Jürgen Klopp: "Noch"-Spruch sorgt für hitzige Diskussionen
Eine einzige unüberlegte Aussage reichte aus, um zum großen Gesprächsthema während des Julian Nagelsmann: So belohnt er die DFB-Elf nach erstem WM-Sieg zu werden. Während der Vorbesprechung auf das Spiel am 14. Juni bei MagentaTV meinte der bestens gelaunte WM-Experte Jürgen Klopp (58): "Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch." Viele Zuschauer interpretierten das als Kritik am Bundestrainer. Einige vermuteten sogar, dass Klopp, der schon länger als Nachfolger von Nagelsmann im Gespräch ist, jetzt sofort an dessen Posten rütteln möchte. Nach dem 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft zeigte der 58-Jährige jedoch Reue und entschuldigte sich für die unüberlegte Aussage.
Trotz Entschuldigung: Bastian Schweinsteiger kritisiert Jürgen Klopp
Als Julian Nagelsmann (38) nach dem Match zum Interview am Mikrofon erschien, wartete der ehemalige Liverpool-Trainer zunächst ab und ergriff erst zum Ende des Gesprächs das Wort: "Ich muss noch eine Sache … Die Zeit müssen wir noch haben. Wir sind auch informell Teil des Teams, wir sind absolut auf eurer Seite." Und weiter: "Das Unwort meines Jahres habe ich bereits gefunden: ‚Noch‘. Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber da war es schon zu spät und ich war im Fernsehen. Ist so flapsig rausgerutscht und hat gar keine Relevanz." Bei seiner öffentlichen Entschuldigung bewies Jürgen Klopp auch einmal mehr seine Fähigkeit zur Selbstironie: "Was ich festgestellt habe, ist: Ich werde übermorgen 59 und bin immer noch dämlich." Abschließend machte er noch einmal unmissverständlich klar: "Wir sind komplett auf eurer Seite, was auch immer ihr damit macht. Nichts davon kommt, was den Ablauf hier stören soll." Nagelsmann hatte den "Noch"-Spruch zuvor auf Nachfrage nicht kommentieren wollen. Nach Klopps Entschuldigung sah er jedoch sichtlich zufrieden aus.
Doch nicht für jeden ist das Thema mit der Einsicht abgehakt. Neben anderen Fußball-Experten zeigte sich auch Bastian Schweinsteiger (41) enttäuscht von Jürgen Klopp. "Klopp hat es nicht nötig, so einen Spruch zu machen. Das ist nicht gut, er hat sich zu Recht entschuldigt. Das Problem: Es steht jetzt im Raum", erklärte er am Montag (15. Juni) beim Spiel zwischen Belgien und Ägypten. Und weiter: "Ganz Deutschland würde sich freuen, wenn er irgendwann einmal Bundestrainer werden sollte. Aber jetzt den amtierenden Bundestrainer anzuschießen, in diesem Moment, das ist nicht gut." Klingt, als würde dieses kleine Wörtchen "Noch" Klopp noch eine ganze Weile begleiten …
Verwendete Quellen: MagentaTV, ARD
Der Fall zeigt mal wieder, wie schnell ein einziges, unüberlegtes Wörtchen eine riesige Debatte auslösen kann. Jürgen Klopp hatte sicher keine böse Absicht, wie seine schnelle, selbstironische Entschuldigung zeigt. Dass Experten wie Bastian Schweinsteiger das Thema dennoch kritisch beleuchten, ist nach diesem medialen Steilpass kaum zu vermeiden.







