Christoph Letkowski - 'Mein Vater hat Schlimmeres erwartet'

Der 'Feuchtgebiete'-Star im exklusiven OK!-Interview

Christoph Letkowski mag dem ein oder anderen Fernsehzuschauer nicht gleich auf den ersten Blick bekannt vorkommen, doch der 31-Jährige spielte bereits in einigen Filmen und Serien mit. Unter anderem machte er einen kurzen Ausflug zur Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", spielte danach im Film "Parkour" die Hauptrolle oder zeigte sein Talent beim "Tatort". OK! sprach mit dem sportbegeisterten Schauspieler über seinen aktuellen Film "Feuchtgebiete" und seine zweite Leidenschaft - die Musik.

Fasse einmal kurz zusammen, worum es in "Feuchtgebiete" geht ...
In "Feuchtgebiete" geht es vor allem um das junge Mädchen Helen, die im Laufe des Filmes versucht, ihre geschiedenen Eltern wieder zusammenzubringen. 
 
Wie hast du dich auf die Dreharbeiten vorbereitet?
Ich war an der Charité in Berlin, um mir ein Bild von der Arbeit eines Pflegers zu verschaffen. Das war auch unabhängig vom Dreh eine wichtige Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
 
Inwieweit hat der Job in der Charité einen nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen?
Was das Personal da teilweise auf den Stationen leistet, DAS ist großes Kino. Davor ziehe ich den Hut!
 
Findest du es gerechtfertigt, dass das Thema Sex den Film überschattet?
Der Kern des Films sind letztendlich die inneren Konflikte von "Helen". Es gibt immer eine innere und eine äußere Welt, in der ein Film stattfindet und es sind auch immer die gleichen Themen, die uns berühren - so auch in diesem Film. Das Thema Sexualität funktioniert vielleicht als Überbau, ist aber letztlich nur der Ruf nach Nähe und andere Bedürfnisse. Das funktioniert, und das darf auch gerne polarisieren. 

Wie reagieren deine Eltern und Freunde auf den Film?
Mein Vater schrieb mir letztens eine SMS: "Entgegen deines Verbots sitzen wir gerade im feuchten Kino." Und ich dachte nur: "Das ist mal etwas, was du von mir gelernt hast, dass man sich gegen Verbote stellt.“ Er hatte Schlimmeres erwartet. Auch viele meiner Freunde und Kollegen sind begeistert oder mindestens positiv überrascht, wenn sie aus dem Kino kamen.
 
Der Film behandelt gar nicht so offensichtlich wie erwartet das Thema Sex, sondern gibt Denk-Anstöße. Wie siehst du das?
Ich bin sehr froh, dass der Film kein Frottee-Handtuch-Pop-Märchen geworden ist.
 
Einer der Kollegen hat erzählt, dass vor Drehbeginn das ganze Team in der Sauna war. Warst du auch dabei?
Natürlich, die haben das ja nur meinetwegen gemacht (lacht).
 
Wirst du seit dem Film von Frauen anders wahrgenommen?
Da erhöht sich jetzt vielleicht kurz die Aufmerksamkeit, das ist schön für mich und für alle und ab der nächsten Woche ist auch schon wieder ein neuer Film im Kino und dann gibt es etwas Neues …

Dein Fazit zum Film?
Feuchtgebiete ist ein unterhaltsamer und wichtiger Film, und er hat mich in der fertigen Version echt umgehauen.
 
Du startest jetzt auch mit deiner Band "Von Eden" durch. Wie kam es dazu?
Ich habe meinen Bandkollegen Ilker Aydin am Set kennengelernt. Wir haben uns dann oft in meiner Garderobe verschanzt und angefangen Musik zu machen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Unsere Single "Land in Sicht" ist zum Kinostart erschienen und für den Herbst planen wir jetzt die Aufnahmen zu unserem Album.

Interview: Sarah M.

Seht hier das Video zur ersten "Von Eden"-Single "Land in Sicht":

Seht hier den Trailer zu "Feuchtgebiete":