Zukunftsplanung & Modernisierung: Wie weit sollten Bauherren gehen?

Welche Baumaßnahmen machen Sinn und was muss man dabei beachten?

Wer kann schon in die Zukunft blicken? Realistisch gesehen, niemand. Doch trotzdem ist diese Vorhersage zukünftiger Entwicklungen genau das, was Bauherren und Sanierer beherrschen müssen, damit ihr Haus nicht schon in wenigen Jahren zum alten Eisen gehört. Was bei handfesten technischen Einbauten allein schon durch internationale Normierungen relativ leicht möglich ist, kann sich bei den auf den Markt drängenden, unterschiedlichen elektronischen Systemen jedoch schnell als Sackgasse herausstellen. Wie man sich in diesem Wirrwarr zurechtfinden kann und warum es auch Zukunftsgläubige nicht mit der Technisierung ihres Eigenheims übertreiben sollten, erklärt der folgende Kommentar.

 

 

1) Warum für die Zukunft planen?

Gute Frage: Denn schließlich wird ein Haus im Hier und Jetzt gebaut.

1.1 Das Haus – Abbild der Gegenwart

1.1.1 Technische Realitäten

Grundsätzlich ist es so: Jedes Haus, ob es neu gebaut oder kernsaniert wird, stellt nach seiner Fertigstellung den momentanen Stand der Techniken dar. Das gilt für Dämmungen ebenso wie für Elektrik, Sanitär-Installationen und auch seit langem unveränderte Konstruktionsmerkmale wie

Dachstühle. Nur: Auch wenn vieles davon seit mehreren Jahren praktisch unverändert gebaut wird, können schon morgen technische Neuerungen manches, was heute teuer installiert wurde, alt aussehen lassen.

1.1.2 Relative Unvorhersehbarkeiten

Zudem gibt es auch Unwägbarkeiten, die momentan noch keinen Normen unterliegen und es vielleicht in absehbarer Zeit auch nicht werden. Und genau hier lauert die Gefahr, aufs falsche Pferd zu setzen. Bei vielen Techniken fehlen schlicht die Langzeiterfahrungen, das gilt insbesondere bei neuen Baumaterialien, bei denen die Auswirkungen der Jahrzehnte von den Ingenieuren bestenfalls extrapoliert werden können. Aber es betrifft auch Dinge, die so neu sind, dass sich die Hersteller vielleicht noch gar nicht auf Standards einigen konnten – Alleingänge können hier aber in eine Sackgasse führen.

1.2 Der Sonderfall Altbau

Ganz besonders drängt sich die Zukunftsplanungs-Frage bei Altbauten auf. Denn hier kommen Problematiken aufs Tableau, die sich bei einem Neubau erst gar nicht stellen.

1.2.1 Vorgegebene Fakten

Wie schnell die Zeit für einst Modernes vergehen kann, zeigt sich an Altbauten: Auch diese wurden nach damaligen Normen und dem Stand der Technik gebaut – benötigen heute aufgrund veränderter Anforderungen und Gesetzeslagen umfangreiche Modernisierungen.

Das ist beispielsweise die Tatsache, dass ein Altbau schon viele Jahre steht. Auch er wurde seinerzeit nach dem damaligen Stand der Bautechnik errichtet – dennoch zeigt sich je nach Alter sofort: Vieles bis gar nichts davon ist noch zeitgemäß und muss ausgetauscht werden. Bei Häusern der 30er Jahre aber auch Nachkriegsbauten konnte niemand voraussehen, wie ungleich größer die Zahl der elektrischen Abnehmer von Leuchten bis LED-Fernseher im Jahr 2016 sein würde – entsprechend sind ihre Hausanschlüsse heute hoffnungslos unterdimensioniert für die angeforderten Leistungen.

Oder nehmen wir die angesprochene Normierung: Ja, auch bleierne Wasserrohre waren früher normiert, ebenso stoffummantelte Stromleitungen und Dachbedeckungen mit Asbest-Anteil – nur würden diese heute in jedem Fall ausgetauscht werden müssen. Außerdem konnte bei früheren Häusern niemand voraussehen, welchen Stellenwert heute Solarpaneele und Dämmungen haben würden – weshalb die Dachstühle solcher Häuser selten diese zusätzlichen Gewichte dieser Installationen aushalten und getauscht werden müssen. Zudem gab es auch damals schon ein eingangs genanntes Problem: Mangelnde Langzeiterfahrung. Das führte beispielsweise dazu, dass Betonkonstruktionen wie Balkone unterdimensioniert gebaut wurden und heute umfangreicher Arbeiten bedürfen.

