Der Graf: "Hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen"
Wenn Der Graf mit seiner Band Unheilig auf der Bühne steht, wirkt er stark und lässt sich seine Trauer nach außen hin nicht anmerken. Dabei hat der Sänger gleich zwei schwere Schicksalsschläge binnen drei Monate verkraften müssen. Erst hat er seinen Vater verloren, dann starb seine Mutter. "Während unserer letzten Tour im Dezember ist mein Papa verstorben", so der Musiker im Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Die Situation war nicht einfach für mich. Ich habe versucht, das zu verarbeiten, indem ich unsere Konzerte weitergespielt habe." Anfang des Jahres folgte dann die nächste Schocknachricht: "Als dann aber Anfang des Jahres die Nachricht kam, dass meine Mama nicht mehr lange leben wird, hat mir das den Boden unter den Füßen weggerissen", gesteht Der Graf.
"Ohne die Musik hätte ich den Verlust meiner Eltern nicht so schnell verkraftet"
Die Nachricht, dass seine Mutter nicht mehr lange zu leben hat, kam kurz vor seiner Teilnahme an der VOX-Show "Sing meinen Song", die im Februar in Südafrika aufgezeichnet wurde. "Ich habe die Sendung erst abgesagt. Ich dachte, ich kriege das emotional nicht hin",so Der Graf. "Ich habe mich dann zurückgezogen und für mich selbst entschieden, dass ich erst mal Ruhe brauche." Seine Liebsten hätten ihm in der schweren Zeit Halt gegeben. "Meine tolle Familie hat mich aufgefangen und mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht alleine bin." Auch die Produktion von "Sing meinen Song" zeigte viel Empathie. Deshalb habe sich der Unheilig-Star doch dazu entschieden, nach Südafrika zu fliegen.
Ich dachte, vielleicht hilft es mir ja. Heute weiß ich: Ohne die Musik und diese Sendung hätte ich den Verlust meiner Eltern nicht so schnell verkraftet.
Kurz vor dem Abflug nach Südafrika ist seine Mutter gestorben. "Also bin ich in der Woche vor dem Flug zu ihr gegangen, um mich bei ihr für alles zu bedanken und ihr Lebewohl zu sagen – im Gefühl, dass es vielleicht das letzte Mal ist. Sie hat zu mir gesagt: 'Du sagst aber jetzt nichts ab, oder?' Am Tag vor meinem Flug ist sie dann gegangen."
"Ich fand es herzergreifend"
Zum Tod seiner Mutter sagt Der Graf: "Ich war sehr traurig, aber dachte mir auch: Typisch Mama! Sie regelt immer noch die Dinge für mich. Es war befreiend, zu wissen, dass siejetzt bei meinem Papa auf einer Wolke sitzt und es ihr gut geht." Und weiter:
Wenn die Eltern gehen, bist du kein Sohn mehr, sondern ein Mann. Von meinem Vater konnte ich mich nicht mehr verabschieden. Das ging so schnell, damit hatte keiner gerechnet. Das hat dazu geführt, dass wahrscheinlich meine Mutter auch nicht mehr mit dem Leben klarkam.
Seine Eltern waren ein Vorbild für seine eigene Beziehung. "Sie sind ein Leben lang zusammen gewesen. Ich fand es herzergreifend, dass sie sich bis zum Schluss jeden Tag gesagt haben, dass sie sich lieben, und sich Küsschen gegeben haben. Wie schön ist das, wenn man wie sie das Glück hatte, die wahre Liebe zu finden. Das ist ein Trost, den ich mir selbst gebe."
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