Esther Sedlaczek: Schwerer Zusammenbruch nach der Geburt ihrer ersten Tochter

Als feste Größe im deutschen Sportjournalismus führt sie charmant durch die großen Fußball-Übertragungen. Am Spielfeldrand wirkt Esther Sedlaczek stets fokussiert, souverän und bestens gelaunt. Doch hinter dem strahlenden Lächeln verbirgt sich eine persönliche Leidensgeschichte. Die beliebte Moderatorin hat nun ihr Schweigen gebrochen und offenbart, dass sie vor einigen Jahren einen körperlichen Tiefpunkt durchstehen musste.

Stars beim "Deutschen Fernsehpreis 2024": Esther Setlacek
Hinter der stets professionellen Fassade: Esther Sedlaczek spricht mutig über eine sehr dunkle Phase in ihrem Leben.© Getty Images

Esther Sedlaczek: Dramatischer Zusammenbruch in der Nacht

Esther Sedlaczek (40) sieht man aktuell bei der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA regelmäßig am Spielfeldrand, wo sie mit Bastian Schweinsteiger über das Geschehen auf dem Platz spricht. Die Moderatorin wirkt stets gut gelaunt – bei der Geschichte, die sie kürzlich dem "Spiegel" erzählte, verrutschte ihr Lächeln doch etwas. Vor sechs Jahren erlitt Esther einen schweren Zusammenbruch. Damals klagte sie über Atemnot, nachdem sie ins Bett gegangen ist: "Ich dachte, ich falle gleich um und muss sterben". Letztendlich rief die Moderatorin in ihrer Verzweiflung einen Rettungswagen und wurde zur medizinischen Abklärung direkt in die Notaufnahme gefahren.

Esther Sedlaczek: Postpartale Depression und immenser Druck im Job

Das Leben von Esther Sedlaczek änderte sich daraufhin grundlegend, denn von diesem Moment an fürchtete sie, dass die Symptome einer solchen Panikattacke erneut zurückkehren könnten. Es stellte sich schließlich heraus, dass hinter dem plötzlichen Zusammenbruch eine postpartale Depression steckte. Esthers erste Tochter war damals etwa ein Jahr alt. Bei einer postpartalen Depression können sich hormonelle Veränderungen, traumatische Geburten, großer Stress oder psychische Vorbelastungen dramatisch auf den eigenen Körper auswirken, so wie es damals bei Esther der Fall war. Auch beruflich hatte die Moderatorin sich zu dieser Zeit selbst extrem viel Druck gemacht: 

Ich wollte auf allen Ebenen alles perfekt machen. Ich bin aus fast jeder Sendung mit dem Gefühl rausgegangen: Das ist nicht gut genug. Ich habe mir einen Riesendruck gemacht und hatte keine Freude am Job.

Um diesen gefährlichen Teufelskreis zu durchbrechen, begann sie mit einer Therapie und fand zudem im Yoga eine wirksame Methode, sich im Alltag zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen. Vor allem aber ist ihr durch diese Erfahrung eines klar geworden: "Ich musste lernen, dass es okay ist, einfach mal etwas für mich selbst zu tun".

Verwendete Quellen: Spiegel

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Unsere Expertin

Das mutige Geständnis von Esther Sedlaczek rückt ein Thema ins Rampenlicht, das in unserer Leistungsgesellschaft noch immer viel zu oft tabuisiert wird: die postpartale Depression im Kontext von Perfektionismus. Der immense gesellschaftliche Druck, sowohl als frischgebackene Mutter als auch im Fernsehgeschäft fehlerfrei funktionieren zu müssen, bildet oft den perfekten Nährboden für psychische Krisen. Indem die Moderatorin offen über ihre Panikattacken und den Gang zur Therapie spricht, entlastet sie unzählige betroffene Frauen. Sie zeigt eindringlich, dass mentale Gesundheit kein Zeichen von Schwäche ist und dass wahre Stärke darin liegt, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen und eigene Grenzen zu akzeptieren.