GNTM: Kandidatin Kim spricht nach Exit über Transfeindlichkeit im Netz – "war geschockt"

GNTM-Kandidatin Kim polarisierte die Fans wie kaum eine andere – doch die Reaktionen im Netz gingen weit über Kritik hinaus. Nach ihrem Exit bricht die Berlinerin ihr Schweigen über die schockierende Welle an Transfeindlichkeit, die sie während der Show traf.

Kim, GNTM-Kandidatin 2026
Trotz der harten Kritik im Netz bleibt Kim sich selbst treu und nutzt ihre GNTM-Teilnahme als starkes Zeichen für mehr queere Sichtbarkeit in der Modewelt.© ProSieben/Christoph Köstlin

GNTM: So erlebte Kim die Transfeindlichkeit im Netz wegen ihrer Teilnahme

Kim (26) gehörte zweifellos zu den polarisierendsten Models der diesjährigen GNTM-Staffel. Während Heidi Klum (52) die Transfrau liebte, wurden in den sozialen Medien nicht nur ihre Model-Qualitäten infrage gestellt, Kim sah sich zudem mit schockierenden Hass-Nachrichten konfrontiert. Für den Sieg hat es am Ende nicht gereicht. Kurz bevor es für die Teilnehmenden nach Los Angeles ging, musste die Berlinerin ihre Koffer packen.

Im Interview mit Ramon Wagner erklärte Kim jetzt, dass ihr von Anfang an bewusst war, dass sie aufgrund ihrer Geschichte zu den polarisierendsten Persönlichkeiten der Staffel gehören würde. Mit einem derartigen Ausmaß an Hass im Netz hatte sie jedoch nicht gerechnet: "Ich war dann am Ende schon ein bisschen geschockt, wie viel dann doch kam."

Kim: "Mir ist es egal, was irgend ein Hinz und Kunz von mir denkt"

Die leidenschaftliche Dragqueen ließ sich davon jedoch nicht unterkriegen und zog frühzeitig Konsequenzen: "Ich hab da schnell für mich einen Cut gemacht und gesagt, ich lese mir das gar nicht durch. Wenn irgendwelche negativen Kommentare auf mein Profil überschwappen, werden sie gelöscht. Die Leute werden blockiert und I'm moving on. Da hab ich keine Lust drauf, hab ich keine Zeit für und im Endeffekt ist es mir auch egal, was irgend so ein Hinz und Kunz von mir denkt."

Kim betonte im Gespräch zudem, dass viele Kommentare keine konstruktive Kritik darstellten. "Das meiste war einfach nur Transfeindlichkeit und Queerfeindlichkeit." Bereut hat sie ihre Teilnahme an GNTM jedoch zu "keiner Sekunde", wie sie weiter ausführt: "Ich hab mir zu keiner Zeit, auch während der Ausstrahlung, gedacht, ich hätte es doch nicht machen sollen. Da bin ich schon so im Reinen mit mir selbst und hab ein gewisses Selbstbewusstsein aufgebaut, um sagen zu können, dass ich nichts bereue."

Ein Zeichen für Sichtbarkeit

Ihr Ziel, "Germany’s Next Topmodel" zu werden, hat Kim zwar nicht erreicht, doch es ging ihr um mehr als nur um den Titel: Sie wollte ein Zeichen setzen, um anderen Menschen Mut zu machen, und für Sichtbarkeit sorgen. Queerness sei auf großen Plattformen noch immer unterrepräsentiert – und genau das müsse sich laut Kim endlich ändern: "Das finde ich wichtig, denn das ist die Lebensrealität in 2026."

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Online-Redakteurin

Bereits in den vergangenen Jahren haben queere Talente bei GNTM bewiesen, wie wichtig Vielfalt ist – 2021 hat mit Alex Mariah Peter sogar erstmals ein Transmodel die Show gewonnen. Dennoch macht der aktuelle Fall Kim deutlich, dass Transfeindlichkeit auch im Jahr 2026 noch immer traurige Realität ist. Ich finde es genau deshalb so wichtig, queeren Menschen auf einer großen Plattform wie GNTM eine Bühne zu geben. Denn Repräsentation schafft die Akzeptanz, die in unserer Gesellschaft endlich zur Normalität werden muss.

"Germany's Next Topmodel" läuft immer mittwochs und donnerstags um 20:15 Uhr auf ProSieben und Joyn.

Verwendete Quelle: TikTok