Interview

Demi Moore: "Ich werde oft unterschätzt"

In der neuen Erfolgsserie "Landman" verkörpert Demi Moore eine entschlossene Witwe an der Spitze eines Ölimperiums. Im Interview reflektiert die Schauspielerin über ihre späte Anerkennung in Hollywood und die Bedeutung persönlicher Wurzeln.

Demi Moore bei den Oscars
Demi Moore hat vor Kurzem ihren Stern auf dem "Walk of Fame" erhalten – für die Schauspielerin hätte der Zeitpunkt nicht perfekter sein können.© Getty Images

Demi Moore im Interview über "Landman" und das Leben

Als Cami Miller, die nach dem Tod ihres Mannes ein Ölimperium allein leiten muss, brilliert Demi Moore (63) in der Erfolgsserie „"Landman". Im Interview spricht die US-Schauspielerin über ihre lange Karriere, neues Selbstvertrauen und die Kunst, loszulassen.

Der Titel "Landman" hat ja viel mit Besitz, Boden und Verantwortung zu tun. Erinnern Sie sich noch, wann Sie zum ersten Mal Land kauften – und was das für Sie bedeutete?

Ich bin als Kind sehr viel umgezogen, deshalb hatte ich lange kein wirkliches Zuhause. Erst als Erwachsene habe ich gelernt, was es heißt, irgendwo Wurzeln zu schlagen. Mein Haus in Idaho ist für mich heute ein Zufluchtsort – mitten in der Natur, still, weit, ursprünglich. Dort finde ich Frieden, dort tanke ich auf.

Sie spielen in der Serie eine Mutter – und auch privat haben Sie drei Töchter. Erkennt man sich da manchmal wieder?

Absolut! Auch wenn sie längst erwachsen sind – sie bleiben immer meine Babys (lächelt). Ich glaube, das versteht jede Mutter. Diese Verbindung hört nie auf.

Sie erhielten kürzlich einen Stern auf Hollywoods "Walk of Fame". Wie fühlt sich das an?

Ich freue mich riesig darüber. Und ich bin ehrlich gesagt froh, dass es jetzt passiert – nicht früher. Heute kann ich es wirklich schätzen. Es fühlt sich verdient an, gewachsen, wie ein Moment, der zum richtigen Zeitpunkt kommt.

Das macht den Eindruck, als schätzten Sie sich jetzt erst selbst. Wurden Sie denn oft unterschätzt?

Durchaus. Es gab viele Momente, in denen ich gespürt habe: Man traut mir weniger zu, als ich tatsächlich kann. Aber genau das hat mich immer angetrieben – nicht trotzig, sondern leise entschlossen. Ich habe gelernt, meine eigene Stärke nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen.

Wenn Sie auf Ihre Rollen und Ihr Leben schauen, was geht Ihnen da durch den Kopf?

Jede Erfahrung fügt etwas hinzu und hoffentlich entsteht daraus am Ende ein Leben, das wirklich gelebt wurde. Früher wollte ich vieles kontrollieren – heute lasse ich mehr geschehen. Ich versuche, Dinge mit Neugier zu betrachten, nicht mit Angst.

Das klingt nach viel Vertrauen ins Leben.

Ja. Ich vertraue mehr – Menschen, Situationen, auch mir selbst. Nicht alles braucht einen Plan. Manchmal reicht es, einfach "Ja" zu sagen und zu sehen, wohin das führt. Ich glaube, das Leben entfaltet sich genau dann am schönsten, wenn man nicht versucht, es festzuhalten.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Printausgabe von VIEL SPASS. Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen VIEL SPASS – Jeden Mittwoch neu am Kiosk.