: Gut, ich geh da mit dir rein, aber dann kaufe ich mir eine Uhr!
Sasha: Ich gehe gern mit Frauen einkaufen. Zumindest wenn sie tatsächlich meinen Rat wollen. Dann fühle ich mich gefordert und berate auch gern. Wenn ich aber nur dabei sein soll, um hinterher die Tüten zu tragen, finde ich das doof.
Max: Fühlst du dich denn ernst genommen, wenn sie dich fragen?
Sasha: Ich hab das Gefühl, dass Frauen gar keine Antworten wollen! Sondern nur Bestätigung oder jemanden, der zuhört. Und da muss man abwägen, ob man sagt: „Ja, ich glaube, es geht noch eine Spur besser!“                                                          Max: So machst du das?
Sasha: Keine Ahnung! Ich war schon lange nicht mehr …

Dafür müssten Sie eine Frau auch mal ansprechen, und das machen Sie ja nur ungern …
Sasha: Anmachsprüche finde ich auch doof. Es gibt Typen, die sagen 30-mal am Abend: „Kommste mit?“ Bei mir kommt es auf die Situation an. Ich glaube, dass ich spontan sein kann. Wenn ich genug getrunken habe. (lacht)

Müssen Sie sich etwa Mut antrinken?
Sasha: Bevor ich anfange zu tanzen, auf jeden Fall. Und zwar eine Menge. Frauen ansprechen mache ich ja nicht …

Sind Sie da mutiger, Max?
Max: Ähm ... Also: Bei meiner Freundin hab ich schon den ersten Schritt gemacht.

Werden Sie eigentlich öfter angesprochen wegen Ihrem Promi-Status?  
Sasha: Grundsätzlich ja. Und dann kommt es drauf an, in welcher Bar man ist und ob die Leute meinen, dass man da hingehört. Das kann schon mal nach hinten losgehen, wenn es heißt: „Was will der denn hier?“ In kleineren Bars zum Beispiel. Ich nehme mir aber Zeit, das zu klären, und sage: Komm mal mit raus … (lacht)

Ach, Sie prügeln sich?   
Sasha: Klar. Aber das ist lange her. Damals war ich 18. Das war halt so ein Generve in der Kneipe. Ich hab einem Typ am Pferdeschwanz gezogen, und dann gab’s nur noch: er oder ich!
Max: Ich hab schon ein paarmal eins auf die Mütze bekommen! Aber ich bin sofort weg, wenn es gefährlich wird. Ich hab ganz schnelle Beine!
Sasha: Ich drücke mich auch, wo es nur geht. Bevor ich mir das Nasenbein brechen lasse, sehe ich lieber zu, dass ich entweder schnell weg oder eben als Erster dran bin. Das war ungefähr dreimal in meinem Leben und alles, bevor ich
18 war. Jugendsünden! Oder ich hab mit unfassbar großer Klappe ganz hoch gepokert. Und Sachen gesagt wie: „Du kannst gar nicht so schnell hier sein, wie du dann liegst.“

Würden Sie sich für eine Frau prügeln?
Max: Ja klar! Aber es ist immer gut, Schlägereien zu vermeiden.   
Sasha: Familie, Freunde, Freundin – da schmeißt man sich dann rein. Aber es gibt Situationen, wo ich echt Angst hätte. Wenn Typen mit Messern in der U-Bahn rumhantieren. Da weiß ich nicht, ob ich den Mut hätte, mich da reinzustürzen.
Max: In solchen Situationen würde ich eher um die nächste Ecke rennen und Hilfe holen.  

Hitzig unterwegs ist man doch auch eher als Single. Erinnern Sie sich noch an diese Zeit?
Max: Klar! Meine Single-Zeit war sehr ausgeprägt. Ich hatte ein Motorrad und einen heißen Rennanzug aus den 60ern. Sah total cool aus …
Sasha: (grinst) Das glaub ich auch …
Max: Nein, echt. Ich glaube, deswegen wurde ich damals sofort Schulsprecher, und jetzt kommt’s: Ich ging auf ein ernährungswissenschaftliches Gymnasium. Mit 85 Prozent Frauenanteil!

Wie viele sind Ihnen denn nachgelaufen?
Max: Ich konnte sie nicht mehr zählen.

Und wie war das mit One-Night-Stands?
Max: Das hab ich zwar mal ausprobiert, aber ich fand das nie reizvoll. Vor allem, wenn man morgens bei sich zu Hause aufwacht. Das ist dann nicht mehr so schön. Ich bin auch eher ein Beziehungstyp. Von daher hab ich mir bei den Frauen, mit denen ich mich eingelassen habe, schon vorgestellt, dass es mehr werden könnte.
Sasha: Ich finde, One-Night-Stands sind in einer gewissen Phase als Single in Ordnung. Ich komme damit klar, aber sie machen einsam. Am Ende will man doch nur Liebe finden. Aber das geht mit One-Night-Stands schlecht, es sei denn, aus einem entwickelt sich was. Das kann auch passieren.

Sascha, Sie haben sich im vergangenen Jahr getrennt. Ist der Liebeskummer schon vorbei?    
Sasha: Wenn man selbst geht, ist es einfacher. Dann geht es schneller vorbei. Zuerst kommt die Verdrängungsphase, in der man nur mit Freunden unterwegs ist. Dann folgt die kurze, aber heftige Trauerphase, in der man realisiert, dass es echt vorbei ist. Aber ich glaube, die habe ich hinter mir.
Max: Das läuft doch immer so ab. Erst bist du total fertig, dann lenkst du dich ab, irgendwann holt es dich ein, und ab da überwindet man langsam den Schmerz.
Sasha: (lacht) Dazu passt der Song „Careless Whisper“ von Wham! – wie wir beide hier über Schmerz sinnieren …

Max, Sie sind dagegen schon ewig mit Ihrer Freundin zusammen. War das Liebe auf den ersten Blick?
Max: Nein. Es hat ein paar Monate gedauert, bis wir zusammen waren. Sie war auf der gleichen Schule wie ich, aber in einer anderen Klasse.

