Prinzessin Mette-Marit: Ist die Krone in Gefahr?
Man sollte mit Vergleichen vorsichtig sein. Doch in Norwegen droht gerade der Moment, in dem ein Flugzeug steil zu sinken beginnt, und die Sauerstoffmasken von der Decke fallen. Das sind keine Turbulenzen mehr, die den Palast in Oslo erfasst haben. Es ist ein Absturz. Der Hauptschaden, gleichsam der Brand im Triebwerk, ist der Skandal um Marius Borg Høiby (29). Nur zwei Tage, bevor sein Prozess am 3. Februar begann, wurde der Sohn von Mette-Marit (52) überraschend verhaftet. Offenbar hatte er eines seiner mutmaßlichen Opfer widerrechtlich aufgesucht, angegriffen und mit einem Messer bedroht. Diesmal übte die Justiz keine Nachsicht: Ein Gericht verhängte Untersuchungshaft bis zum 2. März. Zu seinem Prozess wird Marius im Gefängniswagen gebracht.
Mette-Marit: Wie nah stand sie Jeffrey Epstein?
Doch dies ist nicht der einzige Schaden. Am 31. Januar platzte in Washington eine Bombe. Die US-Regierung, die stark unter Druck geraten war, veröffentlichte unzählige Dokumente zum Fall Jeffrey Epstein (†66). Der US-Milliardär, der sich 2019 das Leben nahm, hatte einen elitären Sex-Ring mit minderjährigen Mädchen betrieben. Dass Mette-Marit mit dem Missbrauchstäter Kontakt hatte, ist seit 2019 bekannt. Jetzt aber wird deutlich, dass die Beziehung enger war, als bislang vermutet. Man traf sich mindestens drei Mal, zwischen 2011 und 2013. Über tausend Mal taucht die Kronprinzessin in sichergestellten Emails auf. Rein oberflächlich war diese Bekanntschaft mitnichten. Die Korrespondenz klingt vertraut, teils zärtlich. Mette-Marit nennt ihren Freund einen "Schatz" und schwärmt:"Du bist sehr charmant."
Manche Nachrichten sind regelrecht pikant. So findet sich eine Email aus dem Jahr 2012, in dem die Prinzessin Epstein fragt, ob es "unangemessen für eine Mutter ist, zwei nackte Frauen mit Surfbrett als PC-Hintergrundbild für meinen 15-jährigen Sohn vorzuschlagen." Gemeint war Marius. Aus den Unterlagen geht ebenfalls hervor, dass Mette-Marit und eine Freundin im Januar 2013 vier Tage in Epsteins Villa in Florida zubrachten – einem der Tatorte. Freilich war der Hausherr während ihres Aufenthaltes nicht zugegen. Dass die Prinzessin von seinen Orgien wusste, geht aus dem Material nicht hervor. 2014 brach sie den Kontakt zu dem Milliardär ab, weil sie sich von ihm ausgenutzt fühlte.
Mette-Marit bereut ihre Bekanntschaft
Nach Bekanntwerden der Mails leistete die Prinzessin nun Abbitte: Die Affäre sei ihr "peinlich". Sie habe "schlechtes Urteilsvermögen" bewiesen. Leider habe sie Epsteins "Hintergrund nicht gründlich genug überprüft". Allerdings: Im gesichteten Material findet sich eine Mail aus dem Jahr 2011. Mette-Marit schreibt an Epstein, sie habe ihn im Internet recherchiert. Fazit: "Es sah nicht gerade gut aus." In der Tat! Der Financier war bereits 2008 wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden. Weitere Vorwürfe standen damals schon im Raum. War Mette-Marit einfach nur blauäugig? Möglich. Doch viele Norweger fragen sich, ob sie auf dem Thron, im Cockpit der Monarchie, noch tragbar ist.
Dieser Artikel erschien zuerst in der Printausgabe von 7 TAGE. Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen 7 TAGE – Jede Woche neu am Kiosk.