1.2.2 Unvereinbar mit Zukünftigem?

Zudem ist es bei Altbauten fakt, dass deren Realitäten wie hohe Raumdecken und im Vergleich dazu kleine Dachflächen auch die Integration von Neuerungen stark erschweren oder gar verunmöglichen können: Die genannte Kombination aus hohen Raumvolumina und geringer Dachfläche macht es bei einem Altbau praktisch unmöglich, ihn allein mit Solarthermie zu heizen. Diese Beispiele verdeutlichen: Es ist praktisch unmöglich, so planen, dass eine heute realisierte Installation auch tatsächlich noch in 20, 30 oder mehr Jahren up-to-Date ist. Das nimmt jedoch teilweise auch viel Druck vom Hausherren: Denn Technik wird sich immer weiterentwickeln. Wichtig ist nur – und das ist die Quintessenz – dass darauf geachtet wird, dass immer Abwärtskompatibilität gegeben bleibt.

1.2.3 Die finanzielle Hürden

Gerade bei Dämmungen gehen die Meinungen auseinander: Die Regierung zwingt Hausbesitzer dazu, viele Experten sehen in den Kunststoffen jedoch mehr Schaden als Nutzen, etwa bei der Brandgefahr.

Gleichsam ist es eine schlichte Tatsache, dass auch Sanierungen mächtig ins Geld gehen – und alles, was neu oder vielversprechend ist, kostet nochmal eine Stange mehr, einfach weil es brandneu ist.

1.2.4 Der Zwang zur Kernsanierung

Wer nur zehn Prozent der Außenfassade seines Altbaus neu verputzen lässt, muss in Deutschland per Gesetz eine Wanddämmung installieren. Auch dies geht ebenso ins Geld wie der Zwang, die oberste Geschossdecke oder das Dach zu dämmen – wer saniert, muss also sowieso schon von Staats wegen sehr viel Geld ausgeben. Auf ganz neue Techniken zu setzen – bei denen vielleicht ebenfalls noch keine Langzeiterfahrung vorhanden ist – verteuert also ein sowieso schon kostspieliges Projekt weiter.

2) Sinnvolle Modernisierungen

Und gemäß diesem Credo sollten Bauherren bei ihren Modernisierungen eher darauf achten, dass das, was sie modernisieren, bereits eine Normierung, wenigstens aber eine weite Verbreitung hat.

2.1 Außenbereich

2.1.1 Terrasse, Garage und Co.

Ein Beispiel für Modernisierung im Außenbereich wäre es, seiner Garage ein neues Dach zu verpassen – Zukunftsplanung kommt hingegen ins Spiel, wenn dessen Balken stark genug gewählt werden, um später auch das zusätzliche Gewicht einer Solaranlage tragen zu können

Bei Anbauten sowie Garagen etc. reicht es für eine gute Zukunftsplanung aus, wenn sichergestellt ist, dass die Elektrik ausreichend stark und abgesichert ist. Wer hier sowieso Dächer erneuern muss, kann auch noch darauf achten, das Neumaterial ausreichend stark zu wählen, um eine zukünftige Installation von Photovoltaik zu ermöglichen.

2.1.2 Der Garten

Auch Pflanzen sind Zukunftsplanung, doch etwas anders als beim restlichen Bau: Hier sollte bei Bäumen und Sträuchern auf einen gesetzeskonformen Abstand zum Nachbarn geachtet werden. Allein schon deshalb, damit diese nicht irgendwann über die Grenze wuchern und Streit provozieren – denn solche Lappalien blockieren die Gerichte immer wieder. Bei der Technik sollte bedacht werden, zumindest ein ausreichendes Erdkabel in den Garten zu verlegen – falls dort später mal eine Elektroinstallation benötigt wird.

2.2 Haus außen

2.2.1 Dachstuhl

Dass Dachdämmungen zur Pflicht werden könnten, dachten von nur 40 Jahren die wenigsten – aufgrund dieser mangelhaften Zukunftsplanung müssen heute reihenweise gesunde Dachstühle ersetzt werden, weil sie das zusätzliche Gewicht dieser Maßnahmen nicht aushalten.

Muss der Dachstuhl modernisiert werden, wird sowieso auch eine Dämmung installiert. Wer jedoch in die Zukunft investieren will, achtet bei den Stärken der Balken darauf, dass diese nicht nur eine später vielleicht notwendige, noch stärkere Dämmung aufnehmen können, sondern vielleicht auch noch eines Tages zur Pflicht werdende Solaranlagen. 

2.2.2 Dachdeckung

Bei der Dachdeckung ist hingegen weniger Planung vonnöten: Dachziegel sind von den Abmessungen her normiert und somit zukunftssicher. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass ein dauerhaft haltbares

Material zum Einsatz kommt.

