Michael Schumacher: Rettungspilot & Arzt brechen nach Jahren ihr Schweigen über das Ski-Unglück

Über 12 Jahre nach dem tragischen Skiunfall von Michael Schumacher brechen zwei wichtige Augenzeugen ihr Schweigen. Der damalige Rettungspilot und der behandelnde Arzt sprechen zum ersten Mal öffentlich über die dramatischen Stunden der Rettung.

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Michael Schumachers Schicksal bewegt die Menschen bis heute zutiefst.© Getty Images

Michael Schumacher: Rettungspilot und Arzt brechen nach über 12 Jahren ihr Schweigen

Es ist bis heute ein Unfall, der die Menschen zutiefst bewegt. Ende 2013 zog sich Michael Schumacher (57) bei einem Ski-Unglück in den französischen Alpen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Die französische Sport-Tageszeitung "L'Équipe" bringt nun neue Erkenntnisse über die Bergung und die anschließende Behandlung im Krankenhaus ans Licht. Unter anderem sprach die Zeitung mit Yannick Dainese, der als Pilot des Rettungshubschraubers einer der ersten Helfer bei Schumi war. Er berichtet, dass er das Unglück zunächst für einen Scherz gehalten habe. "Aber als der Kommandant uns befahl, unsere Mikrofone und GoPros abzunehmen, und Journalisten verbot, uns zu begleiten, wurde mir klar, dass es stimmte." Während des 25-minütigen Fluges zur Unglücksstelle herrschte Schweigen an Bord.

Unabhängig vom Bekanntheitsgrad der beteiligten Personen, betont Dainese, gelte in diesen Momenten: Höchstleistungen lassen sich nur dann erbringen, wenn man eine strikte emotionale Distanz wahrt. "Für mich war er damals ein Schwerverletzter wie jeder andere", so der Pilot. Dennoch habe er einen gewissen Druck verspürt: "Ich wusste, dass er wie ein Gott verehrt wurde."

"Als ich mich über den Patienten beuge, der noch in seinem Skianzug steckt, erkenne ich Michael Schumacher"

Behandelt wurde Michael Schumacher in den ersten vier Monaten im Universitätskrankenhaus in Grenoble. Auch sein damals behandelnder Arzt Stephan Chabardès sprach in der Tageszeitung erstmals öffentlich über den Unglückstag. Er berichtet, dass er sich wenige Stunden vor seinem Urlaub befunden habe. Doch in der Notaufnahme rückten seine freien Tage komplett in den Hintergrund. "Als ich mich über den Patienten beuge, der noch in seinem Skianzug steckt, erkenne ich Michael Schumacher. Da dachte ich: Oha, der Tag wird kompliziert", erinnert sich der Neurochirurg.

Während die Ärzte um Michael Schumachers Leben kämpften, versammelten sich immer mehr Journalisten vor dem Krankenhaus. Sabine Kehm, die Managerin der Formel-1-Legende, setzte die Mitarbeiter frühzeitig darüber in Kenntnis, dass ein riesiges Medieninteresse auf sie zukommen werde. "Gleich zu Beginn warnt sie mich, dass dieser eingelieferte Patient einen medialen Tsunami auslösen werde und wir sehr vorsichtig sein müssten", so Stephan Chabardès. Denn auf keinen Fall sollten Informationen nach außen dringen. Bis heute hat sich das nicht geändert. Zwar spricht Schumis Familie gelegentlich in Interviews über ihn, offizielle Informationen zu seinem Gesundheitszustand gibt es jedoch nicht.

Verwendete Quelle: L'Équipe

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Auch mich lässt Michael Schumachers Schicksal bis heute nicht los. Die Schilderungen der Retter und Ärzte, die damals unter extremem Druck standen, jagen mir eine Gänsehaut ein, weil sie die dramatischen Sekunden zwischen Normalität und Tragödie so greifbar machen.