
Geplatzter WM-Traum: Julian Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück
So hatte er sich das Turnier ganz sicher auch nicht vorgestellt: Julian Nagelsmann (38) und die deutsche Nationalelf kamen mit der klaren Intention nach Mexiko, Kanada und in die USA, den begehrten Weltmeistertitel zu gewinnen. Der große Traum war jedoch am Ende viel schneller ausgeträumt als erwartet: Im Sechzehntelfinale verlor Deutschland überraschend gegen Paraguay. Auch zuvor glänzte die Nationalelf bis auf das allererste Spiel nicht gerade mit sportlicher Bestleistung in diesem Turnier. Viele enttäuschte Fußballfans, Branchenexperten und ehemalige DFB-Spieler fordern deswegen seit dem Ausscheiden harte Konsequenzen, um Fußball-Deutschland in naher Zukunft wieder nach vorn zu bringen. Eine Konsequenz, die in den letzten Tagen besonders oft und lautstark gehört wurde: Julian Nagelsmann muss als amtierender Bundestrainer schleunigst sein Feld räumen. Sein offizieller Vertrag läuft allerdings eigentlich noch bis nach der Europameisterschaft 2028. Er selber hat im Interview direkt nach der bitteren WM-Pleite noch kämpferisch gesagt, dass er von sich aus nicht zurücktreten wird:"Ich bin keiner, der wegläuft". Doch das Blatt hat sich gewendet: Der DFB bestätigte am 3. Juli den Rücktritt als Bundestrainer.
Julian Nagelsmann: Steht Jürgen Klopp als Nachfolger schon bereit?
Schon zuvor hatten diverse Medien, unter anderem aus von Sky und der "Bild", berichtet, dass Julian Nagelsmann jetzt doch als Bundestrainer zurücktreten soll. In einer geheimen Krisensitzung mit den Verantwortlichen rund um den deutschen Fußball wurde dem aktuellen Bundestrainer diese schwerwiegende Entscheidung offenbar sehr nahegelegt. Finanziell entschädigt soll er jedoch für diesen einschneidenden Schritt im Gegenzug auch werden, und zwar mit einer Summe von rund sieben Millionen Euro, was in etwa seinem derzeitigen Jahresgehalt gleicht.
Und seit wenigen Minuten ist es offiziell: Der bis 2028 laufende Vertrag wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst, auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner müssen das Feld räumen. des Weiteren bestätigte der DFB, dass Jürgen Klopp (59) als neuer Bundestrainer im Gespräch sei. Der 59-Jährige habe "bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert."
Verwendete Quellen: DFB, Bild; Sky
Die Berichte über den bevorstehenden Rücktritt von Julian Nagelsmann zeigen, wie schnell der enorme öffentliche und interne Druck den sportspolitischen Rückhalt im DFB erodieren lassen kann. Noch vor Tagen gab sich Nagelsmann kämpferisch, doch die Dynamik nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay war nicht mehr aufzuhalten. Die Abfindung in Höhe von sieben Millionen Euro verdeutlicht das finanzielle Risiko, das der DFB mit der langfristigen Vertragsverlängerung bis zur EM 2028 eingegangen ist. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, steht der Verband vor einem Scherbenhaufen, der nur durch eine Wunschlösung repariert werden kann.







