
George Clooney im OK!-Interview: Neuer Film, Ruhm & Karriereanfänge
Er gehört zu den wenigen Hollywood-Stars, die seit Jahrzehnten mühelos zwischen Glamour, Humor und echter Bodenständigkeit pendeln. Mit 64 genießt George Clooney den Luxus, nur noch das zu machen, was ihn wirklich berührt – und überrascht das Publikum in "Jay Kelly" mit einer seiner verletzlichsten Rollen. Im Gespräch mit OK! zeigt er sich reflektiert, warm, selbstironisch – und so nahbar wie selten.
Haben Sie sich mit dieser Figur identifizieren können?
Ehrlich gesagt, nein. Viele sagten nachher: 'Das bist ja irgendwie du.' Aber das stimmt nicht. Dieser Mann trägt so viel Reue in sich – die habe ich nicht. Meine Kinder mögen mich noch ... gut, sie sind erst acht, das kann sich ändern (lacht). Aber im Moment mögen sie mich. Und ich arbeite auch heute noch mit Menschen zusammen, die seit Jahren an meiner Seite sind. Mein Leben ist sehr anders als das dieses Charakters.
Gab es Momente, die Sie während des Drehs wirklich überrascht haben?
Oh ja. Zum Beispiel die Montage am Ende – ich wusste vorher nicht, dass sie dafür echte Szenen aus meinem Leben verwenden würden. Und dann stehe ich da am Set und sehe mich innerhalb von vier Minuten rapide altern. Ich weiß ja nicht, wie’s Ihnen geht, aber ich selbst merke das Altern nie. In meinem Kopf sehe ich immer noch aus wie mit 16. Und dann sieht man ein Foto und denkt: 'Wer ist dieser alte Typ?“'(lacht)
Vermissen Sie manchmal ein ganz normales Leben – ohne Kameras, ohne Aufmerksamkeit?
Natürlich wäre manches einfacher. Es gibt Dinge, die ich nicht mehr tun kann, ohne erkannt zu werden. Ein Baseballspiel besuchen, unerkannt spazieren gehen – das können andere leichter. Aber am Ende ist es ein Tauschgeschäft. Ich habe ein außergewöhnliches Leben.
Denken Sie da manchmal an Ihre Anfänge zurück?
Klar. Ich war acht, neun Jahre in derselben Schauspielklasse, konnte sie aber nicht bezahlen und habe dort gearbeitet. Ich bin mit dem Fahrrad zu Castings gefahren, habe im Schrank eines Freundes geschlafen ... Aber es war eine wunderbare Zeit: diese Aufregung, diese Gemeinschaft. Wenn einer einen Job bekam und bezahlt wurde, hat er für alle Drinks bezahlt. Heute, über 40 Jahre später, treffe ich manchmal jemanden von damals – und sofort ist alles wieder da.
Ihre Tante war eine berühmte Sängerin. Haben Sie dadurch früh verstanden, wie zerbrechlich Ruhm sein kann?
Ja. Als ich in der Highschool war, war meine Tante längst nicht mehr berühmt. Rock’n’Roll kam – und viele Sängerinnen aus den 50ern verschwanden. Für manche Dinge konnte sie nichts, andere hat sie sich selbst verbaut: Alkohol, falsche Entscheidungen. Sie hat das später offen in ihrem Buch geschrieben. Für mich war das eine wichtige Lehre: wie schnell man alles verlieren kann und wie vorsichtig man mit Erfolg umgehen muss.
Hat das Ihre Einstellung zu Ruhm verändert?
Auf jeden Fall. Ich habe nie Berühmtheit hinterhergejagt. Ich wollte arbeiten – das war immer mein Ziel. Ruhm kommt dann eben als Begleiterscheinung dazu. Am Anfang ist es aufregend, später merkt man, was es einem nimmt. Aber Sie werden mich nie darüber klagen hören.
Wenn Sie auf Ihr Leben schauen – gibt es Dinge, die Sie sich zurück wünschen würden?
Klar – meine Knie von früher würde ich gern wieder haben (lacht). Aber sonst? Ich weiß nicht, ob ich alles noch einmal machen müsste. Ich genieße es sehr, wo ich jetzt bin. Ich darf mit Menschen arbeiten, die ich liebe – und gleichzeitig muss ich nie wirklich erwachsen werden. Ich bin 64 Jahre alt und darf immer noch spielen und so tun, als sei ich jemand anderes. Was für ein Glück! Ich muss nicht alles wiederholen. Wahrscheinlich würde es es sowieso wieder vermasseln.
Man hat bei Ihnen immer das Gefühl, dass Sie sich trotz Ihres Erfolgs nie abschotten. Woher kommt diese Offenheit?
Vielleicht, weil ich erst relativ spät berühmt wurde. Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn Erfolg weit weg ist. Deshalb nehme ich ihn heute nicht als selbstverständlich. Und ich verstecke mich nicht.
Dieser Artikel von Rachel Kasuch und Julia Zuraw erschien zuerst in der Printausgabe von OK!. Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen OK! – Jeden zweiten Mittwoch neu am Kiosk.