Und mittlerweile haben Sie drei Kinder! Schaffen Sie das eines Tages auch noch, Sasha?  
Max: Die hat er schon lange. Er weiß es nur noch nicht!
Sasha: Genau. Ich warte jetzt mal ab, bis die alle auf einmal anrufen …

Kann es sein, dass da mal so ein Anruf kommt?
Sasha: (lacht) Könnte sein! Ich habe mal eine Hape-Kerkeling-Parodie gesehen von einem Typen, der angerufen wurde, und es hieß dann: „Hey, du warst doch mal auf Mallorca vor acht Jahren, und dies ist dein Sohn!“

Damit könnte man Ihnen also die Laune versauen!  
Sasha: Mittlerweile bin ich da entspannter. Ich verabscheue Kinder ja auch nicht, aber für mich ist es noch nicht der richtige Zeitpunkt. Wenn der gekommen ist, sehen wir weiter.

Woher wussten Sie denn, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Max?
Max: Das wusste ich nicht. Es war ja nicht geplant. Aber für mich war schon früh klar, dass ich Kinder haben will. Ich komme aus einer Großfamilie, und da hatte ich schon mit acht Jahren den Traum, später einmal sechs Kinder zu haben.

Sind Sie heute Vater aus Leidenschaft?
Max: Ich bin ein Übervater! Und ich glaube, ich bin sogar ein besserer Vater als ein Sänger. Ich lese meinen Kindern vor, gehe mit ihnen in den Wald und singe mit ihnen zusammen. Mir war immer klar, dass Kinder das Leben verändern und dass man seine Hobbys dann zurückstellen muss. Ich bin schon sehr freiheitsliebend und habe viele extreme Hobbys, die nichts für Kinder sind, weil sie zu gefährlich sind.
Sasha: Hobbys wie Kneipenschlägereien?
Max: Das kannst du mit Kindern natürlich nicht mehr machen! (lacht) Aber ich finde es heute auch viel spannender, mit meinen Kindern zusammen zu sein. Das klingt bestimmt total langweilig für dich, aber ist es echt nicht.
Sasha: Nein! Ich kann mir das auch gut vor­stellen. Aber für mich will ich es jetzt noch nicht haben. Es kann sein, dass ich einer dieser unsäglichen 40-jährigen Jungväter werde, die 17 Bücher gelesen haben und immer noch keine Kinder erziehen können. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich ein guter Vater werden kann. Und wenn es jetzt so weit wäre, würde ich auch damit klarkommen. Vor fünf oder zehn Jahren wäre es eher ein Schock gewesen!

Dann warten wir also ab jetzt darauf, dass Sie Ihre Gene weitergeben …
Sasha: (grinst) Ja. Vielleicht werde ich auch einfach nur Samenspender …
Max: … als zweites oder drittes Standbein …
Sasha: … wenn’s mit der Musik nicht mehr läuft!

Max, Sie leben auf dem Land und haben Ihre ganze Familie dort. Macht es das mit Kindern einfacher?  
Max: Natürlich! Weil man die Verantwortung auch mal abgeben kann.

Sind Freundschaften dort enger?  
Max: An Feiertagen oder in den Semesterferien sind alle zu Hause, und dann unternehmen wir jeden Tag was zusammen. Und wir sind immer draußen. Selbst wenn wir uns auf dem Berg treffen und zwei Stunden spazieren gehen.
Sasha: Das finde ich super! So stelle ich mir meine Zukunft vor. Momentan brauche ich die Stadt noch und genieße am Wochenende Ruhe auf dem Land. Aber irgendwann wird sich das wohl ändern. Vor allem, wenn Kinder kommen. Mit denen würde ich nie in der Stadt wohnen wollen, sondern eher in einen gediegenen Außenbezirk ziehen, wo es noch Natur gibt.
Max: Na ja, ich bin ja nicht nur wegen der Kinder immer noch im Schwarzwald, sondern weil ich das wollte. Früher habe ich mal darüber nachgedacht, nach Köln zu ziehen. Aber dann war ich ständig unterwegs, und es war einfach ein tolles Gefühl, nach Hause zu kommen.
Sasha: Das geht mir so mit Hamburg. Obwohl ich erst seit drei Jahren hier bin. Früher hatte ich viele Vorurteile gegen die Leute hier, weil ich immer eine gewisse Arroganz vermutet habe. Und die gibt es auch, aber meist ist das so ein unglaublich gut versteckter schwarzer Humor. Da muss man erst mal durch, aber dann ist alles gut.

… und durch wilde Nächte auf der Reeperbahn!
Sasha: Natürlich! Aber frag nicht, wie die Bars dort heißen. Das weiß ich dann nicht mehr. Oder ich erkenne sie nicht mehr, wenn ich reingehe! (lacht) Früher war ich mal in einem Laden, der morgens um 7 Uhr zumacht und um
8 Uhr als Café wieder öffnet. Da hat einer Piano gespielt und richtig gut gesungen. Ich hab mich dazugesetzt, wir haben gejammt, und er stellte sich als Roger Cicero vor. Das ist zehn Jahre her. Ihm habe ich den Erfolg total gegönnt.  

Kathrin Kellermann