Zarah Leander: Das große Geheimnis der Schlager-Diva

Bis heute umstritten

Zarah Leander, † 74, ist ein Mythos! Die Schlager- und Film-Diva ist vor 39 Jahren gestorben. Bis heute halten sich die Gerüchte, dass die Sängerin und Schauspielerin mit der dunklen Stimme eine Geliebte Hitlers gewesen sei. Was steckt dahinter?

Mythos Zarah Leander

Der 23. Juni war der 39. Todestag von Zarah Leander. Zu Lebzeiten wurde die in Schweden geborene und aufgewachsene Sara Stina Hedberg, wie Zarah Leander mit bürgerlichem Namen hieß, als „zweite Garbo“ verehrt. Als Schwedin mit deutschen Wurzeln machte sie im nationalsozialistischen Deutschland Karriere als Sängerin und Filmschauspielerin. Das Publikum liebte ihre dunkle Kontra-Alt-Stimme, mit der sie Schlager sang wie „Nur nicht aus Liebe weinen“, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ oder den berüchtigten Durchhalte-Schlager im 2. Weltkrieg „Davon geht die Welt nicht unter“.

Geliebte von Adolf Hitler?

Propagandaminister Joseph Goebbels war begeistert von seinem neuen Star, der so viel Geld in die Kassen der brutalen Naziherrscher fließen ließ. Zarah Leander spielte die Hauptrolle im bis heute erfolgreichsten deutschen Kinofilm aller Zeiten: 27 Millionen Zuschauer sahen 1942  das Melodram „Die große Liebe“. Und auch Adolf Hitler war ein Verehrer der großen Diva.

Doch war sie auch die Geliebte des Diktators? Bis heute hält sich das Gerücht, Zarah Leander und Hitler hätten eine Affäre gehabt. Nach dem Krieg wurde die Künstlerin in Schweden deswegen sogar mit einem Radioverbot belegt. Merkwürdig ist, dass es bis heute keine Fotoaufnahmen gibt, auf denen sich die beiden zusammen zeigten. Aber wie die „arte“-Dokumentation „Die Akte Zarah Leander“ zeigte, ist an den Gerüchten nichts dran. Auch die Behauptung, dass die Diva eine kommunistische Spionin von Stalin war, entkräftet die Dokumentation.

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Geheimnisvolle Flucht

Warum die bis heute in der schwul-queeren Community verehrte Zarah Leander aber 1943 plötzlich ihre Koffer packte, ihre Millionen Fans hinter sich ließ, sogar ein geschenktes Schloss von Goebbels ausschlug und sich trotz laufender Verträge auf ihr Gutshaus im schwedischen Lönö zurückzog, bleibt bis heute ein Rätsel. Zarah Leander hat sich dazu nie geäußert. Die Autorin Jutta Jacobi vermutet in ihrer Monografie „Zarah Leander. Das Leben einer Diva“, dass Geobbels sie unter Druck setzte, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, was sie ablehnte.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg stellte sich Zarah Leander als unpolitische Künstlerin dar, die von den grausamen Verbrechen der Nazi-Diktatur nichts gewusst haben will. Sie bezeichnete sich selbst als „politische Idiotin“ und behauptete: „Ich habe immer nur Liebesfilme gemacht“. So wirklich geglaubt hat man ihr das nicht. In Schweden spielte sie noch in einigen Theaterstücken, Filmen und Musicals mit. Zarah Leander verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens im Rollstuhl und starb im Alter von 74 Jahren nach einem Gehirnschlag am 23. Juni 1981 in einem Stockholmer Krankenhaus. Bis heute wird die zwiespältige Künstlerin verehrt und verachtet.