Matthew Perry (†54): Wer ist wirklich schuld an seinem Tod?

Am 28. Oktober 2023 endete Matthew Perrys Weg tragisch in einem Whirlpool in seinem Anwesen in Los Angeles. Obwohl Ermittler eine Überdosis Ketamin feststellten, bleibt die alles entscheidende Schuldfrage bis heute nicht eindeutig geklärt.

"Friends"-Star Matthew Perry ist tot
Matthew Perry verstarb am 28. Oktober 2023 in seinem Haus in Los Angeles, nachdem er infolge einer Ketamin-Überdosis in seinem Whirlpool das Bewusstsein verlor und ertrank.© Getty Images

Matthew Perry: Sein Tod wirft noch immer Fragen auf  

Für Millionen Menschen war er Chandler Bing aus der Kultserie "Friends" der König der ironischen Pointe, der Meister des Sarkasmus. Doch abseits der Studiokulissen lebte Matthew Perry (†54) ein anderes Drehbuch. Seit den 1990ern kämpfte er mit einer schweren Suchterkrankung. Schmerzmittel nach einem Jetski-Unfall. Alkohol. Mehrere Entzüge. Ein geplatzter Darm infolge Medikamentenmissbrauchs – Ärzte gaben ihm damals nur eine geringe Überlebenschance. Er schaffte es. Immer wieder. In Interviews sagte er später: "Die Sucht ist da draußen, sie wartet. Sie wartet auf dich." Und am 28. Oktober 2023 sollte sie ihn schlussendlich doch besiegen. 

Dabei begann der Tag für den US-Schauspieler recht unspektakulär. Ein paar Stunden Pickleball am Morgen. Zeugen berichten, er wirkte ruhig und zeigte keine sichtbaren Anzeichen einer Krise. Am Nachmittag kehrt er in sein Haus zurück. Das Anwesen liegt abgeschirmt oberhalb von L.A., mit Blick auf den Pazifik. Ein Ort der Privatsphäre, aber eben auch der Einsamkeit. Gegen Abend steigt er in den Whirlpool im Garten. Was dann geschieht, weiß niemand genau. Als sein Assistent Kenneth Iwamasa (60) Stunden später zurückkehrt, kommt für Matthew jede Hilfe zu spät.

Woher kam die tödliche Dosis? 

Die Rechtsmedizin stellt fest: Er wurde aufgrund einer Überdosis Ketamin bewusstlos und ertrank. Sein Tod wird als Unfall eingestuft. Matthew erhielt die Droge, die in den USA auch als Medikament zugelassen ist, im Rahmen seiner Behandlung gegen Depressionen und Angstzustände. Die letzte ärztlich begleitete Infusion hatte allerdings anderthalb Wochen vor seinem Tod stattgefunden. Woher also kam die tödliche Dosis? Schnell geraten fünf Personen, darunter Ärzte, Dealer und Matthews Assistent Kenneth, ins Visier der Ermittler. Sie finden Textnachrichten, in denen sie sich darüber unterhalten, wie sie Matthew das Ketamin besorgen können und welchen Preis der Hollywood-Star dafür zahlen würde.

Matthew Perry: Die fatalen letzten Stunden

Kenneth gibt schließlich zu, dass er seinem Boss "wiederholt" Ketamin"ohne medizinische Ausbildung" injiziert habe. Auch an dessen Todestag! Morgens um 8.30 Uhr verabreichte er ihm eine erste Dosis. Um 12.45 Uhr eine zweite, während Matthew Perry sich einen Film ansah. Nur 40 Minuten später soll er gefordert haben "Gib mir eine große Dosis" und dann seinen Assistenten gebeten haben, den Whirlpool vorzubereiten. Danach verlässt Kenneth Iwamasa das Haus, um Besorgungen zu machen – und findet Matthew schließlich mit dem Gesicht nach unten im Whirlpool. Verschiedene Leute, die das Ketamin illegal beschafften, sich an dem "Emmy"-Gewinner bereicherten und sich über seine Sucht lustig machten, werden jetzt dafür zur Rechenschaft gezogen. Trotzdem war es auch Matthew selbst, der wusste, wie schnell man die Kontrolle verlieren kann und was es braucht, um sich richtig abzuschießen oder möglicherweise sogar daran zu sterben. War es also ein Unfall oder Absicht? Das wird wohl nie ganz geklärt werden können.

Dieser Artikel von J.L. erschien zuerst in der Printausgabe von IN.Weitere spannende Star-News liest du in der aktuellen IN – Jeden zweiten Mittwoch neu am Kiosk.