2.2.3 Wanddämmung: Ja oder Nein?

Wie schon angesprochen wird die Wanddämmung unter bestimmten Voraussetzungen zur Pflicht. Doch: Wie sieht es aus, wenn kein Putz erneuert werden soll? Dann scheiden sich die Geister: Denn eine Wanddämmung am Altbau kann auch viele Probleme hervorrufen:

  • Zusätzliche Brandgefahr
  • Schimmel durch Abdichtung der Wände
  • Algen an schattigen Stellen
  • Langzeitgiftigkeit der verwendeten Chemikalien
  • Dennoch ist die Wanddämmung eine sinnvolle Maßnahme. Und zwar aus zweierlei Gründen: Erstens kann es durchaus sein, dass diese Dämmungsform irgendwann noch zur generellen Pflicht wird. Und zweitens werden dadurch gewaltige Einsparungen beim Energiebedarf möglich. Und die Energiepreise werden definitiv weiter steigen.

2.2.4 Feuchte Keller

Viele Altbauten wurden ohne festen Kellerboden gebaut. Spätere Besitzer machten den Kardinalsfehler und ließen Beton oder Estrich eingießen. Die Folge: Feuchtigkeit zog in die Wände. Doch auch von außen lauert Gefahr, weil die Kellerwände ohne Schutz in Dauerkontakt mit dem feuchten Mutterboden stehen. Zeigt sich das Untergeschoss deshalb muffig-feucht, gibt es in erstgenanntem Fall nur eines: Den Betonboden wieder entfernen und, falls unbedingt ein fester Boden hinein muss, nach dem hier erklärten Schema verfahren.

Die Wände eines feuchten Kellers freizugraben, trocknen zu lassen und anschließend mit einem Bitumen-Anstrich zu versehen, ist Sanierung und Zukunftsplanung in einem, denn der Keller wird nicht nur trockengelegt, sondern auch für die kommenden Jahre effektiv vor neuer Feuchte geschützt.

Zudem empfiehlt es sich, die Kellerwände aufzugraben, trocknen zu lassen und dann mittels Bitumen oder Dichtungsmatten von der Erdfeuchte abzutrennen. Damit sollten die meisten Feuchtigkeitsprobleme beseitigt werden. Zusätzlich kann auch die Kellerdecke gedämmt werden, um Kälte vom Wohnbereich fernzuhalten.

2.3 Haus innen

2.3.1 Fenster & Türen

Außentüren und –fenster, die Jahrzehnte auf dem Buckel haben, sind energetische Lücken. Sie zu ersetzen, ist praktisch Pflicht. Weniger zukunftssicher ist es hingegen, auf Fenster mit integrierten, elektrisch betriebenen Rollläden zu setzen: Hier ist unklar, wie in vielen Jahren die Ersatzteilversorgung aussieht. Besser ist das klassische Rollladenband – aber mit einem aufgesetzten Elektroantrieb. Und bei Innentüren kann es sich auch auszahlen, sie etwas breiter anzulegen: Jeder Hausbesitzer wird mal alt und freut sich dann vielleicht über entsprechende Barrierefreiheit.

2.3.2 In Bad und WC…

Das Bad ist hingegen einer der Räume, die wie kaum ein zweiter von Normierungen bestimmt werden. Deshalb gilt hier die gute Nachricht: Fehler kann man hier kaum begehen, denn von Wasserhahn bis Toilette wird es auch in vielen Jahren noch passendes Material geben.

2.3.3 Stichwort Elektrik

Die Stromversorgung ist immer eine Gratwanderung, denn wird sie wirklich von Grund auf erneuert, müssen die Wände aller Räume aufgestemmt werden. Das ist aber faktisch nur nötig, wenn entweder die Kabel stoffummantelt sind oder aber sehr viele neue Steckdosen gesetzt werden sollen. Ein guter Rat ist deshalb: Reichen Kabel und Anschlüsse auch für heutige (Sicherheits-) Ansprüche, genügt es vollkommen, neue Steckdosen zu setzen – allerdings nur für eine jetzige Sanierung, denn Zukunftssicherheit erfordert mehr, wie weiter unten noch zu lesen sein wird.

Worauf Sanierer jedoch in jedem Fall blicken sollten: Der Zählerschrank. Als Herzstück der Hauselektrik ist er der wichtigste Ansatzpunkt, wenn später Systeme ergänzt werden sollen. Zudem gilt:  Seit Januar 2010 müssen bei Modernisierungen sowieso digitale Haushaltszähler verbaut werden. Ein neuer Zählerschrank, der einen solchen enthält, dient also nicht nur der besseren Sicherheit durch modernere Sicherungen, sondern hilft massiv beim Energiesparen, weil die Verbräuche sehr viel besser kontrolliert werden können, als bei Althergebrachtem.

