Wirbel um Natascha Kampusch - Ihr Vater glaubt ihr nicht!

Die 25-Jährige sagte Berlin-Premiere ihres Films '3096 Tage' ab

Mythos vom entführten Mädchen aus dem Keller? Natascha Kampusch ist erschüttert von den Vorwürfen ihres Vaters Ludwig Koch glaubt seiner Tochter nicht Das Buch Natascha Kampusch stellt den Film Der Film kommt am 28. Februar ins Kino

Wirbel um Natascha Kampusch: Während ihr Film "3096 Tage" heute, 28. Februar, deutschlandweit in den Kinos anläuft, erhebt ihr Vater in einem Buch schwere Vorwürfe gegen seine Tochter. "Ich bin so erschüttert", sagte die 25-Jährige gestern in München - und erschien nicht zur Berlin-Premiere des Streifens.

Das österreichische Entführungsopfer ist von dem Buch "Vermisst. Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch" des britischen Autors Alan Hall entsetzt. Ludwig Koch soll darin unter anderem anzweifeln, dass sie wirklich jahrelang in einem Kellerverlies leben musste. "Ich werde nachdenken müssen und Spaziergänge machen müssen", sagte Kampusch entsetzt. Sie habe nichts von der Veröffentlichung gewusst.

Kampusch wurde als Zehnjährige gekidnappt und war jahrelang in der Gewalt ihres Peinigers Wolfgang Priklopil. Im August 2006, im Alter von 18 Jahren, gelang ihr die Flucht, Priklopil beging Selbstmord.

"Ich bin sprachlos", sagte Kampusch, die derzeit beklemmenden Film "3096 Tage" vorstellt, der auf ihrem Buch über ihre Entführung beruht. Zur gestrigen Premiere in der Hauptstadt ließ sie sich entschuldigen. Wird der Blondine jetzt alles zu viel?

Vater Ludwig Koch glaubt, dass Natascha die Ereignisse im Haus immer noch nicht bewältigt hat - und nicht ehrlich ist, was ihr Verhältnis zu ihrem Peiniger angeht. 

So schreibt Autor Hall in dem Buch: "Was sich zwischen Natascha und Priklopil entwickelte, was sie für ihn empfunden hat, das erscheint verschleiert. Polizeibeweise lassen Ludwig Koch glauben, dass sie nicht ehrlich war, wenn sie über ihr Leben mit Priklopil spricht. In späteren Jahren durfte sie in seinem Bett schlafen."

Der Vater finde es merkwürdig, dass Natascha Priklopil einen "Verbrecher" nannte, sich aber nach seinem Tod auf seinen Sarg stürzte und weinte. Brisant auch, was in "Vermisst" über das Kellerverlies zu lesen ist: 

"Der Keller schaut so aus, als wenn in diesem Raum nie jemand für lange Zeit lebte. Das Mädchen aus dem Keller ist ein Mythos. Sie wartete mit ihrer Flucht, bis sie 18 war, weil sie nicht in ein Heim wollte oder zu ihrer Familie zurück."

War alles tatsächlich ein Fake, wie Koch behauptet - oder versucht der Vater mit der Geschichte des Entführungsopfers lediglich Geld zu scheffeln?

Das werden sich ab heute auch die Zuschauer fragen, die sich den beklemmenden Film "3096 Tage" im Kino ansehen.

Hier geht's zum Trailer: