Marius Borg Høiby: "Sohn meiner Mutter, sonst nichts" - Wie sehr litt er unter dem Königshaus?

Seit dem 3. Februar läuft in Oslo der Prozess gegen Marius Borg Høiby. Der Sohn von Prinzessin Mette-Marit muss sich wegen schwerwiegender Vorwürfe - unter anderem wird ihm Vergewaltigung vorgeworfen - verantworten. Am zweiten Prozesstag brach Marius in Tränen aus und machte eine Andeutung, die Bände spricht ...

Marius Borg Høiby: Wie echt war das Tränen-Geständnis vor Gericht?

Marius Borg Høiby (29) muss sich seit dem 3. Februar für insgesamt 38 Anklagepunkte vor Gericht verantworten - und nahezu alle davon wiegen schwer. Dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) werden unter anderem mehrfach Vergewaltigung, Gewalt, Drogendelikte und Missbrauch zur Last gelegt. Nachdem bereits erste Zeugen ihre Aussage vor dem Bezirksgericht in Oslo gemacht hatten, sprach am zweiten Prozesstag (4. Februar) dann auch erstmals Marius selbst. Der junge Mann wirkte dabei unsicher und nervös, seine Hände zitterten und er erklärte zu Beginn seiner Aussage, wie schwer es ihm fallen würde, vor so vielen Menschen zu sprechen. 

Marius Borg Høiby verantwortet sich im Februar 2026 vor Gericht
Marius Borg Høiby wird seit dem 3. Februar in Oslo der Prozess gemacht: Bilder von Mette-Marits Sohn aus dem Gericht sind streng verboten.© dpa picture alliance / NTB | Lise Aaserud, Imago

Marius Borg Høiby: Fehlende Anerkennung? "Bin der Sohn meiner Mutter, sonst nichts"

Doch kurz darauf brach Marius Borg Høiby dann in Tränen aus und tätigte einen Satz, der Bände spricht: "Ich bin bekannt dafür, der Sohn meiner Mutter zu sein. Sonst nichts. Ich hatte ein extremes Berdürfnis nach Anerkennung", so der 29-Jährige. Worte, die tiefe Einblicke in das Seelenleben und möglicherweise auch in die Kindheit und Jugend von Marius geben. Mutter Mette-Marit und sein leiblicher Vater Morten Borg trennten sich kurz nach seiner Geburt, nur kurze Zeit später wurde die Beziehung zu Kronprinz Haakon (52) öffentlich, die beiden verlobten sich Ende 2000, heirateten und bekamen zwei gemeinsame Kinder - Sverre Magnus (20) und Ingrid Alexandra (22). Halbbruder Marius Borg Høiby lebte in den letzten Jahren eher im Schatten seiner royalen Geschwister. Vor Gericht erklärte Marius: "Ich habe ein Leben geführt, das wohl nur wenige hier nachvollziehen können." Laut "Bild" betonte er dabei, dass er seit seinem dritten Lebensjahr unter dem Leben in der Öffentlichkeit leiden würde und daher Bestätigung in Alkohol und Drogen gesucht habe. 

Dabei hieß es stets, dass Prinz Haakon und die übrigen norwegischen Royals stets alles getan hätten, um Marius in der Familie zu integrieren. Gegenüber dem ZDF erklärte Königshaus-Expertin Julia Melchior: "Sie haben sich alle - das Königspaar als Stief-Großeltern und Haakon als Stiefvater - sehr bemüht, Marius zu integrieren und keinen Unterschied zu machen." Doch sie betonte auch: "Dieses Kind wurde integriert in eine Königsfamilie, hat aber institutionell und konstitutionell keine Rolle." Ein Leben voller Privilegien, aber in den Augen der Expertin ohne Bestimmung. Mette-Marit räumte vor Jahren in einem offiziellen Schreiben ein: "Marius hatte immer eine Rolle, die in der Öffentlichkeit schwer zu definieren war. (..) Die Rolle stellte sich auch für Menschen im privaten Umfeld als schwer zu interpretieren dar." 

Echte Verzweiflung oder nur für Aufmerksamkeit? 

Als vor zwei Jahren die ersten Vorwürfe gegen den 29-Jährigen ans Licht kamen, räumte er selbst sein Drogenproblem ein und gab an, mentale Probleme zu haben. In seinem einzigen, offiziellen Statement hieß es damals: "Ich leide an mehreren psychischen Störungen, die dazu führen, dass ich während meiner gesamten Erziehung und meines Erwachsenenlebens mit Herausforderungen konfrontiert war und noch immer konfrontiert bin." In den Augen von Royal-Expertin Melchior seien Prinzessin Mette-Marit und ihr Ehemann Haakon zum Teil für den skandalreichen Werdegang von Marius verantwortlich: "Sie sind daran gescheitert, Marius auf den richtigen Weg zu bringen." Auch die Tatsache, dass der junge Mann nie eine Ausbildung gemacht hat oder einem richtigen Beruf nachging, sei kritisch zu bewerten: "Da muss man leider die Eltern hinterfragen."

Dabei ist der Fall Marius Borg Høiby sicherlich noch deutlich komplexer und es ist leicht, die Schuld für eigenes Fehlverhalten anderen oder der eigenen, schweren Kindheit zuzuschieben. Kritische Stimmen sprechen davon, dass der 29-Jährige mit seinem Tränen-Geständnis vor Gericht möglicherweise einfach Mitleid generieren wollte. Dass der Sohn von Mette-Marit alle Register ziehen könnte, erklärt sich wohl von selbst, denn Marius sollen im Falle einer Verurteilung bis zu 16 Jahre Haft drohen.

Verwendete Quellen: Bild, Bunte, ZDF