2.3.4 Heizung

Auch bei der Heizung ist die Gesetzeslage überaus eindeutig: Was älter als 30 Jahre ist, muss ausgetauscht werden. Wie weit die Sanierung gehen soll, hängt vor allem von der bislang verbauten Heizung ab: Bei Nachtspeicheröfen ist die Lage klar, sie sollten raus, weil auch Neugeräte extrem ineffektiv sind. War jedoch bereits eine Zentralheizung samt der notwendigen Rohrleitungen installiert, sollte auch wieder eine solche gewählt werden, um das teure und langwierige Verlegen der Rohre zu vermeiden.

3) Wie weit geht Zukunftsplanung?

Angesichts all dieser Tatsachen sollten Bauherren extrem vorsichtig sein, was sie in ihr Haus integrieren.

3.1 Von der Unmöglichkeit, in die Zukunft zu blicken

3.1.1 Rasende Technik‐Entwicklung

Denn es ist einfach Realität: Die Elektronik wird auch im Hausbau immer dominanter auch abseits von Fernseher und Computer. Gleichsam werden jedoch auch die Halbwertszeiten ebendieser Elektronik immer geringer, gleichzeitig steigt jedoch die Auswahl: Alleine für das Smart Home konkurrieren sieben verschiedene Funkstandards miteinander. Das macht Fehlauswahlen sehr viel wahrscheinlicher und wegen der Systemkosten auch riskanter. Aus diesem Grund finden sich besonders im Bereich der Unterhaltungselektronik, die ja heute ein zentraler Punkt der Hauseinrichtung ist, diverse Nevativbeispiele:

3.1.2 Aufs falsche Pferd gesetzt ‐ Negativbeispiele

Kennen Sie den Begriff Betamax und haben schon mal vom Formatkrieg gehört? Wenn nicht, liegt es daran, dass es eine dieser Techniken ist, die sich gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen konnte: Betamax war im Heimkinobereich Ende der 1970er ein gleichwertiger Konkurrent zur VHS-Videokassette – konnte sich aber aus unterschiedlichen Gründen ebenso wenig behaupten, wie die Formate VCR und Video2000.

Wer heute im Alter ist, ein Haus zu bauen oder zu sanieren, erinnert sich vielleicht auch noch an die MiniDisk. Ein Tonträger, der die Vorteile eines klaren CD-Klangs mit der Überschreibbarkeit der analogen Musikkassette verband. Eigentlich ein Erfolgsrezept, das auch Ende der 1990er im Durchbruch begriffen war. Dann jedoch kam mp3 und günstige Solid-State-Datenträger, die den mp3-Player für die Massen ermöglichten – das brach der MiniDisk das Genick.

3.1.3 Kann ein Haus überhaupt zukunftssicher sein?

Ja, das kann es – allerdings nur dann, wenn der Besitzer in der Lage ist, sich bei der Auswahl neuer Techniken zurückzuhalten. So sehr modernste Features natürlich reizen, nur wer auf Bewährtes setzt und etwas Geduld aufbringen kann, bevor er neueste Technik implementiert, kann sicherstellen, dass sein Haus zukunftssicher ist. Dazu gehört jedoch auch, sich nicht gänzlich vor Modernem zu verschließen: Dann nämlich kann auch der Zeitpunkt kommen, an dem eine solche Verweigerungshaltung zurückschlägt, weil kostengünstige Modernisierungen verschlafen wurden und nun weitaus aufwendigere und teure Maßnahmen vonnöten sind.

3.2 Sinnvolle Maßnahmen

3.2.1 Smart Home

Smart Home ist momentan der ganz große Renner bei Hausbesitzern. Und das nicht nur, weil es beispielsweise ermöglicht, ohne DVD- oder sonstigen Wechsel einen Film im einen Zimmer zu beginnen und in einem anderen fortzusetzen. Doch gerade weil Smart Home so beliebt ist, drängen viele unterschiedliche Hersteller mit jeweils eigenen Systemen auf den Markt – auch in diesem Segment sprechen Medien schon von einem Herstellerkrieg. Der beste Rat kann deshalb sein, sich nicht auf die Versprechungen einzelner Verkäufer zu verlassen, sondern maximale Vergleiche anzustellen. Grundsätzlich sind alle Systeme positiv, die die Implementierung verschiedener Funkstandards erlauben und auch Endgeräte anderer Hersteller akzeptieren.

