Felicitas Woll denkt sich schlank

Ihr Interview mit OK!

Felicitas Woll hat einen Trick: Sie kann sich schlank denken! Kein Babysitter und schon gar kein Babyspeck. Die Schauspielerin verrät, wie sie als junge Mutter eine ziemlich gute Figur macht...

Neulich ist sie wieder mal für den Job quer durch Deutschland gebraust. Zum Dreh ins Münstertal, dann über Magdeburg weiter nach Berlin. Davor stand Feli­citas Woll, 28, wochenlang für das DDR-Drama „Wir sind das Volk“ vor der Kamera, ebenfalls in der Hauptstadt. Zwei Jahre nach der Geburt von Tochter Taisha Valentina häufen sich die Engagements für die Schauspielerin, die mit Freund, Kind, Eltern und Großeltern in einem Dorf in Hessen lebt. Und trotz Stress sowie Tausenden von Kilometern auf ihrem Tacho gar nicht daran denkt, in die Großstadt zu ziehen …

Sie sind eine Nest­hockerin, stimmt’s?
Warum das denn?

Wie man hört, wohnen Sie noch bei Ihren Eltern.
Mittlerweile habe ich meine eigene Wohnung, die aber in der Nähe meines Elternhauses liegt. So gesehen bin ich wirklich nie von Zuhause weggegangen.

Aus Angst davor, flügge zu werden?
Nein. Es gibt eben Landmenschen und Stadtmenschen. Ich gehöre zur ersten Gruppe. Ich bin in einer dörflichen Umgebung groß geworden und finde, dass es nichts Schöneres gibt.

Gilt das auch für das Modell Großfamilie?
So bin ich aufgewachsen, so lebe ich heute noch. Drei Generationen, die quasi zusammenwohnen. Und das ist auch mein größter Schatz, weil ich dadurch sehr, sehr viel Unterstützung bekomme. Ich brauche zum Beispiel keine Nanny, die sich ums Kind kümmert, wenn ich mal nicht da bin. Meine Tochter Taisha ist wirklich ständig zu Hause und dabei total glücklich.

Es ist also immer jemand da, der sich kümmert.
Immer. Taishas Vater hat ja ebenfalls eine große Familie. Sie kann deshalb auf massenhaft Großeltern, Tanten, Onkel zurückgreifen.

Ist es Ihnen trotz aller Unterstützung denn schwergefallen, nach der Babypause wieder zu arbeiten?
Gar nicht. Ich hatte mir damals sowieso vorgenommen, eine Pause einzulegen. Das Kind war auch geplant. Von daher war alles in Ordnung, wie es kam. Etwa anderthalb Jahre nach der Geburt brauchte ich dann aber schon für mich. Hauptsächlich, um wieder in Form zu kommen.

Sie meinen jetzt körperlich?  
Genau. Jede Hausfrau kann sich hängen lassen oder sich zumindest mehr Zeit nehmen, um sich wieder auf Vordermann zu bringen. Da musste ich mich wahrscheinlich mehr anstrengen, um zum Ziel zu kommen.

Weil Sie in der Öffentlichkeit stehen?
Weil ich erst mal gucken muss, ob ich mich auf dem Bildschirm zeigen kann. Am Anfang war ich ja noch dicker, da wurde im Internet gleich diskutiert: „Warum ist die denn so füllig? Was ist da los?“ Als ob es nichts Wichtige­res gibt. Na ja, aber das gehört wahrscheinlich dazu.

Wie sind Sie denn die Pfunde losgeworden?
Wichtig ist, sich schlank zu denken. Man muss sich verändern wol­len, dazu ein bisschen Be­we­gung, auf die Ernährung achten – dann klappt das schon.

Wollen Sie irgendwann noch ein zweites Kind?
Sicher, ich möchte nicht, dass Tai­sha Einzelkind bleibt. Aber das ist Zukunftsmusik. Da plane ich gerade nichts.

Zumindest spielen Sie gleich zwei Mütter.
Richtig, ich habe gerade für die ARD einen Film abgedreht, in dem ich eine Frau darstelle, die ihr Kind auf der Flucht verliert. Und in dem Sat.1-Drama „Wir sind das Volk“ werde ich ebenfalls von meinem Kind getrennt.

In diese Rollen konnten Sie sich bestimmt gut hineinversetzen.
Klar. Für eine Mutter ist das so eine grauenhafte Vorstellung, wenn man daran denkt, dass das Kind nicht mehr da ist. Da laufen die Tränen ganz von selbst.

Gibt es auch reale Momente, in denen Sie Ihre zweijährige Tochter schmerzlich vermissen?
Wenn ich arbeite, kann es sein, dass ich sie eine Woche lang nicht sehe. Das tut schon weh. Aber auf der anderen Seite ist so eine Abwechslung auch wieder ganz schön, weil ich die meiste Zeit des Jahres rund um die Uhr zu Hause bin.

Womit wir wieder beim Thema Heimat wären. Haben Sie nie mit dem Gedanken gespielt, nach Berlin zu ziehen, wo viele Ihrer Schauspielkollegen leben? Natürlich habe ich mir schon die Frage gestellt, wenn ich vom vielen Hin- und Herfahren völlig genervt war. Aber ich weiß, dass ich in Berlin mit diesem hippen Getue konfrontiert wäre.

Hippes Getue?
Das Leben in der Stadt ist doch unheimlich oberflächlich. Ich bin froh, dass ich mich immer wieder zurückziehen kann und von diesen oberflächlichen Gedanken nichts mitbekomme.

Dennis Kayser