Kurt Cobain (†27): Neue Theorien – Was steckt wirklich hinter seinem Tod vor 30 Jahren?

Vor 32 Jahren starb der Nirvana-Frontmann Kurt Cobain durch Suizid. So zumindest steht es in den Ermittlungsakten. Jetzt gibt es allerdings Zweifel an dieser Theorie.

Kurt Cobain (†27): Mehrere Suizidversuche

Rom, 4. März 1994: Kurt Cobain (†27) wird bewusstlos in seinem Hotelzimmer gefunden und ins Krankenhaus gebracht. In seinem Blut weisen die Ärzte eine hohe Dosis Alkohol und Rohypnol, ein starkes Beruhigungsmittel, nach. Deshalb gehen sie von einem Suizidversuch aus. Doch nachdem er wieder aus dem Koma erwacht ist, dementiert der Rockstar das und stellt den Vorfall als Versehen dar. 14 Tage später ist er zurück in Seattle (USA), verschanzt sich mit Waffen in seinem Haus, seine Ehefrau Courtney Love (61) ruft die Polizei. Wieder bestreitet Cobain, einen Suizidversuch geplant zu haben. Auf Drängen seines Umfelds checkt er in die Entzugsklinik Exodus Recovery Center in Marina del Rey ein, aus der er am 1. April flieht. Er kauft Munition und kehrt nach Seattle zurück. Es ist das letzte Mal, dass Kurt Cobain lebend gesehen wird.

"Das war Mord"

Freunde und Familie versuchen, ihn zu kontaktieren. Ohne Erfolg! Ein Privatdetektiv wird engagiert, Courtney Love gibt sogar eine Vermisstenanzeige auf. Doch Kurt bleibt verschwunden. Erst am 8. April entdeckt ein Elektriker, der eine Alarmanlage installieren sollte, zufällig seine Leiche im sogenannten Greenhouse, eine Art Gewächshaus über der Garage. Es gehörte nicht zu den Wohnräumen, kaum jemand wusste überhaupt von dessen Existenz. Wenig später treffen Polizei und Rettungsdienst ein. Die Ermittler finden den damals 27-Jährigen sitzend vor, mit einer Schrotflinte zwischen seinen Beinen und einer Schussverletzung am Kopf. Es gibt keine Anzeichen für einen Einbruch oder Fremdeinwirkung, auf der Waffe werden nur Kurts Fingerabdrücke festgestellt, in seinem Blut wird Heroin und Valium nachgewiesen. Neben der Leiche liegt außerdem ein Abschiedsbrief, in dem der Musiker und Sänger seine Hoffnungslosigkeit und den Wunsch nach Ruhe ausdrückt. All das lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass Kurt Cobain sich selbst getötet hat. Doch jetzt kommen Zweifel an dieser Version auf. Ein privates Expertenteam aus den USA, darunter Forensiker Brian Burnett, ist der Meinung: 

Das war Mord.

Sie glauben, der "Smells Like Teen Spirit"-Interpret wurde mit einer Überdosis Heroin getötet. Erst dann folgte der Kopfschuss. Ausschlaggebend für diese Theorie sei, dass bei einem Kopfschuss Blut in die Atemwege gelangt. Im Autopsiebericht findet sich dazu aber kein Hinweis. Stattdessen habe das Hirn Anzeichen eines Drogentods aufgewiesen. Außerdem findet das Ermittlerteam, der Fundort sei für einen wirklichen Suizid zu aufgeräumt gewesen. Kurts Heroin-Kit sei nicht beschmutzt und total ordentlich gewesen. Zudem sei die Heroindosis "gewaltsam injiziert"worden und so hoch gewesen, dass "selbst, wenn Cobain sie selbst gespritzt hätte", er sofort handlungsunfähig gewesen wäre. Und auch die Blutspuren an der Waffe werfen weitere Fragen auf: An Kurts linker Hand befand sich kein Blut. Unlogisch, da sich die Hand am Lauf der Waffe befunden habe. 

Ein weiteres seltsames Detail: Die Patronenhülse lag an einer Stelle, die physikalisch kaum erklärbar sei. "Wenn die Hand so am Lauf war, dürfte gar keine Hülse ausgeworfen worden sein", so Burnett. Schriftexpertin Michelle Wilkins glaubt zudem, der Abschiedsbrief sei gefälscht: "Der obere Teil ist von Kurt geschrieben. Darin ist von Selbstmord keine Rede, er spricht vor allem davon, die Band zu verlassen. Die letzten vier Zeilen sehen anders aus, die Schrift ist größer und unordentlicher." Wird der Fall Cobain jetzt neu aufgerollt? Vorerst nicht! Doch die Gruppe um Burnett und Wilkins fordert, dass der Fall noch einmal unabhängig überprüft wird: War es wirklich Suizid oder ein fast perfekt inszenierter Mord?

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Verwendete Quellen: IN