3.2.2 Elektrik

Bei der Elektrik funktioniert Zukunftsplanung am besten, indem bei der Modernisierung nicht nur darauf geachtet wird, was jetzt im Haus installiert ist, sondern auch, was vielleicht noch kommen kann. In diesem Sinne ist es grundsätzlich von Vorteil, Leitungen, Abzweigungen und alles, was erneuert wird, ausreichend zu dimensionieren, sodass später mit minimalstem Aufwand weitere Abnehmer integriert werden können. Auf eine falsche Technik setzen können Hausbesitzer mit dieser Voraussicht nicht: Elektrik ist in Deutschland umfangreich normiert.

3.2.3 Heizung

Bei der Heizung gibt es auf der Anschlussseite ebenfalls wenige Probleme, denn auch hier herrschen Normen. Zukunftsplanung bedeutet hier also die Wahl von Brennstoffen, die auch in vielen Jahren noch kostengünstig zu erwerben sind – damit fällt Öl, trotz der momentan niedrigen Preise, aus. Gas

ist besser. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Heizung in diesem Fall durch kostenlose Wärmeerzeuger wie die Solarthermie ergänzt werden kann – falls die Gaspreise irgendwann durch die Decke gehen sollte.

Gut für die dauerhafte Versorgung und das grüne Gewissen können Holz- und Pelletheizungen sein. Aber auch hier gilt: Je mehr Leute solche Systeme installieren, desto eher werden die Preise steigen, auch wenn Holz im Vergleich zu Öl und Gas rasend schnell nachwächst.

3.3 Der Segen Normierung?

In diesem Text wurde schon mehrfach die Normierung als großer Vorteil hervorgehoben. Und das nicht von ungefähr. Denn Normen garantieren sehr viel besser eine Standardisierung, als es jegliche Absprache zwischen Herstellern könnte. Und Normen sind so wichtig, dass sie ihren eigenen jährlichen Gedenktag haben – den Weltnormentag..

3.3.1 Warum Normen die Zukunftsplanung erleichtern

Ein ganzes Haus besteht praktisch aus einer Aneinanderreihung von Normen. Sie diktieren dem Elektriker, wie viele Steckdosen und Lichtschalter er in einem Raum je nach Nutzung mindestens verbauen muss – und auch, in welcher Höhe diese zu liegen

haben. Und auch der Klempner bekommt bereits im ersten Lehrjahr eingetrichtert, dass die Oberkante eines Waschbeckens 88cm vom Boden entfernt zu sein hat. Gleiches gilt auch für Rohrdurchmesser, Gewinde, Biegungswinkel von Kabeln sowie die notwendigen Leitungsquerschnitte.

Die Zukunftssicherheit resultiert daraus, dass Normen eine sehr lange Lebenszeit haben – und es zudem notwendig ist, Abwärtskompatibilität zu gewährleisten. Dass bedeutet beispielsweise: Wer in seinem Bad von 1952 eine neue Duscharmatur installieren möchte, kann sicher sein, dass die Leitungen für heißes und kaltes Wasser den notwendigen Abstand haben, damit auch die brandneue Armatur problemlos angeschraubt werden kann.

3.3.2 Baunormen – Kurzübersicht

Ein Bau besteht wie bereits angemerkt aus unzähligen Normen die vom Mischungsverhältnis des Zements für die Bodenplatte bis zu den Abständen (und Stärke) der Dachsparren reichen. Einen kleinen Einblick gibt ein Architekt auf seiner Seite. Wohlgemerkt handelt es sich bei dem achtseitigen Dokument nur um eine Auflistung der wichtigsten Normen!

4) Zusammenfassung und Fazit:

Modernisierung ist notwendig und oftmals auch schlichtweg gesetzlich vorgeschrieben. Dort, wo Normen im Bau herrschen, wird zumindest für die mittelbare Zukunft Sicherheit gegeben. Doch ist tatsächlich nur das sicher, dass aufgrund solcher externer Vorgaben dazu gezwungen wird. Anders sieht es vor allem im Bereich der Elektronik aus, wo die Entwicklung rasend schnell verläuft und es wenig bis keine herstellerübergreifenden Standards gibt.

Und das wiederum bedeutet: Je moderner, desto unerprobter aber desto teurer sind Techniken. Allein schon aus diesem Grunde sollten Bauherren sowohl beim Neubau als auch der Sanierung in der Breite auf Erprobtes setzen und nicht in blinder Zukunftsgläubigkeit alles glauben, was ihnen vorgegaukelt wird. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern vielleicht schon in wenigen Jahren die Nerven.