Interview

Jennifer Lopez im Interview: "Ich musste lernen, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist"

Vom Broadway-Traum der Kindheit direkt vor die Kamera: Superstar Jennifer Lopez spricht im exklusiven Interview mit OK! über ihr lang ersehntes Musical-Debüt. Mit 56 Jahren blickt sie so offen wie nie auf ihre Karriere, ihre Rollen als Mutter und die Kraft der Verletzlichkeit.

Jennifer Lopez
Party-Protz! Jennifer Lopez (55) feierte einst ein Mittelalterfest in ihrem Zuhause und nutzte dabei das Grundstück ihrer Nachbarn als provisorischen „"Auffangplatz für scheißende Pferde".© Getty Images

Jennifer Lopez: Sie spricht über ihre sensible Seite

Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Mutter und einer der größten Stars unserer Zeit. Mit dem Film "Kiss of the Spider Woman" erfüllt sich Jennifer Lopez (56) endlich einen Herzenswunsch: Zum ersten Mal steht sie in einem Musical vor der Kamera – als Frau voller Gegensätze, hin- und hergerissen zwischen Verführung und Verletzlichkeit.

Was hat Sie an "Kiss of the Spider Woman" sofort begeistert, dass Sie zugesagt haben?

Ich wollte schon immer ein Musical machen. Das war ein großer Traum meiner Kindheit. Ich dachte: Ich darf singen, tanzen, drei verschiedene Frauen spielen… Es war, als würde mein achtjähriges Ich aus der Bronx plötzlich vor mir stehen. Ich sah mich wieder auf dem Sofa neben meiner Mutter, wie wir "West Side Story" schauten. Damals habe ich mir geschworen: Eines Tages will ich das auch!

Sie hatten wirklich nie zuvor ein Musical-Angebot?

Ich war ehrlich gesagt überrascht, dass ich nie zuvor ein Musical angeboten bekommen hatte (lacht). Ich hatte mich damals sogar für "Evita" beworben, tagelang geprobt, voller Hoffnung. Und dann hieß es: 'Du warst großartig – aber Madonna hat die Rolle'. Das hier war mein erstes echtes Musical-Angebot – und es hätte kein Besseres geben können.

Ihre Figur ist voller Gegensätze – stark und verletzlich, hell und dunkel. Finden Sie sich selbst in dieser Dualität wieder?

Sehr. Ich bin jemand, der viel Gefühl hat – vielleicht manchmal zu viel. Ich liebe tief, ich verzeihe schnell, ich kämpfe hart. Aber gleichzeitig gibt es auch diese andere Seite, diejenige, die Angst hat, verletzt zu werden, die sich zurückzieht.

Hat Sie diese Rolle auch an eigene Momente erinnert?

Ja, absolut. Ich habe in meinem Leben immer wieder versucht, all diese Seiten zu akzeptieren: die starke Frau, die alles kontrolliert, und das Mädchen, das sich einfach nur fallen lassen will. Für mich geht es darum, beides zuzulassen. Ich musste lernen, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern eine Form von Mut.

Wie schaffen Sie es, mit Kindern und Karriere überhaupt noch Zeit für sich selbst zu finden?

Ich habe über die Jahre gelernt, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Gerade in dieser Branche, in der man ständig funktionieren muss, ist es wichtig, Routinen zu haben – egal, wie voll der Tag ist. Ich meditiere, ich bewege mich, ich atme. Diese kleinen Momente helfen mir, präsent zu bleiben – für meine Familie, aber auch für mich selbst.

Apropos Familie: Welche Werte möchten Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben?

Mir ist wichtig, dass sie wissen, was Verantwortung bedeutet – für sich selbst und für andere. Und ich möchte, dass sie verstehen, wie privilegiert sie sind. Ich sage ihnen oft: Erfolg ist schön, aber er bedeutet auch, etwas zurückzugeben. Dankbarkeit, Empathie und Hilfsbereitschaft – das sind für mich die größten Werte, die man weitergeben kann.

Sie strahlen eine große Ruhe und Selbstsicherheit aus…

Das ist mit der Zeit gewachsen. Als ich jünger war, war ich oft unsicher, wollte alles richtig machen, perfekt sein. Heute kenne ich meine Stärken – und auch meine Grenzen. Wenn man sich selbst akzeptiert, verliert man die Angst, beurteilt zu werden.

Dieser Artikel von Rachel Kasuch erschien zuerst in der Printausgabe von OK!. Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen OK! – Jeden zweiten Mittwoch neu am Kiosk.