Maria Furtwängler im Beauty-Talk

Tatort: Badezimmer

Die TV-Kommissarin Maria Furtwängler über das Älterwerden, wahre Schönheit und die Kunst wahrhaftig zu bleiben.

Als "Tatort"-Kommissarin Charlotte­ Lindholm hat sie ihren ganz eigenen, mal humorvollen, mal mitfühlenden, Stil gefunden, Verbrecher zu jagen. "Sie lebt in dem Bewusstsein, eine starke Frau zu sein", beschreibt Maria Furtwängler, 43, ihre Rolle. "Ihre Stärken sind ihre Intelligenz und die Fähigkeit, Menschen schneller zu durchschauen als andere." Trotzdem bleibe sie eine verletzliche, berührbare Frau, so Furtwängler, die auch mal die Distanz verliert. Sprechen wir also über Ausstrahlung und Schönheit …

Was strahlen Sie selbst als Frau aus?

Ich denke, eine Offenheit und eine gewisse Neugierde.

Erleben Sie Momente, in denen Sie sich als Frau besonders schön fühlen?
Ja, zum Glück, wenn ich mich zum Beispiel für eine Gala herrichte. Da denke ich oft: Haben wir Frauen ein Glück, dass wir uns Schminken können! Ich bin aber kein Mensch, der sich selbst besonders hübsch findet. Das hat wohl damit zu tun, dass ich immer das ­Gefühl hatte, dass meine Mutter (Kathrin Ackermann, Anm. d. Red.) die Schönere ist. Sie war die Schauspielerin, die schöne Frau.

Trotzdem haben Sie denselben Beruf ergriffen …
Über die Schauspielerei habe ich anfangs nie nachgedacht und lieber Medizin studiert. Für mich war das Thema Schönheit eben besetzt, weil meine Mutter so eine auffallend hübsche Frau war. Und so habe ich lieber Medizin studiert und über die Schauspielerei anfangs nicht nachgedacht. Ich werde nie vergessen, wie mal eine Schulkameradin zu mir gesagt hat: "Mein Gott, hast du eine schöne Mutter!" Oder wie ein Bekannter erstaunt fragte, als er meinen ersten Freund kennenlernte: "Der sieht aber gut aus! Was will denn der mit DIR?"

Wie uncharmant …
Ich habe erst später entdeckt, dass ich auch ganz gut aussehen kann. Ich hatte eher das Gefühl, ich bin lustiger als die anderen: Ich war der Klassenclown und schnell im Kopf. Ich dachte mir, gut, das sind also meine Waffen.

Ist Schönheit denn zu Ihrer Währung geworden?
Ich bin niemand, der sich ständig damit beschäftigt, wie er aussieht. Aber mir geht es ja selbst so, wenn ich einen Film angucke: Man schaut gern in ein schönes Gesicht, genießt die Schönheit. Es gibt Aufnahmen von mir, auf denen Licht und Make-up perfekt sind und bei denen ich denke: Hui, das ist aber schön, ebenmäßig, attraktiv und strahlt etwas aus …

Verspüren Sie Druck, schön sein zu müssen?
Nein. Als Schauspielerin empfinde ich einen ganz anderen Druck: Ich will wahrhaftig sein. Aber es ist ein Privileg, schön zu sein. Und es gibt sicherlich auch Situationen, in denen Schönheit eher stört. In dem TV-Film "Vom Glück nur ein Schatten", den ich gerade drehe, spiele ich eine Frau, die im Verlauf des Films um fast 30 Jahre altert. Da sehe ich am Schluss alles ­andere als schön aus. Und das ist auch durchaus befreiend, weil man uneitler wird. Aussehen spielt dann überhaupt keine Rolle mehr. Ich bin dann eben eine alte Frau.

Was tun Sie für Ihre Schönheit?
Ich bin ein totaler Pflege-Freak. Es wird immer skurriler! Wenn ich reise, habe ich, ich weiß nicht, wie viele Töpfchen und Tiegel dabei. (lacht) Ich könnte nicht duschen, ohne mich danach einzucremen – mit vielen verschiedenen Cremes: für den Körper, das Gesicht, die Hände, die Augen …

Also reisen Sie nicht mehr mit Handgepäck?
Doch, na klar. Ich habe natürlich alles in so kleine Miniaturfläschchen gefüllt.

Sie verbinden Ihre Rolle als L’Oréal-Paris-­Botschafterin mit einem karitativen Zweck …
Ich habe mich gefragt, wie kann ich helfen? Ich kann für Aufmerksamkeit sorgen und Geld spenden: Deshalb unterstützt L’Oréal Paris "Ärzte für die Dritte Welt" – und ich spende mein Honorar der Organisation.

Kati Degenhardt