Das verdienen die Top 5 Künstler in Deutschland

Herbert Grönemeyer, Helene und Co. – sie haben in Sachen Verdienst die Nase ganz vorne

Sie stehen auf den größten Bühnen, in Arenen und sind für ihre Fans die Helden des Moments. Doch machen sich der Ruhm und die stetig wachsende Fanbase bezahlt? Was verdienen Künstler, die zu den Topverdienern gehören?

Wer heute von der Kunst leben möchte, braucht ein dickes Fell und einiges an Geschick, mit einem knappen Budget über die Runden zu kommen. Derzeit leben in Deutschland nur 5% der Künstler alleine von ihrer Kunst. Für die obere Liga der Musikszene gilt eine andere Rechnung.

Die Verteilung der Einnahmen erstreckt sich auf eine bunte Welt bestehend aus den verschiedensten Genres, wie Rock, Pop, Schlager, Hip Hop und Dance. So finden sich gerade in Deutschland auch Künstler verschiedener Genres in den Listen der Topverdiener wieder. Wobei gerade die deutschen Künstler in Sachen Verdienst die Nase vorn haben. Würde die Frage im Raum stehen, was denn zum Beispiel Helene Fischer verdient, tippen die meisten darauf, kein anderer Star könne sie hierzulande schlagen. Falsch!

Was verdienen die Top-Künstler in Deutschland?

Tatsächlich hat sich eine Konkurrentin aus den eigenen Reihen still und heimlich an ihr vorbeigeschlichen: Andrea Berg hat in den letzten Jahren 10.950.975 Euro eingeheimst. Nicht zuletzt für Andreas Best Of Album gab es 15 Mal Gold, was sie direkt an die Spitze der Bestverdiener unter den Künstlern katapultiert.

Wie aus der Grafik zu entnehmen ist, können selbst Stars über See mit diesen Verdiensten nicht mithalten. Das dürfte wohl sehr überraschend sein. Wer hätte etwa gedacht, Adele würde „nur“ einen fünften Platz einnehmen und das mit stattlichen 5.153.400 €. Dieser Verdienst hat nicht ausgereicht, um sich gegen Unheilig, Herbert Grönemeyer, Helene und Andrea durchzusetzen.

Die erfolgreichsten Genres

Doch nicht nur die Künstler an sich, auch die Genres entscheiden über die Aussichten auf einen echten Top-Verdienst. Wer hätte es gedacht: Pop macht das Rennen und nimmt einen Marktanteil von 39,9 Prozent ein. Rock kommt immerhin noch auf 19,11 Prozent. Auch wenn sich im Schlager zwei Künstlerinnen die umsatzstärksten Positionen geschnappt haben, kommt das Genre nur auf einen Marktanteil von 4,64 Prozent.

Allein die Wahl, Schlager zu machen, ist wohl kein Selbstläufer. Auf dem vorletzten Platz hat es für Dance gereicht. Wobei Hip-Hop aufgeholt hat und im Vergleich zum Vorjahr ( 2,61 Prozent) um 5 Prozent zugelegte.

Die erfolgreichsten Alben

Was für die Verdienste der Einzelkünstler und Musikstile steht, greift auch auf Musikalben. Die erfolgreichste Platte hat Herbert Grönemeyer herausgebracht und mit „Mensch“ 3,1 Millionen Exemplare verkauft in Deutschland. Hier kann sich auch Andrea Berg „nur“ auf dem zweiten Platz einreihen mit 2 Millionen verkauften Tonträgern ihrer Best Of CD. Kurz darauf folgt „Farbenspiel“ von Helene Fischer, wofür sie allein zehnmal Platin bekam. Allein mit dieser CD verbuchte das Management Einnahmen von 2 Millionen €.

(Foto: Pixabay © angelolucas)

Wie viel verdient ein Künstler mit Gold und Platin Alben?

Doch wie ist es eigentlich möglich, auf Grundlage der Auszeichnungen und Chartplatzierungen, Rückschlüsse auf die Verdienste zu ziehen? Ganz einfach: Um eine Auszeichnung als Album Gold zu erhalten, gilt es, als Künstler mindestens 100.000 Exemplare zu verkaufen. Platin gibt es ab 200.000 Stück. Möchte ein Künstler genau diese Auszeichnungen auch mit der Single erreichen, werden die oben genannten Verkäufe verdoppelt.

Achtung: Die Auszeichnungen für die CD Verkäufe schwanken in Abhängigkeit von der Veröffentlichung einer Single oder eines Albums. So haben die Musiker bei CDs bis 1999 erst ab 250.000 verkauften Exemplaren die Auszeichnung in Gold erhalten und ab 500.000 Verkäufen die Platin CD.

Die Veränderungen sind auf die Verschiebung des Marktes zurückzuführen, so dass die Fans mittlerweile vielmehr auf digitale Medien und Streaming zurückgreifen. Es ging bei dieser Aufstellung vielmehr um eine Schätzung. Nicht zuletzt die Verleihungsgrenzen ziehen enorme Verschiebungen nach sich. Ganz nebenbei wurden die Einnahmen durch Merchandising, Konzertauftritte und Vermarktung gar nicht mit eingerechnet. Vielleicht würde Helene dann doch an Andrea Berg vorbeiziehen?

Das Verdienstmodell der Künstler

Grundsätzlich muss ein Künstler seine Einnahmen immer prozentual mit vielen anderen Unterstützern und Geldgebern teilen. Da wären zum Beispiel die Plattenfirma, das Management, die Produzenten und die Songschreiber. Heute gilt es als Utopie, dass sich der Künstler selbst in sein Kämmerlein begibt, um dort ein Lied zu komponieren, Texte dafür zu schreiben und es im Endeffekt in einem Studio in eigener Regie aufzunehmen. Auf dieser Basis ist es kaum noch möglich, deutschlandweite und weltweite Erfolge zu feiern. Hinter den oben genannten Künstlern steht ein breites Management, das ganz gezielt die Strategien, die Songs, die Auftritte und die Werbung kanalisiert, um so viele Fans wie möglich zu erreichen und die Zielgruppe auszubauen. Die eigentlichen Künstler, Musiker, Schauspieler und Autoren des Landes leben von einem knappen Budget von durchschnittlich 901 € im Monat. Das haben die Berechnungen des Deutschen Kulturrates für das laufende Jahr ergeben.

Das mag wohl ein Grund sein, warum viele Musiker nach hohen Chartplatzierungen tief fallen und eines Tages sogar Insolvenz anmelden. Oftmals sind es genau diese Personen, die nur mit ein paar Prozenten an den Gewinnen beteiligt. Mit dem großen Ruhm kommen auch Selbstüberschätzung, falsche Freunde und Berater, so dass der kurzweilige Geldsegen schnell im Boden versickert. Wobei die aktuelle Top-Platzierung der bestverdienenden Künstler wohl auf Lebzeiten keinerlei Probleme mit Geld bekommen dürften.