Interview

Jennifer Aniston: "Wir haben uns wirklich gefunden"

Nomen est omen: Vor über 25 Jahren begann bei "Friends" ihre Freundschaft. Jetzt standen Jennifer Aniston (57) und Reese Witherspoon (49) erneut für ihre gemeinsame TV-Serie "The Morning Show" vor der Kamera. Im Interview sprechen die Hollywood-Stars über ihre besondere Verbindung, und verraten, wie sie trotz Ruhm und Druck nicht den Boden unter den Füßen verlieren ...

Jennifer Aniston und Reese Witherspoon auf red Carpet; grüner Hintergrund
Jennifer Aniston und Reese Witherspoon lernten sich 2000 bei "Friends" kennen. Heute sind sie enge Freundinnen.© Imago

Jennifer Aniston & Reese Witherspoon: Ihr Rat an alle Frauen – "Kämpft für das, was ihr wollt"

Sie arbeiten nun schon vier Staffeln Seite an Seite – als Schauspielerinnen und Produzentinnen. Wie hat sich Ihre Zusammenarbeit entwickelt?

Jennifer Aniston: "Nach so vielen Jahren ist es inzwischen wie ein natürlicher Rhythmus. Wir haben uns wirklich gefunden – jede von uns hat ihre Stärken, und das ergänzt sich wunderbar."

Reese Witherspoon: "Genau, es ist mittlerweile fast mühelos. Wir steigen ein, und es fühlt sich sofort vertraut an."

Sie beide haben die Branche entscheidend mitgeprägt. Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die in Ihre Fußstapfen treten wollen?

Jennifer Aniston: "Vor allem: nicht aufgeben. Es gibt heute zum Glück mehr Frauen hinter der Kamera – als Regisseurinnen, Autorinnen, Produzentinnen. Aber das war nicht immer so. Früher wurde man fast belächelt, wenn man sagte: 'Ich möchte Produzentin sein.' Heute haben wir diesen Platz am Tisch. Mein Rat an junge Frauen: Kämpft für das, was ihr wollt, und lasst euch nicht auf ein Nein gefallen."

Reese Witherspoon: "Und sucht euch Verbündete! Zusammenarbeit ist ein Riesenvorteil. Jen und ich haben uns immer gegenseitig unterstützt. Wir konnten einander anrufen und sagen: 'Das ist ein großartiges Projekt, aber ich mache es nur, wenn du dabei bist.' Diese Partnerschaft war von Anfang an unsere größte Stärke."

Jennifer Aniston: "Wer hätte gedacht, dass meine kleine Serien-Schwester aus 'Friends' einmal meine Produzentin und Partnerin in Crime wird? (lacht) Das macht mich unglaublich stolz – und zeigt, wie wichtig echte Freundschaften im Leben sind."

Jennifer Aniston & Reese Witherspoon: So schützen sie ihre mediale Gesundheit

Wie gehen Sie mit Druck und Erwartungen um?

Reese Witherspoon: "Es ist gefährlich, seinen Wert an Einspielergebnissen oder Kritiken zu messen. Ich habe Filme gemacht, die groß liefen, und andere, die kaum jemand gesehen hat. Am Ende zählt, dass man Freude an der Arbeit hat – und ein Leben außerhalb davon."

Wie haben Sie es geschafft, eine gesunde Work-Life-Balance aufzubauen?

Jennifer Aniston: (lacht) "Ganz ehrlich – ich suche diese Balance noch immer. Ich liebe meinen Beruf, aber ich habe gelernt, mir kleine Inseln im Alltag zu schaffen. Am Wochenende lade ich gerne Freunde ein oder verbringe Zeit im Garten – solche Momente erden mich. Ich brauche dieses Lachen, dieses Zusammensein, um wieder Energie zu bekommen. Trotzdem sehne ich mich manchmal danach, einfach länger abzuschalten – ohne Termine, ohne Dreh, ganz für mich."

Reese Witherspoon: "Bei mir kam dieser Moment vor ein paar Jahren. Ich hatte so viel gearbeitet, dass ich irgendwann völlig erschöpft war – körperlich und seelisch. Ich musste einfach anhalten. Zum Glück gab es dann eine Phase, in der in unserer Branche einiges stillstand. Diese Pause gab mir die Chance, wirklich Zeit mit meiner Familie zu verbringen, spazieren zugehen, zu lesen, einfach wieder bei mir selbst anzukommen."

Hollywood kann toxisch sein – voller Konkurrenz und Meinungen von außen. Wie behalten Sie da Ihre mentale Gesundheit?

Reese Witherspoon: "Für mich ist es entscheidend, mich immer wieder daran zu erinnern, was wirklich zählt: meine Kinder, meine engsten Freunde, die Menschen, die mir das Gefühl von Zuhause geben. Gerade in einer Branche, die oft so laut und gnadenlos ist, brauche ich diese Anker. Ich lese keine Kommentare, suche keine negativen Kritiken – weil ich weiß, wie sehr einen das zerstören kann. Ich habe gelernt, auch mal aufzustehen und wegzugehen, wenn mich etwas runterzieht."

Jennifer Aniston: "Ich habe irgendwann verstanden, dass das ganze 'dunkle Rauschen' da draußen keine Bedeutung hat. Kommentare, Schlagzeilen – das alles definiert mich nicht. Was wirklich zählt, sind die Menschen in meinem Leben, die mich seit Jahren kennen und lieben. Mein engster Freundeskreis gibt mir Vertrauen, Ehrlichkeit und Geborgenheit – und das ist für mich die wahre Währung des Lebens. Wenn ich diesen Rückhalt habe, kann mich nichts aus der Bahn werfen."

Dieser Artikel von Rachel Kasuch und Julia Zuraw erschien zuerst in der Printausgabe von OK!. Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen OK! – Jeden zweiten Mittwoch neu am Kiosk.