Katerina Jacob: Ehrliche Worte über die Rente

Sie ist ein echtes Urgestein der deutschen Fernsehlandschaft und begeistert seit über fünf Jahrzehnten ein Millionenpublikum. Doch auch an einer Powerfrau wie Katerina Jacob gehen die Veränderungen der Branche nicht spurlos vorbei. Während sie aktuell für die ARD-Erfolgsreihe "Anna und ihr Untermieter" erneut in ihre Paraderolle schlüpft, wachsen hinter den Kulissen die Gedanken an einen neuen Lebensabschnitt.

Katerina Jacob lächelt
Wenn sie keine Filme dreht, schreibt Katerina Jacob Bücher, lernt Italienisch und kümmert sich um Freunde und Vierbeiner.© Getty Images

Seit über 50 Jahren steht Katerina Jacob (67) bereits vor der Kamera. Kein Wunder also, dass sie gelegentlich ans Aufhören denkt, wie sie gegenüber "Viel Spaß" offenbart. Jetzt ist sie aber erst mal zum fünften Mal in die Rolle der Anna Welsendorf in der ARD-Erfolgsreihe "Anna und ihr Untermieter" geschlüpft.

Was mögen Sie besonders an dieser Figur?

Mir gefällt grundsätzlich, dass ich als alternde Schauspielerin eine tragende Hauptrolle bekommen habe in einer Old-Ager-Komödie, aber mit ernstem Hintergrund. Und wir waren Jahressieger von der Quote her. Und deswegen wurde die Reihe weitergeführt. Das war nämlich ursprünglich gar nicht geplant.

Gibt es Anteile von Anna, die auch in Ihnen persönlich stecken?

Weniger. Eigentlich finde ich Anna ein bisschen nervig. Ich bin bei Weitem nicht so stur wie sie und ich wäre bei Weitem auch nicht so unverschämt. Sie ist ja manchmal wirklich unverschämt, und deswegen komme ich manchmal mit ihr nicht so ganz klar. Sie ist schon sehr hart, vor allem zu Herrn Kurtz. Das wäre ich jetzt als Katerina nicht, weil er ja eigentlich wahnsinnig nett ist.

Könnten Sie sich denn vorstellen, auch im echten Leben in einer WG zu leben?

Ich finde Alten-WGs einfach großartig. Also, falls mein Mann früher sterben sollte als ich, werde ich auf jeden Fall eine Senioren-WG gründen. Man kann dann etwas zusammen unternehmen, aber man muss sich nicht auf den Keks gehen. Und wenn dann alle zusammenlegen, kann man sich auch eine Pflegerin oder einen Fahrer leisten und sich gegenseitig unterstützen. So eine Wohngemeinschaft hat viele Vorteile.

Sie sind jetzt 67. Ein Alter, in denen die meisten in Rente sind. Denken Sie manchmal über Ruhestand nach?

Ich denke jeden Tag darüber nach. Ich habe auch ganz viele Projekte abgesagt. Es hat sich alles sehr verändert, und ich habe auch gewisse Ansprüche. Zum Beispiel möchte ich bitte mit Schauspielern drehen und nicht mit Influencern oder Menschen, die mit dem Job wirklich gar nichts zu tun haben. Da bin ich ein bisschen eigen. Aber ich kann es mir leisten, auch mal Nein zu sagen.

Haben Sie eine bestimmte Vorstellung von Ihrem Ruhestand?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, weiterhin Bücher zu schreiben. Im Moment arbeite ich auch gerade an meinem dritten Werk, und das macht mir sehr viel Spaß. Daher glaube ich, dass ich später eher ganz zur Schriftstellerei übergehen würde. Aber bis dahin ist ja noch Zeit .

Dieser Artikel erschien zuerst in der Printausgabe von VIEL SPASS Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen VIEL SPASS – Jeden Mittwoch neu am Kiosk.